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Qingdaos Strände
mit ihrem feinen weissen Sand sind vom frühen
Morgen, wenn die Freunde des TaijiQuan und die
Strandgutsammler überwiegen, bis spät
in den Abend recht belebt, wenn die Urlauber die Bars
und Cafes am Strand und die Promenade bevölkern
oder vor dem Hintergrund Japanischer Schwarzkiefern
einfach nur dasitzen und auf das Meer blicken. Abseits
der Nanhai Road befindet sich der mit 580 m längste
und beste Strand Nr. 1 der von Wolkenkratzen auf der
einen und roten Ziegeldachern auf der anderen Seite gesäumt
wird. Zur Hauptsaison tobt hier das Leben und wimmelt es
von Eisverkäufern,
Souvenirständen
sowie Unmengen von Fotografen. Glücklicherweise
hat hier nicht wie in Beidahe, dem anderen nördlichen
Seebad, der Kitsch die Oberhand gewonnen. Der ganze
Strandbereich mit seinen seltsamen, wasserballähnlichen
Umkleidekabinen, Duschen, bunten Sonnenschirmen sowie
mit Bojen gekennzeichneten und durch Hainetze
gesicherten Badezonen ist gut organisiert. Das Wasser
erinnert allerdings eher an chinesische Suppe – trübe
und warm, mit darin schwimmenden, undefinierbaren Dingen
– Baden ist also nicht empfohlen. Wer sich einfach nur
am Strand niederlässt,
bleibt meist nicht lange allein, denn viele Leute hier möchten
ihr Englisch ausprobieren.
Wem Strand Nr. 1 zu überlaufen
ist, der wende sich gen Osten zu den versteckteren Stränden
Nr. 2 und 3. Diese sind etwas ruhiger und vor allem bei
älteren
Sanatoriumsgästen
beliebt.
Am meisten los ist am etwas unlogisch bezeichneten
Strand Nr. 6 am unteren Ende der Zhong Shan Road. Neben
guten Bademöglichkeiten
gibt es hier auch viele Geschäfte,
die zum Bummeln und Flanieren einladen.
Oberhalb der Strände
führt die Promenade
entlang, die sich vom westlichen Ende der Halbinsel bis
zum Strand Nr. 1 erstreckt. Zuversichtliche Angler mit
ihren Ruten Sitzen an dem Abschnitt der Tuandao Bucht.
Unmittelbar östlich des
Strandes Nr. 6 liegt die Zhanqiao Mole, das Wahrzeichen
der Stadt, mit dem achteckigen Huilan Ge ( Pavillon der
zurückhehrenden Wogen )
an ihrem Ende, in dem kleine Kunsthandwerksausstellungen
gezeigt werden. Der Abschnitt oberhalb des Strands Nr. 6
wird von zahllosen kleinen Ständen
gesäumt,
die knallbunte Badekleidung und billige Souvenirs
verkaufen. Abends verwandelt sich die Gegend in eine
lebendige, übervölkerte
Flaniermeile mit Freilichtkino an der Taiping Road,
allerdings ist der Bummel mit Blick aufs Meer nicht ganz
ungetrübt –
einfallsreiche chinesische Werbefirmen fanden einen Weg,
selbst den Ozean als Werbefläche
zu nutzen, indem sie in einiger Entfernnung
Neonschriftzeichen auf Pfählen
in den Meeresboden gerammt haben.
Östlich
der Mole liegen am Marinemuseum ein ausrangiertes U-Boot
und ein Zerstörer im
Wasser. Kamera sind am Ticketschalter zurückzulassen,
was etwas übertrieben
erscheint, da es sich bei beiden Ausstellungsstücken
praktisch um Antiquitäten
handelt. Der Zerstörer
ist klein und verrostet und zeigt Furcht erregende
Waffen. Der U-Boot ist weitaus interessanter und eher
einen Besuch wert. Die Abfolge enger, dunkler Räume
mit ihren Unmengen von klobigen alten Ventilen, Wählscheiben,
Hebeln und Knöpfen, die
zum Grossteil russisch gekennzeichnet sind, lohnt den
Besuch und eine genaue Betrachtung.
Neben dem U-Boot steht ein Militärflugzeug
zur Besichtigung, sonst bietet sich von hier auch ein
Spaziergang über die
Sandbank zur Insel Xiaoqingdao an. Dort gibt es einen
netten kleinen Park, Cafes mit schöner
Aussicht und eine erstaunlich laszive Statue einer Geige
spielenden Seenymphe. Am höchsten
Punkt steht ein weisser Leuchtturm.
Hinter der Biegung liegt auf dem weg zum Strand Nr. 1
der Lu Xun Park mit grünen
Kiefern und Zypressen, schmalen, verschlungenen Wegen,
Pavillons sowie Bänken
und Tischen. Der Park wimmelt zumeist von Paaren, die
dem scheinbar beliebtesten Hobby gut betuchter
chinesischer Touristen nachgehen – dem Fotografieren des
Ehepartners. Im Park befindet sich das etwas sonderbar
benannte Museum für
Meeresprodukte, das aus einem schlossähnlichen
Aquarium und einer zweistöckigen
Ausstellungshalle besteht, zwischen denen ein
Robbenteich angelegt wurde. Seine Gründung
im Jahre 1932 macht es zum
ältesten
Aquarium in ganz China, obwohl es für
das westliche Auge doch recht unspektalulär
ist – die vielen in den Becken schwimmenden exotischen
Meeresbewohner lassen es wie ein durchschnittliches
chinesisches Restaurant erscheinen.
In Richtung Osten werden die Gebäude
zunehmend prächtiger
und exklusiver. Hinter dem Huiquan Dynasty Hotel liegt
das Badaguan Areal, ein Erholungsgebiet mit Sanatorien
und noblen Gästehäusern
inmitten von Bäumen.
Die Gegend ist sehr schön
und strahlt ein gewisses Vorstandflair aus, und jede
Strasse ist mit anderen Bäumen
oder Blumen bewachsen – so stehen z.B Pfirsichbäume
an der Shaoguan Road und Holzapfelbäume
an der Ningwuguan Road. Im Gegensatz zu den meisten
alten Gärten
in Qingdao werden die Pflanze hier bestens gepflegt. Am
östlichen Ende von
Strand Nr. 2 steht die Ehemalige Residenz des deutschen
Gouverneurs, ein grosses Schloss mit Meerblick. |
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