|
|
Macaus
älterer
Teil erstreckt sich um den Largo do Senado, einen
grossen kopfsteigepflasterten Platz nördlich
der Avenida Almeida Ribeiro, dessen stuckverzierte, von
Kolonnaden durchbrochene Gebäude
eindeutig europäische
Einflüsse tragen. An
der Südseite des Largo
do Senado steht auf der anderen Seite der Avenida
Ribeira der Leal Senado, der den Platz
überblickt und als schönste
portugiesisches Bauwerk der stadt gilt. Die Wände
des Innenhofs sind mit wundervollen blauweissen
portugiesischen Wandkacheln geschmückt,
während
sich treppauf die reich verzierte Senatskammer befindet,
die noch heute von der Stadtregierung genutzt wird. Im
späten
16. Jahrhundert versammelte sich hier die gesamte Bürgerschaft
der Kolonie, um wichtige Angelegenheiten zu debattieren.
Den Titel Loyaler Senat verdienten sich die Macanesen zu
einer Zeit, als die Spanier den portugiesischen Thron
besetzt hielten und Macau die letzte verbliebene Bastion
der königstreuen
Loyalisten war. Neben der Senatskammer befindet sich die
mit Holzschnitzereien versehene
öffentliche Bibliothek,
eine Fundgrube für
historische Bücher aus
dem 15. und 16. Jahrhundert, die noch immer in den Regalen
stehen. Besucher sind willkommen und dürfen
sich umsehen.
Am nördlichen Ende des
Largo do Senado erhebt sich die honig- und cremefarbene
barocke Kirche Igreja de Sao Domingos aus dem 17.
Jahrhundert
Nebenan befindet sich Macaus Religionsmuseum, eine wahre
Schatzkammer sakraler Kunst unter einem eindrucksvollen
Holzdach. Ein Stück
weiter entlang der schmalen, kopfsteigepflasterten
Strasse findet man sich schon bald umgeben von Läden,
die Reproduktionen antiker Möbel
verkaufen, und von Macaus berühmten
pastelaria. Die Gasse öffnet
sich schliesslich zu einer breiten Treppenflucht, die
zur reich ornamentierten Fassade der ehemaligen
Kathedrale Sao Paulo führt,
Macaus berühmtestem
Wahrzeichen. Die ursprüngliche
Kirche wurde 1602 erbaut und galt einst als
grossartigstes Monument der Christenheit in Ostasien.
1835 liess ein verheerendes Feuer nur noch die Fassade
stehen. Die ehemalige Krypta und das Kirchenschiff sind
zu einem kleinen Museum umgestaltet worden, das die
Geschichte der Kirche dokumentiert und die sterblichen
Überreste der Anhänger
des heiligen Franz Xaver beherbergt. Neben der Kirche
ist ein kleiner Tempel zu Ehren des Kindgottes Raja in
die Stadtmauer eingelassen.
Über
dem Herzen der Altstadt thront ein beieindruckendes
Bauwerk aus dem frühen
17. Jahrhundert, die 1618 errichtete Festung Fortaleza do Monte.
Bei einem Spaziergang über
die alten Schutwälle
bieten sich grossartige Ausblicke auf die Stadt. Die
imponierende Bastion kam allerdings nur zu einem
einzigen militärischen
Einsatz, nämlich
als 1622 die Holländer
erfolgreich zurückgeschlagen
wurden, wobei den Portugiesen per Kanonenkugel ein Glückstreffer
mitten ins Pulvermagazin der Holländer
gelang.
Hier befindet sich auch der Eingang zum Museo de Macau
mit einer hervorragenden Ausstellung
über Traditionen,
Kultur, Sitten und Gebräuche
der Enklave. Zu den Höhepunkten
zählen
die Videovorführungen,
einheimische Kunst- und Kunsthandwerksobjekte sowie eine
nachgebaute Strasse des alten Macau, die durch
Soundeffekte wie Händlergeschrei
eine authentische Atmosphäre
von anno dazumal vermittelt.
Wenige hundert Meter nordwestlich von Sao Paulo windet
sich die Rua de Santo Antonio zu einem kleinen Platz
hinauf. An seiner Nordseite liegt der Jardim Luis de
Camoes, eine entzückende,
schattige Grünanlage
mit grossen Bäumen,
die bei den Einheimischen sehr beliebt ist, liegt. Im
Park befindet sich eine Grotte zu Ehren von Luis Vaz de
Camos, dem grossen portugiesischen Dichter aus dem 16.
Jahrhundert, der in Macau mehrere Jahre seines Lebens in
Verbannung verbracht haben soll.
Direkt östlich des
Platzes befindet sich das eingentliche Juwel, der alte
protestantische Friedhof, auf dem alle
nicht-katholischen Händler,
Seeleute und Abeuteurer begraben liegen, die in Macau
das Zeitliche segneten. Die Grabsteine wurden
restauriert und sind einigermassen lesbar. Es sind die
letzten Zeugnisse der hauptsächlich
aus Grossbritannien, Amerika und Deutschland stammenden
Menschen, die im frühen
19. Jahrhundert fern der Heimat starben. |
|