Zhejiang, eine der kleinsten
und zugleich reichsten Provinzen Chinas,
besteht aus zwei recht unterschiedlichen
Regionen.
Der Norden teilt Klima,
Geografie, Geschichte und den Kaiserkanal
mit der Nachbarprovinz Jiangsu. In den
fruchtbaren, von zahllosen Wasserwegen
durchzogenen Ebenen wird extensive
Landwirtschaft betrieben. Die Sommer sind
heiss und die Winter kalt. Der im
Landesinnern gebirgige und dünn
besiedelte, an der Küste
üppig grüne
und subtropische Süden
hingegen besitzt mehr Gemeinsamkeiten mit
der Provinz Fujian.
Jüngste
Ausgrabungen erbrachten den Nachweis, dass
es im Yangzi Delta entgegen bisherigen
Vermutungen steinzeitliche Siedlungen gab,
die ebenso alt wie diejenigen im Huanghe
Becken sind. Bereits vor 7000 Jahren, als
noch Nashörner
und Elefanten das Land durchstreiften, gab
es in der Shaoxing – Ningbo Ebene bei Hemudu
sesshafte Bauern, die Reis anbauten und in
planvoll errichteten, zweigeschossigen Häusern
lebten. Jahrtausendelang blieb die Region
ebenso wohlhabend wie provinziell, denn
politisch stand sie stets im Schatten des
bevölkerungsreicheren
Beckens des Huanghe im Norden Chinas. Mit
der Verlagerung der wirtschaftlichen
Interessen nach Süden
jedoch setzte ein allmählicher
Aufschwung ein. Der Kaiserkanal wurde
gebaut, und im 12. Jahrhundert zog der Kaiserhof der
Song Dynastie nach Süden
und richtete seine Hauptstadt in Hangzhou
ein. Mehr als zwei Jahrhunderte ging von
Zhejiangs Norden eine beispiellose Macht
aus, die erst zu Ende ging, als die
Hauptstadt wieder nach Peking verlegt wurde.
Die Mehrzahl der Touristenziele liegt im
Norden. Eine der grünsten
und attraktivsten Städte
Chinas ist Hangzhou, ehemals mächtige
Hauptstadt am Endpunkt des Kaiserkanals und
bis heute ein Zentrum für
Seide, Tee und Papierherstellung. Besonders
berühmt ist
der Westsee, an dem einst schon Kaiser
Erholung suchten. Das nahe Shaoxing, eine
scharmante, von Kanälen
durchzogene Stadt, lädt
zu Erkundungstouren der schönen
Umgebung mit dem Boot ein, während
Ningbo, das als Industriehafen längst
von Shanghai in den Hintergrund gedrängt
worden ist, heute vornehmlich als
Sprungbrett zur vorgelagerten buddhistischen
Insel Putuo Shan dient. Die Insel, auf der
es mehr Tempel als Autos gibt, ist so
erholsam, grün
und friedvoll wie kaum ein anderer Ort in
Ostchina. |