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Umgebung von Qingdao
  Das gebiet des Lao Shan umfasst 400 km2 zerklüfteter Küstenlandschaft, liegt 40 km östlich von Qingdao und ist somit als bequemer Tagesausflug von dort zu erreichen. Minibusse sowie die öffentlichen Busse fahren regelmässig vom Bahnhof bis zum Fusse des Lao Shan und von dort wieder zurück nach Qingdao – die Minibusse halten zudem überall an den drei Strassen in dem Gebiet. Andere Minibusse wiederum verkehren zwischen den Tempeln und dem Berg, sodass sich die Pendelei zwischen den sehenswerten Landschaften recht einfach gestaltet. Eine Karte von der Gegend findet man in jedem Stadtplan und sollte auf einer solchen Tour keinesfals fehlen.
Das Gebiet l
ädt zu interessanten Streifzügen ein – überall gibt es Höhlen, Quellen und Wasserfälle inmitten der ausgesprochen schön Landschaft, und mit etwas Mühe kann man den Besuchermassen und Ramschverkäufern entfliehen. Hier kommt auch das berühmte Lao Shan Mineralwasser her, das dem Tsingtao Bier seinen Geschmack gibt. Aus dem Jiushui Tal im Nordosten des Bergs gewonnen, gehört es zu den wenigen chinesischen Mineralwasser, die nicht nach Schwimmbad schmecken. Während der Tang Dynastie gab es hier 72 daoistische Tempel, doch inzwischen haben der Zahn der Zeit, die Vernachlässigung und die Kulturrevolution die meisten in Ruinen verwandelt.
An klaren Tagen ist die Fahrt von Qingdao auf der Küstenstrasse, die sich beinahe ein wenig gef
ährlich an den Klippen entlangwindet, geradezu überwältigend. Unterwegs führt sie am Versteinerten Alten Mann vorbei, einem 10 m hohen Felsen, der unweit des Strandes aus dem Meer aufragt. Der Legende nach wurde vor langer Zeit ein schönes Mädchen aus der Gegend namens Mudan von Longwang, dem König des Ostmeeres, entführt. Ihr verzweifelter Vater soll daraufhin so lange am Meer gestanden und nach seiner Tochter Ausschau gehalten haben, bis er schliesslich zu Stein wurde.
Jahrhundertelang hat die Landschaft um den Lao Shan Schriftsteller inspiriert und edle Graffiti in Form von in die Felsen eingravierten Gedichten und weisen Gedanken hinterlassen. Auch einige grosse und unverwechselbare, seltsam geformte Granitfelsen sind zu sehen, die nach ihrer oft schwachen
Ähnlichkeit mit Tieren oder Personen banannt worden sind. Ihre Gestalt ist durchaus interessant, doch ist hier einige Fantasie gefragt – oder Tsingtao Red-, um die Andeutungen zu verstehen.
In der N
ähe des Dorfes Lao Shan wird Zutritt zum Berg erhoben. Dort bieten sich drei Strassen an, die alle mit graniosen Aussichten locken. Die südliche Strasse passiert den Taiqing Gong, die Ming Xia Höhle und den Longtan Wasserfall, die östliche Route führt zum Taiping Gong, und die mittlere verläuft in südöstlicher Richtung bis in ein Dorf am Fusse des Lao Shan. Von dort führt ein Weg aus Steinstufen bis hoch zum Gipfel und dann auf einer Strecke auf der anderen seite wieder hinunter. Er wurde vor 100 Jahren von der einfallsreichen deutschen Lao Shan Gesellschaft angelegt, um ihren landsleute die Gebirgskletterei zu erleichtern. Der Weg verläuft an Schluchten, Wäldern, Bächen und Teichen entlang, und der Aufstieg nimmt etwa zwei Stunden in Anspruch. Auf halber Strecke befindet sich ein Tempel, wo Obst und Tee zur Stärkung für die letzte Etappe angeboten werden. Am 1133 m über dem Meeresspiegel liegenden Gipfel beherbergt eine Tempelruine heute eine Wetterstation. Der Blick ist sehr schön und gewinnt beim Abstieg auf der Alternativroute zurück zum Dorf nach an Reiz.
Andere landschaftliche Schmuckstücke haben einen religiösen Berg. Auf dem Naloyan Shan, 2 km nordöstlich des Lao Shan, soll in einer Höhle der Naloyan Buddha meditiert haben, und an der Küste nördlich davon war die Baiyun Höhle einst Heimat des bereuhmten Mönchs Tian Baiyun. Seitdem gilt sie als viel versrechender Ort zur Meditation. Die 3 km weiter südlich, an den H
ängen des Kunyu Shan gelegene Mingxia Höhle ist von dem berühmten Daoisten Qiu Changchun beschrieben worden. In der Höhle befinden sich Steine, die die Strahlen der Morgensonne reflektieren, und die ebene Fläche davor ist ein bevorzugter Aussichtspunkt zur betrachtung der Sonnenuntergänge.
Lohnenswert ist auf jeden Fall der Taiqing Gong südlich des Lao Shan, ein an der Küste unweit der Bootsanlegestelle gelegener Tempel. Er ist der
älteste und prächtigste der hiesigen Tempel und umfasst drei Hallen inmitten einer bezaubernden Landschaft. Vor der ersten Halle stehen zwei Kamelien, über die Pu Songling eine Geschichte geschrieben hat. Es ist ein fotogener, grüner Ort mit einigen seltenen Blumen und Bäumen wie Hanbai –Paläo- Zypressen, die in der Han Zeit gepflanzt worden sind, sowie Tangyu Ulmen aus der Tang Dynastie. Neun Tempel gibt es in der Umgebung noch, die zwar kleiner sind, aber dafür eine stille und friedfertige Atmosphäre verströmen.
 

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