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Die Insel Gulangyu war bis zum Zweiten Weltkrieg Xiamens
ausländische Konzession, und in architektonischer
Hinsicht hat sich seit der damaligen Zeit nicht sehr
viel verändert. Im Sommer und an Wochenenden sind die
Unterkünfte
grösstenteils belegt, doch da ausser Elektro Buggys
keine Fahrzeuge auf der Insel zugelassen sind, bleibt
auch zu diesen Zeiten die Stimmung ruhig und friedlich.
Ein Bummel durch die verwinkelten Strassenzüge
– besonders entlang der Fuzhou Road und Guxin Road – führt
an einer Vielzahl architektonischer Juwelen vorbei.
Die Fähre zur Insel pendelt von frühmorgens
bis mitternachts vom Pier gegenüber
dem Hotel Lujiang zwischen Stadt und Insel; die kurze
Überfahrt lohnt auch wegen der schönen Ausblicke auf
Land und Wasser. Bei der Fahrt zur Insel steht das
Unterdeck kostenfrei zur Verfügung,
während das Oberdeck 1 Yuan kostet; bei der Rückfahrt
allerdings werden für
das Unterdeck 3 Yuan und für
das Oberdeck 4 Yuan fällig. Nach dem Aussteigen befindet
man sich bereits im Inselzentrum mit seinen
verschlungenen kleinen Einkaufsstrassen und einer
Handvoll Restaurants. Schräg zur Rechten steht die
ausfällige Bronzeskulptur eines gigantischen Kraken mit
Saugnäpfen und Maul, die den Eingang zur Underwater
World Xiamen kennzeichnet. Zu den dortigen Attraktionen
gehören begehbare Aquarien, eine Siegelausstellung,
Pinguine, Schildkröten und ein riesiges Walskelett.
Nordwestwärts führt
von hier aus die Sanming Road zum Eingang eines Tunnels
aus den 50er Jahren, der angesichts der drohenden
militärischen Eskalation in der Auseinandersetzung mit
Taiwan angelegt wurde und durch den Berg hindurch zu
Gulangyus nördlichem Ende an der Neicuo Ao Road führt.
Von dort bietet sich ein Bummel durch das Gassen
Labyrinth zurück
zur Anlegestelle der Fähre an, was eine kurzweilige
halbe Stunde füllt,
sofern man sich nicht verläuft. Eine vorständige
Inselumwanderung lohnt sich nicht, da der Nordwesten
nichts Sehenswertes zu bieten hat.
Südöstlich
der Landungsbrücke
stehen mehrere stolze alte Gebäude, zu denen die
ehemaligen britischen und deutschen Konsulate gehören.
Die Strasse fuhert weiter zur felsigen östlichen
Landzunge, die heute von der Gartenanlage Haoyue
umschlossen wird, wo eine riesige Granitstatue Koxinga
in vollem militärischem Prunk zeigt. Die Statue blickt
bedeutungsschwer Richtung Taiwan, das dieser vom Piraten
zum Helden avancierte Mann einst von den ausländischen
Kolonialisten befreite. Nicht weit hinter der
Gartenanlage schwenkt die Strasse Richtung Inselmitte
und führt
zu einem Sportgelände, an dessen Rand das alte koloniale
Gulangyu Güsthouse
steht und bis vor kurzem chinesischen VIPs als
Treffpunkt diente. Leider ist der Zutritt nicht
gestattet.
Richtung Südküste
schliesst sich die blumenreiche Gartenanlage Shuzhuang
an, deren schattige Bereiche zu einem Tee mit Blick aufs
Meer einladen. Gleich daneben steht das Pianomuseum,
eine Hommage an einige bekannte Pianisten, die auf der
Insel ausgebildet wurden. Der saubere Sandstrand
westlich des Parks verlockt zum Schwimmen, sofern er
nicht allzu
überfüllt
ist. Über dem Strand erhebt sich mit dem
Sonnenscheinfelsen der höchste Gipfel von Gulangyu, der
ein Magnet für
die Touristenscharen ist, denn nach der Fahrt mit der
Kabinenbahn eröffnen sich oben von der auf 93 m Höhe
gelegenen Plattform Rundblick
über
die gesamte Insel. Am Fuss des Felsens befindet sich die
mit demselben Ticket zugängliche Koxinga Gedenkhalle, zu
deren Ausstellungsstücken
Koxingas Jadegürtel
und Teile seiner
"kaiserlichen" Robe gehören – leider
fehlen englischsprachige Erläuterungen. Von dort führt
der Weg die Küste
entlang zur Anhöhe Yingxiong Shan, auf der sich ein mit
Netzen gesichertes Freiluft Vogelhaus befindet, in dem
viele Tropentauben, Siberreiher und Pagageien gehalten
werden – besonders an klaren Tagen ein schöner
Spaziergang. |
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