
Die Delegation der Constantin Vanotti Schule
Überlingen in Peking
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22 Schüler
und 3 Lehrer aus dem Constantin Vanotti Schule
am Bodensee hat im Rahmen
eines Schüleraustauschs
eine Rundreise durch China gemacht.
Einmal fremde
Kulturen vor Ort kennen lernen – das war die
Idee beim Austausch zwischen der
Constantin-Vanotti-Schule Überlingen und der
Tonglu High School in der Nähe von Shanghai.
War
zunächst nur eine Emailpartnerschaft zwischen
den beiden Schulen angedacht gewesen, machte
Herr Xiaolu Mao, der mehrere
Schulpartnerschaften zwischen Deutschland und
der Provinz
Zhejiang
koordiniert,
den Vorschlag eines direkten
Schüleraustausches. Da an der CVS neben dem
Unterrichtsfach Global Studies, bei dem die
Lernenden Näheres über fremde Kulturen und ihre
Gepflogenheiten erfahren, seit diesem Schuljahr
auch Chinesisch angeboten wird, ergab sich die
ideale Gelegenheit, theoretisches Wissen einmal
praktisch anwenden zu können.
Somit hoben Anfang
Mai 16 Schülerinnen und 6 Schüler der elften und
zwölften Klassenstufen ins Reich der Mitte ab
und verbrachten zwei Wochen in einer anderen
Welt. Begleitet wurde die Gruppe von Frau Simone
Dziedzitz, Lehrerin für Englisch und Global
Studies, der Sinologin Heike Stärk, und dem
Global-Studies-Lehrer Gerd Kraus. Nach einigen
Tagen in Shanghai traf die Gruppe in der für
chinesische Verhältnisse kleinen Stadt Tonglu
(400 000 Einwohner) ein, wo die Schülerinnen und
Schüler in den Familien der Partnerschüler von
der Tonglu High School untergebracht wurden. Die
Besonderheiten des chinesischen Schulsystems
fielen den deutschen Austauschpartnern schnell
auf – so waren der Unterrichtsbeginn um halb
sieben, die mit über sechzig Schülern gefüllten
Klassenzimmer, die Stunden am Samstag und das
Unterrichtsende zwischen neun und zehn Uhr
abends gewöhnungsbedürftig.
Für Josef Sandkühler
war das Überraschendste, „dass die Chinesen so
gut Basketball spielen und uns beim Match ein
paar Punkte geschenkt haben, damit wir unser
Gesicht nicht verlieren“. Der
Kaligrafieunterricht und der Scherenschnittkurs
rundeten die Einblicke in das chinesische
Bildungssystem ebenso ab wie die
Flaggenzeremonie, die besonders Leon Heimann
positiv im Gedächtnis geblieben ist: „Vor über
3000 chinesischen Schülern und Lehrern zu stehen
und eine kurze Ansprache zu halten, wird mir
wohl so schnell auch nicht mehr passieren.“ Dass
er wie viele andere zu wahren Fotomodels
herhalten mussten, lag wohl in der optischen
Besonderheit, die die deutsche Gruppe in Tonglu
darstellte: Fernab der typischen Touristenrouten
stellte der Aufenthalt der Überlinger Schüler
ein regionales Ereignis dar, das im Radio und
Lokalfernsehen angekündigt wurde. Somit war es
auch nicht weiter verwunderlich, dass man, wie
Cornelius Veithen bemerkt, „ständig auf der
Straße für ein Foto herhalten und in die Kamera
grinsen musste.“
Gerade das chinesische Essen hat es Anna Stähle
und Melanie Becker besonders angetan: „Die
chinesischen Gastfamilien haben sich besondere
Mühe gegeben, uns die regionalen Spezialitäten
näher zubringen – nur bei den Schildkröten und
lebenden Krebsen, die uns vom Teller angeschaut
haben, sehnten wir uns nach der heimischen Küche
zurück.“
Überall gab man sich größte Mühe, uns den
Aufenthalt angenehm –und teilweise „typisch
europäisch“ - zu machen, auch wenn Nathalie
Weber und Lisa Knaus es etwas befremdlich
fanden, „dass wir unsere Marmelade mit Stäbchen
auf das Toastbrot verstreichen mussten“. Alle
Schülerinnen und Schüler der
Constantin-Vanotti-Schule nehmen wie ihre Lehrer
einen überaus positiven Eindruck vom Besuch in
China mit nach Hause, der teilweise Gehörtes
bestätigte, teilweise aber auch Vorurteile
beseitigen konnte. Auf den Gegenbesuch einer
Gruppe von der Tonglu-High-Scholl im Juli 2009
freuen sich auf jeden Fall alle Beteiligten und
hoffen, ihren Austauschpartnern in Überlingen
ebenso tolle Erlebnisse bieten zu können.
Neben einem Zuschuss vom Pädagogischen
Austauschdienst ermöglichte die Josef Wagner
Stiftung einer Schülerin die Mitfahrt -
zahlreiche Einzelspenden wie vom Lions Club
Überlingen, Herrn Markus Neundorf, Herrn Dr.
Schönherr, Herrn Johannes Senner, Herrn Dr.
Lemcke-Schäfer und der Sparkasse
Salem-Heiligenberg halfen, den doch sehr hohen
Flug- und Unkostenbeitrag etwas abzufedern.
Gerd Kraus |