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Die chinesische Sprache mit ihrer scheinbar unendlichen
Menge an Schriftzeichen ist vielen Eurpäern rätselhaft
und auch die Ausprache ist für die meisten fremden Ohren
ungewohnt. Wenn Sie ein bisschen mehr erfahren wollen,
werden Sie hier vielleicht feststellen, dass zwar vieles
anders aber nicht unbedingt alles schwieriger ist als
bei europäischen Sprachen.
Sprache
Die chinesische Sprache setzt sich aus einer Vielzahl von
Dialekten zusammen; was für die chineische Küche gilt,
kann hier ebenso angewandt werden: die Vielfalt und
Unterschiedlichkeit der Dialekte ist ebenso groß wie das
Land riesig und seine Bevölkerung hoch. Es ist also
durchaus möglich das zwei Chinesen aus unterschiedlichen
Landesteilen sich kaum verständigen können.|
Allgemein
Ein hoher Anteil des chinesischen Wortschatzes ist heute
zwei – und dreisilbig. Es gibt rund 400 verschiedene
Silben aus denen sich die Wörter zusammensetzen.
Dialekte
Es gitbt rund 50 Hauptdialekte und zahllose weitere
Unterdialekte. Die Unterschiede bestehen insbesondere in
der Aussprache, in der Bedeutung der Vokabeln sowie in
der Grösse des Wortschatzes.
Standardchinesisch
Um das Problem der zahllosen Dialekte in den Griff
zu bekommen, wurde 1955 eine offizielle Einheitssprache
ernannt, das sogenannte Putonghua. Das Putonghua basiert
auf dem Peking Dialekt und wird inzwischen an allen
Schulen gelehrt. Man bemüht sich also darum eine
verbindliche Hochsprache zu schaffen. Dennoch existieren
die zahlreichen Dialekte weiter und man kann sich nicht
darauf verlassen, dass jeder Chinese in der Lage oder
aber auch willens ist Putonghua zu sprechen.
4 Töne
Das Putonghua verfügt über vier verschiedene Töne.
Diese stellen zusammen mit den Schriftzeichen die größte
Herausforderung an jeden, der Chinesisch lernen will.
Die Töne sind nicht einfach zu beschreiben, man muss sie
gehört haben und selbst dann fällt es meist schwer sie
zu unterscheiden oder gar selber zu sprechen.
Grundsätzlich kann man sagen, dass der Verlauf der
Tonhöhe von Bedeutung ist. Der 1. Ton ist gleichbleibend,
der 2. steigend, der 3. erst fallend und dann steigend
und der 4. fallend. Das heißt jede Silbe wird in einer
bestimmten Bedeutung in einem bestimmten Ton
ausgesprochen und manche sind sogar unbetont. Spricht
man die Silbe in einem anderen Ton, so kann dies die
Bedeutung des Wortes und auch des ganzen Satzes
verändern. Aber in der Regel wird man dennoch verstanden.
Grammatik
Die chinesische Grammatik unterscheidet sich von der
europäischer Sprachen hauptsächlich auf eine Weise: sie
ist wesentlich einfacher! Es gibt weder Deklinationen
noch Konjugationen, unterschieldiche Zeiten werden in
erster Linie durch Markierungswörter wie heute oder
gestern verdeutlicht.
Doch die chinesische Grammatik bietet auch so einiges,
was uns völlig fremd ist. So gibt es zum Beispiel so
genannte Zähleinheitswörter.
Bestimmten Gruppen von
Nomen werden bestimmte Zählwörter zugeordnet, die immer
dann benutzt werden müssen, wenn man die Menge angeben
will. So hat zum Beispiel vieles was mit Elektronik zu
tun hat, das Zählwort tai.
Schrift
Das Erlernen der insgesamt ca. 50.000 verschiedenen Zeichen
ist die größte Hürde für jeden Chinesichlernenden. Und
auch wer einfach nur China bereisen will, wird sich in
vielen Städten durch einen Dschungel an Zeichen kämpfen
müssen.
Allgemein: Die chinesische Schrift ist eine
Begriffsschrift. Es gibt also kein Alphabet wie im
Deutschen, denn ein einzelnes Zeichen oder eine
Kombination aus Zeichen gibt bereits einen Begriff
wieder und umgekehrt gibt es für jedes Wort ein
einzelnes oder mehrere zusammengesetzte Schriftzeichen.
Geschichte
Die chinesische Schrift ist mit ihrer
viertausendjährigen Geschichte die älteste Schrift der
Welt, die heute noch verwendet wird, auch wenn sie
seitdem bereits viele Veränderungen durchlaufen hat.
Ursprünglich beruhte die Schrift auf Bildsymbolen, die
uns heute noch in Form der sogenannten Orakelknochen
erhalten sind. Diese Symbole waren tatsächlich
vereinfachte Skizzen von z. B. Tieren oder Menschen.
Jedes Zeichen stand also für ein Wort und hatte auch nur
eine Silbe. Später wurden bereits zwei Zeichen
kombiniert um komplexere Begriffe darzustellen. Als auch
dies nicht mehr genügte begann man zwei Zeichen so zu
kombinieren, dass man eines in seiner Bedeutung, das
andere als Lautwert verwendete. Neun Zehntel der
chinesischen Schriftzeichen entsprechen diesem Muster.
Die Verbreitung der Schriftzeichen in ganz China war
eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass eine
kulturelle Einheit entstehen konnte. Denn erst das
Schriftzeichen erlaubte ein nebeneinander von
verschiedenen Dialekten. Es wurde zwar je nach
Sprachlandschaft unterschiedlich ausgesprochen, seine
Bedeutung jedoch war überall die gleiche.
Über Jahrtausende war die klassische chinesische
Schriftsprache, die sehr schwer zu erelernen war, jedoch
die einzige derart einheitliche Schrift, die somit in
erster Linie der Elite zugänglich war.
Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann man Versuche
diese Schrift zu vereinfachen und somit allen zugänglich
zu machen. In den 50er Jahren wurde dann schliesslich
eine Schriftreform in der Volksrepublik durchgeführt.
Die Zeichen wurden vereinfacht und zusätzlich schuf man
eine neue auf dem lateinischen Alphabet basierende
Umschrift, das Pinyin. Diese Umschrift ist zwar offziell
anerkannt und wird auch von den meisten Ausländern
benutzt, sie kann jedoch die Schriftzeichen nicht
ersetzten. Bei der Schriftreform bleibt außerdem zu
beachten, dass sie nur für die Volksrepublik China gilt.
Auslandschinesen und auch Chinesen in Hongkong, Macao
und Taiwan benutzen weiterhin die klassischen
chinesischen Zeichen.
Aufbau der Schriftzeichen
Eine grobe Einteilung der Zeichen ist anhand der
sogennanten Radikale möglich. Die ca. 200 Radikale sind
das, was man als Grundbausteine der chinesischen Schrift
bezeichnen könnte. Jeder Radikal hat eine ursprüngliche
Bedeutung und kann mit dieser bereits einen Hinweis auf
die Bedeutung des gesamten Schriftzeichens geben, das in
der Regel aus mehr als nur Radikal besteht. So
beinhaltet zum Beispiel jedes Zeichen, das im
Entferntesten etwas mit Sprache zu tun hat, das Radikal
für Sprache.
Des weiteren verfügen die meisten Schriftzeichen
zusätzlich über Phoneme. Diese geben keinen Hinweis auf
die Bedeutung sondern auf die Aussprache des Zeichens.
Allerdings können Phonem und Radikal in einem
Schrifzeichen beliebig angeordent sein und sind somit
für jemanden der das Zeichen nicht kennt, nicht sofort
zu unterscheiden.
Chinesische Wörterbücher
Wer sich vorgenommen hat, sich während seiner Reise mit
der chinesischen Schrift etwas vertraut zu machen wird
bereits bei Wörterbüchern auf seine Grenzen stoßen. Ein
chinesisches Zeichen nachzuschlagen ist weitaus schwerer,
als man vermuten mag.
Man muss enteweder die genaue Aussprache kennen, das
heißt man muss nicht nur wissen, wie das Pinyin
geschrieben wird, sondern auch den Ton kennen. Denn die
meisten nach Pinyin geordneten Wörterbücher ordnen die
Silben noch einmal nach Tönen, wer also den Ton nicht
kennt mag sich ersteinmal einen Weg durch die Silben
suchen. Fragen Sie also lieber direkt einen
Muttersprachler nach dem Ton.
Oder aber man hat gar nur ein nach Radikalen geordnetes
Wörterbuch zur Verfügung. In diesem Fall wird es für
jeden, der nicht zumindest ein wenig mit der
Schriftsprache vertraut ist, nahezu unmöglich ein
Zeichen zu finden. Denn hier gilt es zunächst das
Radikal zu identifizieren und dann die restliche
Strichzahl zu bestimmen um das Zeichen zu finden.
Kalligrafie
Kalligrafie wird in China als wahre Kunst,
gleichzusetzen mit der Malerei, angesehen. Es geht darum,
die Schriftzeichen auf eine bestimmte Art und Weise zu
schreiben. Hierbei werden verschiedene Stile
unterschieden. Man achtet jedoch besonders auf die Dicke
der Linien am Anfang und Ende des Strichs und die
Proportionen der Zeichen. Bei einzelnen Stilen, wie zum
Beispiel der Grasschrift wird bewusst die Gestaltung in
den Vordergrund gestellt, wodurch die Zeichen teilweise
nur noch sehr schwer oder gar nicht mehr lesbar sind.
Kalligrafien werden vor allem zur Gestaltung
chinesischer Gärten genutzt und sind aus dieser nicht
mehr wegzudenken.
Für die Kalligrafie werden, ebenso wie für die Malerei
die sogenannten Vier Kostbarkeiten des Studierzimmers
benötigt: Papier, Pinsel, Tusche und Tusche Reibstein.
Das Erlernen der Kalligrafie benötigt sehr viel Zeit und
Ausdauer. Häufig kann es Wochen dauern, bis der Lehrer
sich mit dem ersten Pinselstrich des Schülers zufrieden
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