In der Stadt selbst ist einzig das Yantai Museum an der
Nan Dajie wirklich sehenswert. Es ist in dem grössten
und schönsten alten
Gildehaus der Stadt untergebracht, das einst für
die Nutzung durch Kaufleute und Reeder eingerichtet
wurde. Schon die Eingangshalle mit ihren
über hundert
Steigravierungen und Holzschnizeren ist verblüffend.
Die Tragbalken haben die Form einer auf der Seite
liegenden, stillenden Frau, und unter den Dachvorsprüngen
sind arabische Gestalten beim Instrumentenspiel
dargestellt. Andere, nach Norden liegende Tafeln zeigen
Szenen aus der Geschichte der Drei Reiche, der
Geschichte der Acht Unsterblichen Seefahrer, die das
Meer überquerten, und
der Geschichte des Generals Su Wu aus dem 2.
Jahrhundert, der
zur Straffe für seine
Weigerung, sich den Hunnen zu unterwerfen, 19 Jahre lang
Schafe hüten musste.
Das Hauptgebäude
hier ist der Tempel für
die Meeresgöttin. Der
Tempel selbst, im Stile kaiserlicher Bauten aus der Song
Dynastie, wurde 1864 aus Fujian mit dem Schiff
hergebracht und stellt ein einzigartiges und wunderschönes
Beispiel südlicher
Architektur im nördlichen
China dar. Sein Doppeldach und die ausschwingenden Grate
sind aufwändig
mit mythischen Gestalten aus Holz, Stein und glasierter
Keramik geschmückt.
Darunter stehen Steinsäulen
mit tief eingravierten Drachenmotiven, die zu den
erlesensten in ganz China gehören.
Der gesamte Tempelkomplex liegt in einem kleinen Garten
mit Teichen und einer Bühne
( denn die Göttin soll
das Schauspiel geliebt haben). In den Nebengalerien
zeigt das Museum eine Reihe steinzeitlicher Kochtöpfe,
Äxte
und Pfeilspitzen, die angeblich 6000 Jahre alt sind,
sowie ein paar schöne
Porzellanstücke aus dem
17. / 18. Jahrhundert |
|
|