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Gestaltung und Symbolik
Entlang einer zentralen Achse befinden sich die
wichtigsten Gebäude und ein leicht erhöhter Weg, welcher
dem Kaiser und wichtigen Gästen vorbehalten war. Die
Gebäude sowie der Thron befinden sich ebenfalls auf
einer Plattform, sodass sich jeder stets unterwürfig
nähern musste.
Die gesamte Stadt ist von Symmetrie
beherrscht und stellte seit jeher das Zentrum Pekings
dar. Die Axialität Pekings ist heute noch erkennbar.

Kaiserpalast Peking
Die Zahlensymbolik im Palast ist beeindruckend:
Vielfache der wichtigsten und männlichsten Zahl 9
tauchen an jeder Stelle auf. So befinden sich zum
Beispiel an jeder Tür exakt 81 (9x9) Nägel und es gibt
9.999,5Räume, denn nur der Himmel selbst durfte nach
altem Glauben 10.000 Räume haben.
Zählen Sie die
Dachreiter und finden Sie das einzige Gebäude Chinas mit
9 Dachreitern!
Die beherrschende Farbe ist neben Rot das Gelb der
Dächer, welches für die kaiserliche Architektur
vorbehalten war. Des Weiteren lassen sich an jeder
Stelle verschiedene Symbole finden, am häufigsten
Drachen und Phönix, welche für Kaiser und Kaiserin
stehen.
Die Hallen wurden mit wohlklingenden,
harmonischen Namen bedacht, denn die Aufgabe des
Kaisers bestand in der Erhaltung der irdischen
Harmonie.
Geschichte
Nach der Verlegung der Hauptstadt von Nanjing nach
Peking begann Kaiser Yongle 1406 mit dem Bau des
Kaiserpalasts. Allein die Beschaffung der Baustoffe
soll 10 Jahre in Anspruch genommen haben, dennoch
wurde der Komplex bereits 1420 fertig gestellt.
Dies
lag sicher an den zeitweise über 1Mio. Arbeitern und
100.000 Künstlern, die dort beschäftigt waren. Trotz
einiger Erweiterungen und Umbauten hat sich der Bau
im Laufe der Jahrhunderte im Wesentlichen kaum
verändert.
Der letzte Kaiser Pu Yi lebte noch bis 1924 in der
Verbotenen Stadt, musste diese dann jedoch räumen
und seitdem ist es der einfachen Bevölkerung möglich,
das UNESCO Weltkulturerbe zu besichtigen. Insgesamt
haben 24 Kaiser die Annehmlichkeiten der Anlage
genießen können.
Gliederung
Das hierarchische Denken in der traditionellen
chinesischen Gesellschaft spiegelt sich in der
Architektur des Kaiserpalasts wieder.
Entlang der
Achse stehen die wichtigsten Gebäude, welche zum
hinteren Bereich hin an Bedeutung gewinnen. So sind
die persönlichsten Gemächer des Kaisers im
hintersten Bereich, zentral an der Achse gelegen.
Vorn befinden sich hingegen imposante
Repräsentationsbauten, an den Seiten Wohnbereiche
und Verwaltungsgebäude.
"Verbotene
Stadt"
Auf chinesisch wird die Anlage entweder als
"Gugong"
(wörtlich
Kaiserpalast), oder
"Zijincheng"
(wörtlich Purpurne
Verbotene Stadt), bezeichnet. Purpur bezieht sich
hierbei auf die wuchtigen roten Mauern, welche den
Kaiserpalast umgeben und jeden Eindringling
abwehrten.
Der Gebrauch des Wortes
"verboten"
rührt
von der Exklusivität der Anlage und dem Verbot für
die einfachen Bevölkerungsteile, den Komplex zu
betreten.
Im Palast konnten sich nur der Kaiser und die
höchsten Eunuchen frei bewegen. Die restlichen
Bediensteten durften nur stark eingeschränkt agieren
und die Frauen des Kaisers lebten in einzelnen
Wohnpalästen,
praktisch als Gefangene.
Besichtigung
Die meisten Besucher betreten den Palast von Süden
her und nähern sich damit den wichtigen Gebäuden wie
früher die Untergebenen dem Kaiser.
Ein Beginn am
Nordtor ist theoretisch jedoch auch möglich, zumal
man sich dann vom Kohlehügel gegenüber des Eingangs
bereits einen groben Überblick verschaffen kann. Von
dort lässt sich auch die klare Struktur sehr gut
erkennen.
Eine schnelle Besichtigung entlang der Hauptachse
dauert etwa 2h, man kann im Palast aber auch mehrere
Tage zubringen. Das verwinkelte Areal ist zwar nur
zur Hälfte zugänglich, bietet jedoch bereits jetzt
genug interessante Aspekte, die man auch als
Einzelreisender allein entdecken kann.
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