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Als Hauptstadt von Shandong und Industriemetropole mit
drei Millionen Einwohnern ist Ji’nan nicht nur Handels-
und Verwaltungszentrum, sondern auch wichtigster
Verkehrsknotenpunkt der Provinz. Ein Tag lässt
sich in der Stadt ohne weiteres verbringen, doch die
Touristenattraktionen sind nicht der Rede wert, und auch
das Angebot an Hotels lässt
zu wünschen
übrig. In erster Linie
dient die Stadt als Zwischenaufenthalt auf dem Weg von
oder nach Qufu und Tai’an, die einige Stunden weiter südlich
liegen.
Wer Ji’nan heute durchstreift, ahnt nichts von der
glanzvollen Vergangenheit der Stadt. Auf ihrem Boden
befanden sich einst Chinas
älteste
Siedlungen überhaupt,
und in der Umgebung entdeckte Tonwaren konnten auf
über 4000 Jahre zurück
datiert werden. Die heutige Stadt stammt aus dem 4.
Jahrhundert
n. Chr., als Ji’nan noch militärischer
Aussenposten und Handelszentrum war. Ihre Ausdehnung
erfuhr sie während
der Ming Dynastie, als auch die Stadtmauer errichtet
wurde – diese ist zwischenzeitlich wieder verschwunden,
doch ihr ehemaliger Standort ist nach wie vor auf allen
Karten an den rundherum angelegten Wassergräben
zu erkennen. Die gegenwärtige
Gestaltung Ji’nans geht auf das Jahr 1898 zurück,
als die Deutschen sich das Recht verschafften, ein
Einsenbahnnetz in Shandong zu bauen. Dem Aussenhandel
öffnet sich die Stadt
im Jahre 1906, und die Industrialisierung unter den
Deutschen, Engländern
und Japanern ging zügig
voran.
Ji’nan hat frustrierende Ausmasse angenommen, und es
gibt kein wirkliches innerstädtisches
Einkaufsviertel. Die grössten
Einkaufsstrassen verlaufen unmittelbar südlich
des Daming Hu, und noch etwas weiter südlich
markiert der gewaltige rechteckige Quancheng Platz das
Zentrum der Stadt. Die westlich von hier gelegenen,
geordneten Blocks südlich
des Bahnhofs gehören zu
den
ältesten
der Stadt und versprühen
sogar einen Hauch von Atmosphäre,
die meisten Attraktionen sind allerdings am süüdlichen
Stadtrand zu finden.
Ji’nan besitzt eine Hand voll Sehenswürdigkeiten,
die sich sich ohne grossen Zeitaufwand erkunden lassen.
Der Park rund um den Daming Hu an der Strecke von Bus
Nr. 11 ab Bahnhof ist recht angenehm und bietet
malerische Gärten,
Pavillons und Brücken.
Die einst beeindruckenden Bäche
und Quellen, die die Gegend südlich
des Daming Hu begrenzten, haben durch
Umweltverschnutzung und Dürreprioden
ihre Pracht verloren und wirken heute wie trübe
Tümpel. Die berühmteste
der Quellen ist die Quelle des Schwarzen Tigers an der
Heihuquan Dong Road, die aus einer unterirdischen Höhle
durch einen Tiegerkopf hervorsprudelt. Die dortigen
Steinbecken sind ein beliebter Badeplatz. |
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