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Das südliche
Anhui wird vom Huang Shan ( Gelbes Gebirge )
überragt, eine
der sehenswertesten Gegenden Ostchinas. Wer
diese Gipfel bestiegen hat, so heisst es, wird
niemals wieder einen anderen Berg erklimmern
wollen. Und tatsächlich
eröffnet sich
dem Wanderer eine sagenhafte Landschaft: Mächtige
Gipfel und schroffe Felswände
steigen aus dichten Bambuswäldern
auf, knorrige Kiefern klammern sich an steinerne
Vorsprünge, und
wogender Nebel verleiht der Szenerie die nötige
mystische Aura. Bilder wie diese kommen einem
nicht von ungefähr
bekannt vor, hat die Landschaft des Huang Shan
doch einen unauslöschlichen
Einfluss auf die chinesische Kunst ausgeübt,
und auch heute noch trifft man auf allen Wegen
Maler, die sich in ihrer Wattejacken kuscheln
und ihre Arbeiten mit Schirmenwar dem
Nieselregen schützen
– manche verbringen hier oben gleich mehrere
Monate.
Die bei Kaisern und Kommunisten gleichermassen
beliebte Pilgerstätte
des Huang Shan gilt in China als heilig, und
jeder Chinese will den Berg zumindest einmal im
Leben erobern. Einsamkeit ist hier also nicht zu
erwarten, stattdessen schieben sich ganze
Menschenscharen über
die sorgfältig
gepflansterten Wege oder stauen sich vor den
drei Seilbahnstationen. All dasa erinnert auf
deprimierende Art an den Besuch in einem Vergnügungspark,
doch dann steht man plötzlich
vor einem riesigen Monolithen mit einer einsamen
Kiefer obendrauf oder sieht ein entfertes Waldstück,
dass völlig
isoliert auf einer felsigen Plattform wächst,
und versöhnt
sich mit seiner Umgebung, in der die Natur sich
immer wieder selbst in Szene zu setzen vermag. |
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