Das autonome Gebiet der Zhuang, Guangxi,
erstreckt sich suedlich des kuehlen
Hochlands, das es mit Guizhou teilt, bis zur
tropischen Kueste und zur Grenze nach
Vietnam.
Seine klassischen Postkartenmotive
mit Kalksteinformationen und mosaikartigen
Reisfeldern konzentrieren sich im Nordosten
englang des Li Flusses, den man zwischen
Guilin und dem Traveller Pradies Yangshuo
mit Ausflugsschiffen befahren kann. Diese
Gegend ist seit langem beruehmt und einfach
zu erreichen, nicht minder lohnend ist
jedoch das Hügelland um Sanjiang, nur
wenige Stunden weiter nördlich.
Es ist die
Heimat der Minderheit Dong, deren
Architektur und Lebensweise einen Abstecher
dorthin – und weiter in die Nachbarprovinz
Guizhou – zu einem äusserst faszinierenden
Erlebnis machen. Im Suedwesten Guangxis
wiederum liegt die tropisch-träge
Provinzhauptstadt Nanning, die zwar wenig
Interessantes zu bieten hat, aber eine guter
Ausgangspunkt fuer die Erkundung des Gebiets
entlang der offenen Grenze zu Vietnam ist.
Seit 1958 besitzt Guangxi nicht mehr den
Status einer Provinz, sondern geniesst
Selbstverwaltungsrechte als Autonomes Gebiet
der Zhuang – Guangxi, Kernland von Chinas 13
Millionen Menschen zählender Zhuang
Nationalität. Diese ethnische Gruppe stellt
ungefähr ein Drittel der regionalen
Bevölkerung und hat sich inzwischen
grösstenteils an die chinesischen
Verhältnisse angepasst. Archäologische
Funde lassen Verbindungen der Zhuang zu
einer bronzezeitlichen Kultur vermutet, die
sich einst ueber ganz Suedostasien
erstreckte – davon zeugen noch heute
prähistorische Felsfriese westlich von
Nanning. Gleich in der Nähe gibt es eine
weitere wichtige Sehenswuerdigkeit: den
Detian Wasserfall, der sich bis nach Vietnam
hinein ergiesst.
Trotz der heissen, feuchten Sommer lässt
sich Guangxis Wetterlage nicht klar
einschätzen – in Guilin fällt sogar
ungefähr alle zehn Jahre Schnee.
Bemerkenswert ist ausserdem, dass die Zhuang
Sprache statt des Gebrauchs von Pinyin eine
ganz eigene Methode entwickelt hat, um
chinesische Schriftzeichen in lateinischen
Buchstaben wiederzugeben. Ersichtlich wird
dies beispielsweise auf Straßenschildern,
wo statt Minzu Dadao das Wortungetuem
Minzcuzdadau auftaucht.
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