Am Schalter der Grenzpolizei in Shanghai-Pudong liegt der Pass nur ein paar Sekunden auf dem Lesegerät. Der Beamte schaut auf den Bildschirm, dann auf den Reisenden, fragt vielleicht nach dem Hotel oder dem Rückflug. Ob ein Visum im Pass klebt oder nicht, entscheidet sich lange vorher, und für viele deutsche Urlauber lautet die Antwort inzwischen: keins. Das China Visum ist für eine kurze Reise mit gewöhnlichem Reisepass derzeit nicht mehr nötig. Es ist aber auch nicht abgeschafft.
Bis Ende 2023 war das anders. Damals brauchten deutsche Urlauber für jede Reise aufs Festland ein Visum, mit Formular, Termin, Fingerabdrücken und Gebühr, und viele Reisen scheiterten schon an dieser Hürde. Seitdem genügt für kurze Reisen der Pass, und die Planung einer Rundreise beginnt nicht mehr im Visazentrum.
Denn die Visumfreiheit ist befristet und an Bedingungen geknüpft. Wer zu lange bleibt, aus dem falschen Grund einreist oder mit dem falschen Dokument kommt, braucht weiterhin ein Visum für China. Dazu kommen der visumfreie Transit, der eigenen Regeln folgt, sowie Tibet, Hongkong und Macau mit jeweils eigenen Anforderungen. Diese Seite sortiert die Fälle in der Reihenfolge, in der sie bei der Planung auftauchen.
Braucht man für China ein Visum?
Die kurze Antwort für die meisten Leser: nein, wenn der Aufenthalt kurz ist und dem Tourismus, einer Geschäftsreise oder einem Besuch dient. Die lange Antwort hängt an drei Fragen. Welche Staatsangehörigkeit und welches Dokument? Wie lange? Und wozu?
Die erste Frage klingt banal, ist es aber nicht. Die visumfreie Einreise gilt für deutsche Staatsangehörige mit gewöhnlichem Reisepass. Wer mit einem Dienstpass reist, einem vorläufigen Reisepass oder einem Passersatzpapier, fällt nicht darunter. Wer einen anderen Pass besitzt, prüft die Regeln für dieses Land gesondert, denn China hat die Visumfreiheit Land für Land eingeführt, nicht für die ganze Europäische Union auf einmal. Und wer neben der deutschen auch die chinesische Staatsangehörigkeit hat oder hatte, sollte die Lage vorab mit der zuständigen Auslandsvertretung klären: China erkennt eine doppelte Staatsangehörigkeit nicht an.
Die zweite Frage ist die Dauer. Die visumfreie Frist ist klar begrenzt, und sie beginnt mit dem Tag der Einreise. Wer die Frist überschreitet, bleibt illegal im Land, was Bußgelder, Ausreiseprobleme und künftige Einreisesperren nach sich ziehen kann. Eine Verlängerung vor Ort ist nicht der Normalfall. Wer von vornherein länger bleiben will, beantragt ein Visum.
Die dritte Frage ist der Zweck. Tourismus, Geschäftstermine, Besuche bei Familie oder Freunden und Austausch sind abgedeckt. Arbeit, Studium, bezahlte Praktika und journalistische Tätigkeit sind es nicht. Der Unterschied zwischen einem Geschäftstermin und Arbeit ist dabei nicht immer offensichtlich: Wer an einer Messe teilnimmt oder Verhandlungen führt, reist geschäftlich; wer vor Ort eine Maschine montiert oder für einen chinesischen Auftraggeber tätig wird, arbeitet. Im Zweifel lohnt die Nachfrage beim Visa-Antragsservicezentrum.
Ein typischer Grenzfall ist die Kanton-Messe in Guangzhou, eine der größten Handelsmessen des Landes. Wer dort Lieferanten trifft, Muster ansieht und Verträge anbahnt, reist geschäftlich und fällt unter die visumfreie Regelung, solange die Frist passt. Wer dagegen als Standpersonal für einen chinesischen Aussteller arbeitet, wird bezahlt und braucht ein anderes Visum. Die Messe selbst verlangt für die Akkreditierung ausländischer Besucher übrigens ebenfalls den Reisepass.
China Einreise ohne Visum: die Bedingungen
Die visumfreie Einreise für deutsche Staatsangehörige ist eine einseitige Regelung der chinesischen Seite, die bereits mehrfach verlängert und angepasst wurde. Frist, Enddatum und genaue Bedingungen stehen deshalb nicht im Fließtext, sondern im Kasten, der mit dem Datum der letzten Prüfung und der Quelle versehen ist.
Die Einreise ohne Visum ist kein Freibrief an der Grenze. Die Grenzpolizei kann nach dem Zweck der Reise, nach einer Unterkunft und nach dem Rückflug oder der Weiterreise fragen und im Zweifel die Einreise verweigern. Eine Hotelbuchung oder die Adresse der Gastgeber, ein Rückflugticket und eine grobe Reiseroute sollten deshalb griffbereit sein, am besten auf dem Telefon und als Ausdruck. Bei Geschäftsreisen hilft eine kurze Einladung des Geschäftspartners, auch wenn sie formal nicht verlangt wird.
Auch die Gültigkeit des Reisepasses hängt davon ab, ob mit oder ohne Visum eingereist wird. Die geprüfte Regel steht im zweiten Kasten.
Unabhängig von der Mindestgültigkeit sollte der Pass in gutem Zustand sein. Eine lose Datenseite, Wasserschäden oder ein eingerissener Einband sind Gründe, an der Grenze länger zu warten, im schlimmsten Fall nicht einreisen zu dürfen. Für den Stempel braucht es außerdem freie Seiten. Kinder reisen mit einem eigenen Reisepass; einen Eintrag im Pass der Eltern gibt es in Deutschland seit Jahren nicht mehr.
Visum China für Deutsche: wann es weiterhin nötig ist
Ein Visum China für Deutsche bleibt in mehreren Fällen Pflicht. Der häufigste ist der längere Aufenthalt: ein Sprachkurs über ein Semester, ein ausgedehnter Familienbesuch, eine lange Rundreise durch den Westen des Landes. Wer über die visumfreie Frist hinaus bleiben will, beantragt vor der Abreise ein Visum, in der Regel ein Touristenvisum der Kategorie L oder ein Besuchsvisum.
Der zweite Fall ist der Zweck. Wer in China arbeitet, braucht das Arbeitsvisum (Kategorie Z) und nach der Einreise eine Aufenthaltserlaubnis, die innerhalb einer festgelegten Frist bei der örtlichen Behörde beantragt wird. Wer studiert, braucht ein Studentenvisum, ausgestellt auf Grundlage der Zulassung der Hochschule. Journalisten, die aus China berichten, benötigen ein Journalistenvisum und eine Akkreditierung; eine touristische Einreise für Recherchen ist keine Grauzone, sondern ein Verstoß.
Der dritte Fall ist das Dokument. Dienstpässe, vorläufige Reisepässe und Passersatzpapiere sind von der visumfreien Einreise ausgenommen. Wer beruflich mit einem Dienstpass reist, klärt das Visum über den Dienstherrn und die chinesische Auslandsvertretung.
Ein vierter, oft übersehener Fall betrifft mehrere Einreisen. Die visumfreie Regelung erlaubt grundsätzlich wiederholte Einreisen, jede für sich mit der geltenden Frist. Wer allerdings viele Monate lang regelmäßig pendelt, fällt der Grenzpolizei auf, und für solche Muster ist ein mehrfach gültiges Geschäftsvisum der sauberere Weg.
Welche Visumkategorien es gibt
China vergibt Visa nach Kategorien, die mit einem Buchstaben bezeichnet werden. Für Reisende aus Deutschland sind nur wenige davon relevant; die Übersicht hilft, im Antragsformular die richtige zu wählen.
| Kategorie | Zweck |
|---|---|
| L | Tourismus, Familienbesuch ohne dauerhaften Aufenthalt |
| M | Geschäftsreisen, Handel, Messen |
| F | Austausch, Studienreisen, nicht kommerzielle Besuche |
| Q1 / Q2 | Familienangehörige chinesischer Staatsbürger oder von Ausländern mit Daueraufenthalt, lang oder kurz |
| S1 / S2 | Familienangehörige von Ausländern, die in China arbeiten oder studieren, lang oder kurz |
| Z | Arbeit |
| X1 / X2 | Studium, lang oder kurz |
| J1 / J2 | Journalisten mit Korrespondentenbüro oder für kurze Berichterstattung |
| G | Transit |
| C | Besatzungen von Flugzeugen, Schiffen und Zügen |
| R | Hochqualifizierte Fachkräfte |
| D | Daueraufenthalt |
Die Kategorien sind im chinesischen Ein- und Ausreisegesetz verankert, das 2013 in Kraft trat und die frühere Systematik ablöste. Eine Randnotiz für Neugierige: Der Buchstabe steht meist für das chinesische Wort in Pinyin-Umschrift, L etwa für lǚyóu, Reisen, und Z für zhíyè, Beruf. Bei M, dem Geschäftsvisum, passt diese Eselsbrücke mit màoyì, Handel, ebenfalls. Bei den anderen Buchstaben hilft sie weniger.
Wie lange ein Visum gilt, wie viele Einreisen es erlaubt und wie lange jeder Aufenthalt dauern darf, steht auf dem Visum selbst und wird bei jedem Antrag einzeln festgelegt. Ein Visum kann also mehrere Jahre gültig sein und trotzdem nur kurze Aufenthalte erlauben. Diese drei Angaben sollten nach Erhalt sofort geprüft werden, denn eine falsch verstandene Aufenthaltsdauer ist einer der häufigsten Gründe für Ärger bei der Ausreise.
Wer bereits im Land ist und länger bleiben muss, kann eine Verlängerung des Visums bei der Ein- und Ausreisebehörde der Stadt beantragen, in der er sich aufhält. Der Antrag muss vor Ablauf der erlaubten Aufenthaltsdauer gestellt werden, braucht eine Begründung und wird nicht automatisch bewilligt. Ein Anspruch besteht nicht. Einen Wechsel der Kategorie, etwa vom Touristen- zum Arbeitsvisum, sieht das Verfahren im Land nur in Ausnahmefällen vor; in der Regel wird dafür neu von außerhalb beantragt.
China Visum beantragen: der Ablauf im Überblick
Wer ein China Visum beantragen muss, beginnt online. Das Antragsformular wird im Portal der chinesischen Visabehörden ausgefüllt, ausgedruckt und unterschrieben. Die Fragen sind ausführlich: frühere Reisen, Arbeitgeber, Familie, geplante Unterkünfte und Reiseroute. Sorgfalt lohnt sich, denn Widersprüche zwischen Formular und Unterlagen sind der häufigste Grund für Rückfragen.
Danach folgt ein Termin im zuständigen Visa-Antragsservicezentrum. Welches zuständig ist, richtet sich nach dem Wohnsitz; die chinesische Botschaft in Berlin und die Generalkonsulate in Frankfurt am Main, Hamburg, München und Düsseldorf teilen sich die Bundesländer. Zum Termin gehören der Reisepass, ein biometrisches Passfoto, das unterschriebene Formular und die Nachweise zum Zweck der Reise, also etwa Flug- und Hotelbuchungen, ein Einladungsschreiben oder die Zulassung der Hochschule. Im Servicezentrum werden in der Regel auch die Fingerabdrücke abgenommen.
Die Bearbeitung dauert je nach Andrang und Kategorie unterschiedlich lange; gegen Aufpreis gibt es beschleunigte Verfahren. Während der Bearbeitung bleibt der Reisepass im Servicezentrum. Wer in dieser Zeit eine andere Reise plant, kann das nur mit einem zweiten Reisepass, den deutsche Behörden in begründeten Fällen ausstellen. Die Gebühren richten sich nach Kategorie, Anzahl der Einreisen und Bearbeitungsgeschwindigkeit und werden vom Servicezentrum veröffentlicht. Die ausführliche Schritt-für-Schritt-Darstellung mit den Unterlagen für die einzelnen Kategorien steht auf der Seite China Visum beantragen.
Ein Rat, der sich aus vielen Anträgen ableitet: früh anfangen, aber nicht zu früh. Ein Visum wird mit einem Gültigkeitszeitraum ausgestellt, der ab der Ausstellung läuft. Wer ein halbes Jahr vor der Reise beantragt, verschenkt Gültigkeit. Sechs bis acht Wochen vor dem Abflug sind für die meisten Fälle ein vernünftiger Zeitpunkt.
Unterlagen je nach Zweck und typische Fehler
Welche Nachweise zum Antrag gehören, hängt von der Kategorie ab, und das gilt für ein Visum China für Deutsche genauso wie für alle anderen Nationalitäten. Beim Touristenvisum reichen meist Flugbuchung, Hotelbuchungen oder eine Einladung von Privatpersonen samt Kopie von deren Ausweis. Für ein Geschäftsvisum verlangt das Servicezentrum ein Einladungsschreiben des chinesischen Geschäftspartners mit Angaben zum Zweck, zur Dauer und zur Kostenübernahme. Beim Studentenvisum sind die Zulassung der Hochschule und ein von ihr ausgestelltes Formular der chinesischen Bildungsbehörden nötig, beim Arbeitsvisum die Mitteilung über die Arbeitserlaubnis, die der Arbeitgeber in China vorab bei den Behörden beantragt. Beim Familienbesuch belegt man die Verwandtschaft, etwa mit einer Heiratsurkunde oder Geburtsurkunde.
Die meisten Probleme entstehen nicht beim Antrag, sondern danach. Der klassische Fehler ist die überschrittene Aufenthaltsdauer, weil die Gültigkeit des Visums mit der erlaubten Dauer pro Aufenthalt verwechselt wurde. Ein zweiter ist die verbrauchte Einreise nach einem Abstecher nach Hongkong. Ein dritter betrifft den Pass: Wird nach der Ausstellung eines Visums ein neuer Reisepass ausgestellt, bleibt das Visum im alten Pass in der Regel gültig, wenn beide Pässe mitgeführt werden. Ob das im Einzelfall genügt, sollte vor der Abreise beim Servicezentrum bestätigt werden. Und schließlich die Namensschreibung: Umlaute und Doppelnamen müssen im Formular genau so erscheinen wie in der maschinenlesbaren Zone des Passes, also etwa MUELLER statt Müller.
China Transit Visum und visumfreier Transit
Für Reisende, die China nur auf dem Weg in ein anderes Land berühren, gibt es zwei Wege. Das klassische China Transit Visum der Kategorie G wird vorab beantragt, wie jedes andere Visum. In der Praxis ist es für deutsche Reisende kaum noch nötig, denn der visumfreie Transit deckt die meisten Fälle ab und wird direkt bei der Ankunft gewährt.
Entscheidend ist das Wort Drittland. Wer von Frankfurt nach Peking fliegt und von dort nach Frankfurt zurück, reist nicht im Transit, sondern hin und zurück. Wer dagegen von Frankfurt über Peking nach Seoul, Bangkok oder Tokio weiterfliegt, kann den visumfreien Transit nutzen. Auch Hongkong und Macau gelten dabei als Drittziel, wer also von Frankfurt nach Shanghai fliegt und von dort nach Hongkong weiterreist, fällt unter die Regelung. Der Aufenthalt ist auf die zugelassenen Gebiete beschränkt. Wer in Shanghai ankommt, kann in der Regel im umliegenden Gebiet reisen, nicht aber quer durch das Land nach Chengdu.
Für deutsche Urlauber ist der Transit seit der Einführung der visumfreien Einreise weniger wichtig geworden. Er bleibt relevant für Reisende mit einer anderen Staatsangehörigkeit, für die keine Visumfreiheit gilt, und als Rückfalloption, falls die befristete Regelung für Deutschland einmal ausläuft. Die Einzelheiten zu Gebieten, Häfen und Ablauf stehen auf der Seite zum visumfreien Transit.
Die erste Kontrolle findet übrigens nicht in China statt, sondern am Check-in in Frankfurt oder München. Fluggesellschaften prüfen dort, ob ein Reisender nach den Regeln des Ziellandes einreisen darf, weil sie für abgewiesene Passagiere den Rückflug tragen müssen. Wer visumfrei oder im Transit reist, sollte deshalb die Rückflug- oder Weiterflugbuchung schon am Schalter vorzeigen können. Das gilt auch für Kinder: Sie reisen mit dem eigenen deutschen Reisepass zu denselben Bedingungen wie Erwachsene, brauchen also ebenfalls kein Visum, solange der Aufenthalt in die Frist passt.
Bei der Ankunft: Grenzkontrolle, Fingerabdrücke, Registrierung
An den großen Flughäfen geben ausländische Reisende vor der Passkontrolle an einem Automaten ihre Fingerabdrücke ab. Danach folgt der Schalter mit der Kontrolle des Passes und der Einreisegrundlage. Die Ankunftskarte für Ausländer liegt vor der Kontrolle aus und wird mit Name, Passnummer, Flugnummer und der Adresse der ersten Unterkunft ausgefüllt. Wer ohne Visum einreist, wählt den passenden Zweck; wer mit visumfreiem Transit einreist, stellt sich am dafür ausgeschilderten Schalter an und legt das Ticket für den Weiterflug vor.
Nach der Einreise gilt eine Meldepflicht. Hotels registrieren ausländische Gäste automatisch bei der Polizei, dafür wird beim Einchecken der Pass gescannt. Wer privat bei Freunden oder Familie übernachtet, muss sich selbst zeitnah bei der örtlichen Polizeistation anmelden. Das wird häufig vergessen und fällt spätestens bei einer Kontrolle oder bei der nächsten Hotelbuchung auf.
Beim Zoll gelten die üblichen Regeln für persönlichen Reisebedarf, mit ein paar Besonderheiten. Frisches Obst, Gemüse, Fleisch- und Wurstwaren sowie Milchprodukte dürfen nicht eingeführt werden, und die Spürhunde des Zolls an den großen Flughäfen sind genau darauf trainiert. Medikamente für den eigenen Bedarf sind erlaubt; bei starken Schmerzmitteln oder Psychopharmaka sollte ein ärztliches Attest auf Englisch dabei sein. Größere Bargeldbeträge sind anmeldepflichtig, die Grenzwerte nennt der chinesische Zoll.
Die Ausreise verläuft spiegelbildlich: Passkontrolle, bei Bedarf Fingerabdruck, Abgleich mit dem Einreisedatum. Hier fällt eine überschrittene Frist auf, und hier wird sie auch geahndet. Wer merkt, dass sich ein Aufenthalt wegen Krankheit oder eines gestrichenen Fluges verlängert, wendet sich vor Ablauf der Frist an die Ein- und Ausreisebehörde der Stadt, nicht erst am Flughafen.
Den Reisepass sollten Reisende immer bei sich tragen. Er wird nicht nur im Hotel verlangt, sondern auch beim Kauf von Zugtickets, beim Einstieg in den Zug, für Eintrittskarten großer Sehenswürdigkeiten und gelegentlich bei Kontrollen in Bahnhöfen. Eine Kopie oder ein Foto hilft, falls der Pass verloren geht, ersetzt ihn aber nicht. Bei Verlust ist die deutsche Auslandsvertretung zuständig; zusätzlich braucht es für die Ausreise ein neues Ausreisedokument der chinesischen Behörden.
Vor der Buchung lohnt außerdem ein Blick in die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts. Sie enthalten neben den Einreiseregeln Hinweise zu Regionen mit Einschränkungen, zum Umgang mit Behörden und zu Situationen, in denen deutsche Staatsangehörige besondere Vorsicht walten lassen sollten. Wie diese Hinweise zu lesen sind und was sie für eine gewöhnliche Urlaubsreise bedeuten, steht auf der Seite zu Sicherheit und Reisehinweisen.
Sonderfälle: Tibet, Hongkong und Macau
Tibet ist der Sonderfall, der die meisten Rückfragen erzeugt. Die Einreise nach China ist für Tibet nur die Voraussetzung. Für die Autonome Region selbst ist eine gesonderte Genehmigung nötig, die nicht von Reisenden selbst, sondern über lizenzierte Agenturen beantragt wird. Individuelles Reisen ohne organisierte Begleitung ist in Tibet nicht vorgesehen, und für manche Gebiete außerhalb von Lhasa sind weitere Genehmigungen nötig. Die Regeln werden kurzfristig geändert, gelegentlich wird die Region für ausländische Reisende ganz geschlossen. Wer Tibet plant, sollte deshalb Flüge und Züge dorthin erst buchen, wenn die Genehmigung sicher ist.
Tibet ist dabei ein Überbleibsel einer älteren Ordnung. Bis in die 1990er-Jahre waren weite Teile Chinas für Ausländer geschlossen, und wer eine nicht geöffnete Stadt besuchen wollte, brauchte eine Reisegenehmigung für Ausländer, ausgestellt von der örtlichen Polizei. Das Dokument gibt es bis heute. Verlangt wird es aber nur noch für wenige Grenzgebiete und für Teile Tibets außerhalb der Hauptstadt, während der Rest des Landes mit der gewöhnlichen Einreise offensteht.
Hongkong und Macau sind Sonderverwaltungszonen mit eigenen Einreiseregeln und eigenen Grenzkontrollen. Deutsche Staatsangehörige brauchen für touristische Aufenthalte dort kein Visum. Wichtig ist der Übergang zum Festland: Wer von Shenzhen nach Hongkong fährt, verlässt formal die Volksrepublik, und die Rückkehr aufs Festland ist eine neue Einreise. Mit der visumfreien Regelung ist das unproblematisch, weil jede Einreise für sich zählt. Wer dagegen mit einem Visum für nur eine Einreise unterwegs ist, hat es mit dem Grenzübertritt nach Hongkong verbraucht. Wer eine Reise mit Abstechern nach Hongkong oder Macau plant, beantragt in diesem Fall ein Visum für zwei oder mehrere Einreisen. Mehr zu beiden Städten steht auf der Seite zu Hongkong und Macau.
Eine letzte praktische Einzelheit betrifft den Bahnhof West Kowloon in Hongkong, von dem die Hochgeschwindigkeitszüge aufs Festland abfahren. Dort liegen die Grenzkontrollen beider Seiten im selben Gebäude hintereinander, und zwischen dem Ausreiseschalter Hongkongs und dem Einreiseschalter der Volksrepublik liegen nur wenige Meter. Formal betritt man das Festland also schon im Untergeschoss eines Hongkonger Bahnhofs. Wer dort ankommt, sollte die Ankunftskarte für das Festland schon vorher ausgefüllt haben, denn die Schlange an den Tischen mit den Formularen ist oft länger als die an den Schaltern.
Einreise nach China: welche Grundlage passt?
Deutscher Pass · Zweck · Dauer
Tourismus, Geschäft, Besuch; gewöhnlicher Pass; kurz, innerhalb der geltenden Frist
Visumfreie Einreise
Weiterreise in ein Drittland, bestätigter Anschluss, nur in zugelassenen Gebieten
Visumfreier Transit
länger als die Frist, Arbeit, Studium, Journalismus, Dienstpass oder Passersatz
Visum beantragen
- Sonderfälle: Tibet nur mit zusätzlicher Genehmigung
- Hongkong und Macau: eigene Einreiseregeln und Grenzkontrollen
Frist und Bedingungen: Kasten auf der Seite China Visum
FAQHäufige Fragen
Braucht man für China ein Visum als Deutscher?
Für kurze Aufenthalte zu Tourismus, Geschäftsreisen oder Besuchen derzeit nicht, sofern ein gewöhnlicher deutscher Reisepass vorliegt und der Aufenthalt die geltende Frist nicht überschreitet. Frist und Bedingungen stehen mit Datum und Quelle im Kasten auf dieser Seite.
Wann braucht man trotzdem ein China Visum?
Für längere Aufenthalte als die visumfreie Frist, für Arbeit, Studium, Praktika und journalistische Tätigkeit sowie für Reisende mit Dienstpass, vorläufigem Reisepass oder Passersatzpapier. Auch wer mehrfach ein- und ausreisen will und nicht in die visumfreie Regelung passt, braucht ein passendes Visum.
Wie lange muss der Reisepass für China gültig sein?
Das hängt davon ab, ob mit oder ohne Visum eingereist wird. Die geprüfte Regel steht im Kasten im Abschnitt zur Einreise ohne Visum. Für Kinder gilt: Sie brauchen ein eigenes Reisedokument.
Wo wird ein China Visum beantragt?
In Deutschland über die chinesischen Visa-Antragsservicezentren, die den Auslandsvertretungen zugeordnet sind. Das Formular wird online ausgefüllt, danach folgt ein Termin mit Abgabe der Unterlagen und Fingerabdrücken. Den Ablauf beschreibt die Seite China Visum beantragen.
Was ist der Unterschied zwischen China Transit Visum und visumfreiem Transit?
Das Transitvisum (Kategorie G) wird vorab beantragt. Der visumfreie Transit wird dagegen bei der Ankunft gewährt, wenn ein bestätigter Weiterflug in ein Drittland vorliegt und der Aufenthalt in den zugelassenen Gebieten bleibt. Details stehen unter visumfreier Transit.
Gilt die visumfreie Einreise auch für Tibet?
Die Einreise nach China selbst ja, für Tibet ist aber zusätzlich eine gesonderte Genehmigung nötig, die über lizenzierte Agenturen beantragt wird. Individuelles Reisen ohne organisierte Begleitung ist in Tibet nicht vorgesehen.
EINAlle Seiten in dieser Rubrik
- Sicherheit in China: die Reisehinweise des AA eingeordnet Für China gibt es keine allgemeine Reisewarnung, wohl aber ausführliche Reise- und Sicherheitshinweise. Wer sie liest, findet wenig Alarm und viele …
- China Visum beantragen: wann es nötig ist und wie der Antrag abläuft Für einen Urlaub reicht vielen Deutschen der Pass. Wer in China einen Sprachkurs besucht, filmt oder ein Praktikum macht, braucht trotzdem ein …
- Visumfreier Transit in China: die 240-Stunden-Regel Die 240-Stunden-Regel erlaubt Reisenden aus vielen Ländern einen Zwischenstopp in China ohne Visum. Für Deutsche ist sie derzeit meist zweitrangig, …
