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In den Schwemmebenen am mittleren Abschnitt des Gelben
Flusses liegt 70 km östlich von Zhengzhou die einstige
Hauptstadt Kaifeng, deren Geschichte sich über 3000
Jahre zurückverfolgen lässt. Anders als andere alte
Hauptstädte der Gegend ist Kaifeng nicht zu einem
Industriemonster mutiert und hat eine angenehme
Kompaktheit bewahrt, so dass sich alle
Sehenswürdigkeiten auf ein überschaubares Gebiet
innerhalb der Stadtmauer konzentrieren.
In letzter Zeit ist Kaifeng mächtig herausgeputzt worden
und kann heute als blühende Stadt bezeichnet werden. Sie
ist nicht mehr das verschlafene Nest, das die Besucher
vlelleicht erwarten, sondern hat sich einer anhaltenden
Verschönerungskur unterzogen, um mehr Touristen
auzulocken. Die Schattenseite dieser Entwicklung ist
allerdings, dass Touristeneinrichtungen wie etwa
Themenparks entstehen, die zusamen mit dem Massenansturm
von Besuchern den Charme des Ortes zerstören könnten.
Doch zu den Vorteilen gehört, dass das Amt für
Öffentliche Sicherheit ( PSB ) gegenüber Ausländern eine
sehr entspannte Haltung einnimmt, ihnen keinerlei
Einschränkungen hinsichtlich ihrer Aufenthaltsorte
auferlegt und Visa ohne grosse Umstände verlängert. Ein
stimmungsvoller Nachtmarkt, ein paar Attraktionen wie
schöne Tempel und Pagoden und eine beschauliche
Atmosphäre dürften vor allem auf diejenigen anziehend
wirken, die der Grösse und Hektik der meisten
chinesischen Grossstädte überdrüssig sind.
Ihre Glanzzeit erlebte die Stadt unter der Nördlichen
Song Dynastie zwischen 960 und 1127. Schon um 1000 v.
Chr. Wurde der Ort als Shang-Stadt erwähnt, die mehreren
frühen Königreichen und kleineren Dynastien als
Hauptstadt gedient hatte, doch erst unter den Song wurde
sie zum politischen, wirtschaftlichen und kulturellen
Zentrum des Reiches. Dieses Goldene Zeitalter fand im
Jahre 1127 sein jähes Ende, als die Invasoren der Jurcen
in die Stadt einfielen, Paläste und Tempel plünderten
und alles Übrige niederbrannten. |
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