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Als die Briten im Ersten Opiumkrieg (1839-1842) die
nahezu menschenleere Insel Hongkong besetzten, wollten
sie hier keine Grossstadt greunden, sondern suchten
einen taifunsicheren Hafen, einen Militärstützpunkt und
einen Platz, wo britische Kaufleute unbelästigt von
chinesischer Bürokratie Quartier finden konnten. 1860,
im Zweiten Opiumkrieg, kam die Halbinsel Kowloon dazu –
damals weniger als halb so gross wie heute und genauso
unwirtlich wie die Insel-, beides von China an die
britische Krone abgetreten – „auf ewig“. 1898
vergrösserte sich die Kolonie auf ein Mehrfaches, als
die New Territories ( das angrenzende Festland und viele
weitere Inseln) auf 99 Jahre hinzugepachtet wurden. Um
diese Zeit erlebte die Kolonie einen grossen
Entwicklungsschub, wurde unter ihren fremden Herren zu
einer prosperierenden chinesischen Hafenstadt.
Japanische Besatzung
Der zweite Weltkrieg brachte die Besetzung der Stadt
durch Japan, die Willkürherrschaft der Besatzer und den
weitgehenden Zusamenbruch des Wirtschaftslebens – das
düsterste Kapitel der Stadtgeschichte. Mit den späten
1940er Jahren setzte eine Ära nie gekannter
Herausforderungen ein: Hunderttausende von Flüchtlingen
kamen, brauchten Wohnung, Arbeit, Wasser – und Platz,
den es nicht gab. Die Geschichte Hongkongs lässt sich
anhand der abgetragenen Berge und zugeschütteten Buchten
beschreiben – und anhand äusserst ehrgeiziger und höchst
erfolgreicher Wohnungsbauprogramme, in deren Zuge
beispielsweise die Sozialeigentumswohnung erfunden
wurde. Die Slums verschwanden, Autobahnen, U-Bahnen und
Kulturzentren kamen, Hongkong wurde reich. Zum 1. Juli
1997 erfolgte die Rückgabe des ganzen Territoriums an
China und seine Umwandlung in eine
„Sonderverwaltungsregion“ mit heute 1100 km2 Fläche und
6,7 Mio. Einwohnern. Schon vorher hatte ein radikaler
Strukturwandel eingesetzt. Heute wird in Hongkong fast
nichts mehr produziert; viele pendeln zur Arbeit in die
Wirtschaftssonderzonen jenseits der nach wie vor
existierenden Grenze, dafür nehmen Tourismus,
Finanzdienste, Handel und auch Wissenschaft an Bedeutung
zu.
Viele glauben, dass Hongkong nur aus Hochhäusern bestehe
und ein Tag ausreiche, um das Wichtigste zu sehen. Ein
grosser Fehler. Das Zentrum der Peak, die Märkte von
Mong Kok, eine der autofreien Inseln, ein oder zwei
Museen, vielleicht eine Tour durch die New Terriotories
oder ein paar Stunden am Strand: Das wäre eher das
Minimu. Man kann sich aber auch eine Woche bestens
beschäftigen, ja dann fängt die Entdeckerfreude
womöglich erst richtig an! |
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