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Der Huang Shan erreicht nur knapp
über 1870 m,
doch wer sich die unendlich erscheinenden Stufen
hinaufquält,
bekommt ein völlig
anderes Höhengefühl.
Am einfachsten gestaltet sich der Aufstieg
über die
Östroute. Die
Strasse von Wenquan endet am Yungu Si Tempel
(Wolkenschlucht Tempel), wo eine Seilbahn ihre
Fahrgäste
in 20 Minuten zur Gipfelgegend am Bai’e Feng befördert.
Man kann den Bai’e Feng auch in weniger als drei
Stunden über
Treppen erreichen, aber das Blätterdach
des Waldes lässt
zumeist keine Ausblicke zu, und der Weg ist
voller Träger,
die beladen mit Wäsche,
Baumterialien und Müll
den Hang hinauf- und hinunterlaufen.
Einen angenehmen Kontrast kierzu bildet die
aussergewöhnliche
Landschaft der 15 km langen Westroute, die auf
einem anstrengenden Fussmarsch (6-8 Std) zu bewältigen
ist – auch hier kann man die Tour durch eine
Fahrt mit der Seilbahn verkürzen,
die zwischen dem Ausgangspunkt der Wanderung am
Ciguang Ge bis zum Banshan Si Tempel ( Tempel
auf Halber Berghöhe
– leider ein sehr irreführender
Name ), hinter dem es so richtig interessant
wird. Durch eine schmale, immer tiefere
Schlucht, deren Hänge
von Höhlen
durchzogen und mit Hamanelis, Azaleen und
Wildpflaumen bewachsen sind, geht es immer
steiler bergauf. Die Felsen haben gewaltige
Ausmasse, und ihre merkwürdigen
Formen lassen zumidest halbwegs vermuten, wie
ihre bizarren Namen zustande gekommen sind. Für
Menschen ohne Höhenangst
empfiehlt sich vom Banshan Si Tempel ein
anstrengender, einstündiger
Abstecher zum Tiandu Feng (Gipfel der
Himmlischen Hauptstadt), zu dem steile, in die
Felsen gehauene Stufen hinaufführen;
zur Belohnung bietet der Jiyu Bei, ein schmaler,
10 m langer Pfad oberhalb eines Steilhangs, die
spektakulärsten
Aussichten am Huang Shan.
Zurück auf dem
Hauptweg markiert der wunderschön
gelegene Yuping Lou (Pavillon des Jadevorhands)
ziemlich genau die Hälfte
der Wanderung. Die Vegetation wird nun spärlicher
und macht immer mehr kahlen Felsen Platz, an die
sich nur nocheinzelne, vom Wind zerzauste Bäume
klammern – berühmtestes
Beispiel ist die Yingke Song (Kiefer zur Begrüssung
der Gäste),
die auf unzähligen
Rollbildern, Fotos, Zigarettenpackungen und
Bieretiketten verewigt wurde. Immer weiter führen
die Stufen bis zu einem Pass, an dem noch mehr
sonderbar geformte Felsen aus dem Nebel
aufragen; wer den höchsten
Punkt des Huang Shan, den Lianhua Feng ( 1864
m), erklimmen möchte,
muss sich hier rechts halten.
Als Alternative empfielt sich eine
Übernachtung im
Xihai Hotel, von wo es nur noch ein kurzer
Aufstief zum Beginn der Gipfelrundwanderung am
Guangming Ding ( Gipfel des Strahlenden Lichts)
ist.
Gipfelrundwanderung
Unabhängig
von der Art des Aufstiegs – sei es
über eine der
Wanderouten oder per Seilbahn zum Bai’e Feng –
dauert die Rundwanderung um die Gipfel etwa drei
Stunden. Wendet man sich von der Endstation der
Seilbahn am Bai’e Feng gen Norden, so empfiehlt
sich die erste Rast dort, wo ein Abstecher zum
Shixin Feng führt.
Diese Gipfelgruppe bietet einen hervorragenden
Blick auf die Wälder
und Flüsse im
Flachland, Kaffernsegler drehen ihre Runden, und
aus den dahinziehenden Wolkenfetzen tauchen
immer wieder die Konturen von vereinzelten
Kiefern und Felsnadeln auf. Da sich die
Reisegruppen vorwiegend an den höher
gelegenen Gipfeln tummeln, kann man die
wunderbare Stimmung eher an den ruhigeren
unteren Treppenstufen geniessen.
Der Hauptweg führt
weiter zum komfortablen Beihai Hotel. Jeden
Morgen versammeln sich die Menschenmassen auf
der nahen Terrasse, um
über dem nördlichen
Wolkenmeer den Sonnenaufgang zu bestaunen, einer
der bewegendsten Anblicke am Berg. Doch auch
ohne Morgendämmerung
bietet sich von hier eine grandiose Aussicht,
sodass die Stelle den ganzen Tag
über gut
besucht ist. Geradeaus führt
ein Seitenweg zum gemütlichen
Shilin Dajiudian Hotel, wo die Gäste
sogar die China Daily bekommen. Nach weiteren 30
Minuten auf dem Hauptweg trifft man auf das gut
gelegene Xihuai Fandian Hotel, wie geschaffen,
um auf der Terrasse an einem Drink zu nippen, während
die Sonne nunmehr über
dem westlichen Wolkenmeer untergeht.
Etwa zehn Fussminuten hinter dem Xihai steht an
einer Wegkreuzung die preiswerteste Unterkunft
des Berges, das Paiyun Ting Hotel, von hier sind
es nur wenige Schritte bis zur Taiping
Seibahnstation, wo die Gondeln nach Songgu
abfahren. Der Hauptweg führt
weiter zum Paiyun Ting ( Pavillon zum Zerstreuen
der Wolken). Unterhalb davon wird an klaren Tage
eine tiefe Schlucht sichtbar, deren Wände
über und
über mit
Kiefern und Magnolien bewachsen sind. Ein nicht
mider schöner
Ausblick bietet sich ein Stück
weiter am einsamen Feilai Shi ( Herbeigeflogener
Felsen) – nach starkem Regen kann man von her
zahlreiche Wasserfälle
erkennen, die von den niedrigeren Gipfeln in die
Unendlichkeit hinabzustürzen
scheinen. Der Weg verläuft
nun über den
Kamm, passiert die Stufen der Westroute
(unterhalb eines Fernsehturms und einer
Wetterstation gelegen) und schlängelt
sich zurück zur
Seibahnstation am Bai’e Feng. |
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