|
Hubei ist das landwirtschaftliche und
geografische Zentrum von Han-China,
charakterisiert durch ein mildes Klima und
grosse Wasservorkommen. Bis 280 v.Chr. lag
hier der unabhängige Staat Chu, dessen hoch
entwickelte Brozeverarbeitung Archäologen
immer wieder in Erstaunen versetzt. Der
Ostteil der Provinz – der von den
Niederungen der Jianghan Ebene dominiert und
von Wasserläufen durchzogen wird, die den
Yangtze und den Han speisen – hat sich in
den vergangenen 500 Jahren zu einem intensiv
bebahuten Laybrinth von Reisfeldern
entwickelt, das (traditionsgemäss) reich
genug wäre, um den ganzen Landesbedarf zu
decken. In der jüngeren Vergangeheit
wandelte sich Hubei dank seiner zentralen
Lage und seiner guten Verkehrsanbindungen in
benachbarte Regionen zur ersten nachhaltig
industrialisierten Provinz des chinesischen
Binnenlands. Und nach der Fertigstellung des
gewaltigen Drei Schluchten Staudamms
stromaufwärts von Yichang werden der
Automobilbau – der mithilfe ausländischer
Investitionen bereits in Schwung gekommen
ist – sowie die schon lange bestehende
Hüttenindustrie einen beträchtlichen Teil
des Einkommens für Zentralchina
erwirtschaften.
Als „Tor zu Neun Provinzen“ war das von
Bergen umgebene Hubei, genau in der Mitte
zwischen Shanghai und Chongqing am Yangzi
gelegen, schon immer von grosser
strategischer Bedeutung, und aufrührerische
Ideen konnten mühelos auf den Rest des
Landes überspringen. Die von der Hauptstadt
Wuhan stromaufwärts gelegenen
Zentralregionen waren ein wichtiger
Schauplatz in der Geschichte der Drei
Reiche. Wuhan kann nicht nur grosse
wirtschaftliche Erfolge für sich verbuchen,
sondern spielte auch eine Schlüsselrolle in
Chinas Revolutionen des beginnenden 20. Jhs.
In den westlichen Gebirgsketten an der
Grenze zu Sichuan liegen der heilige
Wudangshan, berühmt für seine vielen
daoistischen Tempel und
Kampfkunstweisheiten, sowie das abgelegene
und wenig besuchte Shennongjia
Waldschutzgebiet, in dem Chinas Yeti leben
soll.
|