|
|
Zwischen 1949 und 1979 war Guangzhou bei weitem die
wirtschaftlich führende Stadt des Gebiets. Dies lag vor
allem an der Chinese Export Commodities Fair (auch
Canton Fair), die in Guangzhou im April und Oktober
jeden Jahres veranstaltet wird. Dass Guangzhou als
Austragungsort dieser Messe ausgesucht wurde, lag an
seiner Nähe zu Hong Kong und seiner traditionellen Rolle
als Chinas Tor zur Welt. Zwischen 1949 und 1979 war die
Canton Fair die einzige nennenswerte Verbindung der
chinesischen Wirtschaft mit der Weltwirtschaft.
Ab den Achtziger Jahren investierten viele ausländische
Unternehmen in Guangzhou. Zunächst war ihr Ziel vor
allem die Erschließung des südchinesischen Marktes.
Guangzhou war im Jahr 2002 nach Shanghai und Beijing die
Stadt mit der größten Wirtschaft in Festlandchina. Im
Vergleich zu anderen Städten des Perlflussdeltas ist die
Wirtschaft Guangzhous nicht nur die größte, sondern auch
die vielseitigste.
Im Jahr 2002 waren die wichtigsten Industriezweige
Guangzhous die Transportausrüstung (5,09 Mrd. US$),
Chemie (4,21 Mrd. US$), elektronische und
Telekommunikationsgeräte (3,67 Mrd US$) und elektrische
Geräte und Maschinen (2,72 Mrd US$). In der
Leichtindustrie ist die Produktion von Textilien,
Lederprodukten und Plastikprodukten weit entwickelt.
Andere wichtige Industrien sind der Schiffbau,
Nahrungsmittelverarbeitung, Zuckerraffinerie, Eisen- und
Stahlproduktion und Kautschukprodukte.
Guangzhou ist innerhalb Guangdongs das führende Zentrum
von einer Reihe von Dienstleistungen. Dazu gehören
Software, Logistik und Distribution. Weitere führende
Dienstleistungssektoren sind Transport, Lagerung, Post
und Telekommunikation, Handel, Banken, Versicherungen
und Immobilien. Guangzhou ist auch ein wichtiger
Austragungsort von Messen. Das neue Messegelände Pazhou
International Convention and Exhibition Centre hat eine
Fläche von 10,5 Quadratkilometern.
Im Jahr 2002 hatten mehr als 8700 multinationale
Unternehmen Niederlassungen in Guangzhou. Bedeutende
Investoren sind unter anderem japanische Autohersteller
wie Honda, Nissan und Isuzu. 2004 kam auch Toyota hinzu.
Ausländische Dienstleister wie zum Beispiel Carrefour,
Seven Eleven und Allianz AG werden vor allem von der
wohlhabenden Bevölkerung der Stadt angezogen. |
|