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11 km südwestlich von
Shaoxing liegt Lanting (Orchideenpavillon), benannt nach
König Goujian aus dem
Reiche Yue, der dort vor nahezu 3000 Jahren eine
Orchidee pflanzte. Im 4. Jahrhundert soll hier der Poet
und Kalligraf Wang Xizhi seine Anthologie des Orchideen
pavillons zusammengestellt haben, die noch heute zu den
Meisterwerken der chinesischen Dichtkunst zählt
und auf eine schöne
Geschichte zurückblickt:
Wang gab ein Fest für
41 Freunde und alle miteinander sassen sie an einem
Bach, auf dem sie mit Wein gefüllte
Tassen treiben liessen – sobald eine Tasse am Ufer hängen
blieb, musste derjenige, der ihr am nächsten
sass, sie entweder austrinken oder ersatzweise ein
Gedicht verfassen. Später
stellte Wang daraus die Anthologie zusammen. Der
Orchideenpavillon hat heute den Stellenwert eines
Schreins, der all jenen Chinesen heilig ist, die eine
enge Beziehung zu Kalligrafie und Dichtung besitzen. In
Wangs Ahnenschrein, der auf einer kleinen Insel in einem
See thront, kann man Künstlern
und Kalligrafen bei der Arbeit zuschauen. |
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