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Das „Totenfest“, das Fest des „Hellen Lichtes“, fällt
meistens auf den 5. April und ist somit eine wunderbare
Jahreszeit, um die chinesischen Riten zu vollziehen. An
diesem Tag gedenkt man den Toten und verleiht seiner
Trauer um die Verstorbenen Ausdruck. Die Menschen fegen
und jäten am Grab der Toten und machen anschließend mit
der Familie einen Spaziergang in der Umgebung. Zu dieser
Zeit kehrt der Frühling zurück und beherrscht wieder die
Welt. Das Gefühl des wachsenden Lebens liegt wieder in
der Luft, wenn die Bäume an Lebenskraft gewinnen und
Knosten platzen. Die Weidenzweige, die an jedem Tor
angebracht werden, fügen der Umgebung zusätzlichen Elan
und Lebenskraft bei. Aber es bedeutet eigentlich mehr
als das.
Der Brauch kann mehr als Tausend Jahr zurückverfolgt
werden.
Während der „Zeit der Frühlings- und Herbstannalen“ im
Jun Königreich, gab es einen Königssohn der Chong Er
genannt wurde. Auf sein Talent neidisch, beschuldigte
ihn eine Konkubine fälschlicherweise der Rebellion, um
ihren eigenen Sohn als Kronprinzen zu sehen. Er hatte
keine andere Wahl als zu fliehen, und mit ihm einige
Beamte. Sie versteckten sich in den Bergen und mussten
eine Zeit lang hungern. Jie Zitui, ein Beamter des
Prinzen, nahm große Schmerzen auf sich, indem er sich
ein Stück Muskelflisch aus dem Oberschenkel schnitt, um
es für Chong Er zu kochen. Als der junge Meister von der
Tat erfuhr, war er zu Tränen gerührt und kniete als Dank
vor dem Beamten nieder. Sie lebten hanze drei Jahre lang
ein Leben von Hunger und Kälte gekennzeichnet, bis die
böse Konkubine starb. Viele Soldaten wurden ausgesandt,
um den verlorenen Prinzen ausfindig zu machen und ihn
nach Hause zu geleiten. Als man schließlich Chong Er
fand, wollte man ihn mit dem Wagen zurück in die Stadt
befördern. Als er einsteigen sollte, sah er einen
Beamten eine alte Matte auf ein Pferd legen und sagte
daraufhin lachend: „Was um alles in der Welt soll diese
Matte? Scheiß` sie weg!“ . Jie Zitui hörte es und
seuftzte: „ Es ist die Not, die mit seiner Majestät
geteilt werden kann, aber nicht der Wohlstand.“
So ging er leise davon und lebte seither zusammen mit
seiner alten Mutter in Abgeschiedenheit.
Als Chong Er König wurde, belohnte er viele Menschen,
aber er vergaß Jie Zitui. Dies war ihm nicht bewusst,
bis er an den alten Beamten erinnert wurde. Weil jedoch
seine Einladung angelehnt wurde, entbrannte sein Zorn.
Soldaten wurden beauftragt, die Berge in Brand zu setzen,
um Jie Zitui dazu zu zwingen herauszukommen. Am Schluss
fanden sie jedoch den Beanten und seine Mutter verbrannt
unter einer Weide. Er bevorzugte es lieber zu sterben,
als sich der Macht zu unterwerfen.
Chong Er war so von Reue überwältigt, dass er mit seinen
Untertanen in Ehren an Jie hielt eine Gedenkzeremonie
hielt.
So trauert das Volk nun jedes Jahr an seinem Todestag um
ihn. Um Feuer zu vermeiden, isst man am Tag zuvor und an
„Qing Ming“ nur kalte Speisen.
Später wurde dem Brauchtum auch das Anbringen von
Weidenzweigen an die Tore beigefügt.
Neben der Tradition der Würdigung der Toten, lassen die
Menschen am „Totenfest“ auch oft Drachen steigen. Die
Drachen können verschiedener Form, Farbe und Größe sein.
Das Design wird häufig Fröschen, Schmetterlingen,
Krabben, Fledermäusen oder Störchen nachempfunden.
Das Essen am „Qing Ming“ ist mild und auch den Ahnen
bieten Chinesen an einem Hausalter oft knusprige
Dankopfer an. Die traditonellen Speisen bestehen aus
Hähnchen, Eiern oder anderen Gerichten, die der Vorfahre
zu seinen Lebzeiten mochte. Begleitet von Reis sind
diese und das Essensbesteck sorgfältig hergerichtet, um
Glück herbeizuholen. Manchmal wird neben den Opfergaben
auch brennender Weihrauch aufgestellt, um den Transfer
der nahrhaften Gaben zum Ahnen zu beschleunigen.
In einigen Teilen Chinas wird das Essen anschließend von
der kompletten Familie gegessen.
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