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Einreise & Visum

Visumfreier Transit in China: die 240-Stunden-Regel

Die 240-Stunden-Regel erlaubt Reisenden aus vielen Ländern einen Zwischenstopp in China ohne Visum. Für Deutsche ist sie derzeit meist zweitrangig, doch es gibt Situationen, in denen sie den Unterschied macht.

Veröffentlicht 16. September 2026Aktualisiert 16. September 2026

Visumfreie Einreise prüfen

Zeichnung in Tusche zum Thema: Visumfreier Transit in China: die 240-Stunden-Regel
Einreise & Visum

Am Flughafen Shanghai-Pudong gibt es einen eigenen Schalter für Transitreisende. Wer dort steht, hat meist ein Ticket in der Tasche, das in ein anderes Land weiterführt, etwa von Frankfurt über Shanghai nach Tokio oder von Singapur über Peking nach Seoul. Die Grenzbeamten prüfen Pass, Weiterreiseticket und Reiseplan und stempeln eine befristete Aufenthaltserlaubnis ein. Dieses Verfahren ist der visumfreie Transit, der inzwischen einen Aufenthalt von mehreren Tagen erlaubt.

Für Deutsche ist das derzeit eine Nebensache, weil sie für kurze Aufenthalte ohnehin ohne Visum einreisen können. Die Bedingungen der beiden Regeln sind aber verschieden, und wer ihre Unterschiede kennt, ist auf Änderungen vorbereitet. Die aktuell geltende Frist für die visumfreie Einreise steht im folgenden Kasten.

Was die Transitregel besagt

China hat den visumfreien Transit über mehrere Jahre schrittweise ausgebaut, von zunächst 72 über 144 Stunden bis zur heutigen Frist, und dabei die Zahl der berechtigten Länder und der zugelassenen Grenzübergänge erweitert. Die geltenden Bedingungen im Überblick stehen im Kasten.

Die Regel richtet sich an Reisende, die China auf dem Weg in ein Drittland passieren. Kernbedingungen sind ein gewöhnlicher Reisepass eines berechtigten Landes und ein bestätigtes Ticket für die Weiterreise mit festem Datum und Sitzplatz. Außerdem muss die Einreise an einem der dafür zugelassenen Grenzübergänge erfolgen, und der Aufenthalt ist auf die zugelassenen Gebiete beschränkt. Während des Transits sind Tourismus, Geschäftsreisen, Besuche und ähnliche Aktivitäten erlaubt. Arbeit, Studium und journalistische Tätigkeit dagegen verlangen weiterhin ein passendes Visum, so formuliert es die chinesische Einwanderungsbehörde National Immigration Administration in ihrer Erläuterung der Regel.

Warum Deutsche den Transit meist nicht brauchen

Solange die visumfreie Einreise für Deutsche gilt, ist sie für die allermeisten Urlaubsreisen die einfachere Lösung. Sie verlangt kein Weiterreiseticket in ein Drittland, erlaubt einen Hin- und Rückflug nach Deutschland und schränkt den Aufenthalt nicht auf bestimmte Gebiete ein. Wer drei Wochen durch Peking, Xi’an, Chengdu und Yunnan reisen möchte, muss nur auf die zulässige Dauer achten, die im Kasten oben steht.

Der Transit bietet gegenüber der visumfreien Einreise keinen Vorteil, sondern hat zusätzliche Auflagen. Für Deutsche ist er daher eine Rückfalloption, keine erste Wahl.

Wann der Transit für Deutsche wichtig wird

Es gibt drei Situationen, in denen die Transitregel an Bedeutung gewinnt. Die erste ist eine Änderung der visumfreien Einreise. Die Regelung für Deutsche ist befristet, und ihre Verlängerung ist eine politische Entscheidung. Sollte sie auslaufen oder eingeschränkt werden, wäre der Transit für kurze Zwischenstopps wieder das Mittel der Wahl, so wie es vor der Einführung der visumfreien Einreise für viele Reisende war.

Die zweite Situation betrifft gemischte Reisegruppen. Wer mit Partnerin, Kollegen oder Freunden anderer Nationalität reist, muss deren Einreiseregeln kennen. Für manche Nationalitäten gibt es keine visumfreie Einreise, wohl aber den Transit. Für andere gibt es keines von beidem. Die Reise muss dann für alle passen, und das Weiterreiseticket in ein Drittland wird zur Voraussetzung für die ganze Gruppe.

Die dritte Situation ist ein Aufenthalt, der die Dauer der visumfreien Einreise übersteigt. Wer zum Beispiel länger bleibt und das Land zwischendurch verlassen müsste, braucht für den gesamten Zeitraum ein Visum. Der Transit ist kein Weg, die Frist zu verlängern, und ein ständiges Aus- und Einreisen fällt den Grenzbehörden auf. Für längere Aufenthalte bleibt das reguläre Visum der richtige Weg, dessen Beantragung auf der Seite Visum beantragen erklärt ist.

Das Weiterreiseticket in ein Drittland

Die Bedingung, die in der Praxis am häufigsten zu Missverständnissen führt, ist die Weiterreise. Das Ticket muss aus China in ein anderes Land oder Gebiet führen als das, aus dem man angereist ist. Wer von Frankfurt nach Peking fliegt und von Peking nach Frankfurt zurück, ist kein Transitreisender. Wer von Frankfurt nach Peking und von Shanghai nach Bangkok fliegt, ist es.

Hongkong, Macau und Taiwan gelten für diese Regel als eigene Ziele. Eine Reise vom Festland mit dem Zug nach Hongkong kann die Bedingung daher erfüllen, sofern das Ticket bestätigt ist und ein festes Datum trägt. Die Bahnverbindung von Guangzhou oder Shenzhen zum Bahnhof Westkowloon macht das zu einer praktischen Variante für Reisende, die China über Hongkong verlassen wollen. Mehr zu den beiden Sonderverwaltungszonen steht auf der Seite Hongkong und Macau.

Das Ticket muss einen bestätigten Sitzplatz haben. Offene Tickets oder Wartelisten genügen nicht. Fluggesellschaften prüfen bereits beim Check-in in Deutschland, ob die Einreisebedingungen erfüllt sind, und können die Beförderung verweigern, wenn das Weiterreiseticket fehlt. Deshalb die Buchungsbestätigung ausgedruckt und digital bereithalten. Ein Ausdruck ist dabei kein altmodischer Rest: Am Schalter in Pudong oder Daxing hilft er, wenn das Telefon keinen Empfang hat oder der Akku nach dem Langstreckenflug leer ist. Wer die Weiterreise mit dem Zug plant, findet Hinweise zur Buchung im Beitrag über 12306 und Zugtickets.

Grenzübergänge und zugelassene Gebiete

Die Transitregel gilt nicht an jedem Grenzübergang, sondern an einer Reihe ausgewählter Flughäfen, Häfen und Bahnhöfe. Dazu gehören die großen internationalen Flughäfen in Peking, Shanghai, Guangzhou, Chengdu und Xi’an sowie weitere Flughäfen in anderen Provinzen. Die Liste wurde mehrfach erweitert. Wer eine Route plant, prüft, ob Ein- und Ausreise an zugelassenen Übergängen stattfinden.

Die zugelassenen Gebiete umfassen inzwischen mehrere Provinzen, und innerhalb dieser Gebiete ist das Reisen über Provinzgrenzen möglich. Eine Reise von Peking nach Xi’an und weiter nach Shanghai kann daher im Rahmen der Regel liegen, sofern alle Orte in den zugelassenen Gebieten liegen. Außerhalb dieser Gebiete ist der Aufenthalt nicht gestattet. Die National Immigration Administration veröffentlicht die jeweils geltenden Karten und Listen. Eine eigene Recherche vor der Buchung ist hier Pflicht, denn im Zweifel gilt die Auslegung der Grenzbeamten.

Zwei Beispiele aus der Praxis

Ein Beispiel für eine gemischte Reisegruppe: Ein Paar aus Hamburg, sie mit deutschem Pass, er mit dem Pass eines Landes, das keine visumfreie Einreise nach China genießt, aber zu den Transitländern gehört. Die beiden planen eine Woche in Peking und Xi’an und anschließend einige Tage in Japan. Für sie genügt die visumfreie Einreise, für ihn der Transit, weil das Ticket von Xi’an oder Peking nach Tokio die Weiterreise in ein Drittland belegt. Beide Wege führen zum selben Ziel, nur die Unterlagen am Schalter sind verschieden. Hätten sie stattdessen einen Rückflug nach Hamburg gebucht, bräuchte er ein Visum.

Ein zweites Beispiel betrifft eine längere Asienreise. Wer von Deutschland nach Bangkok fliegt, von dort nach Kunming weiterreist, durch Yunnan fährt und über Hongkong nach Hause fliegt, nutzt die visumfreie Einreise, solange sie gilt. Ändert sich die Regelung, bliebe der Transit als Option, sofern Einreise- und Ausreiseort zugelassen sind und die Route innerhalb der erlaubten Gebiete bleibt. Genau diese Prüfung ist der Grund, warum sich Reisende mit einer komplexen Route die Transitregeln auch dann einmal anschauen sollten, wenn sie sie im Moment nicht brauchen.

Visumfreie Einreise und Transit im Vergleich

Die beiden Regeln unterscheiden sich in vier Punkten. Bei der visumfreien Einreise ist das Reiseziel nach China beliebig, beim Transit muss es ein Drittland sein. Die visumfreie Einreise erlaubt Reisen im ganzen Land, der Transit nur in bestimmten Gebieten. Die visumfreie Einreise ist an keinen bestimmten Grenzübergang gebunden, der Transit an die zugelassenen Übergänge. Und die zulässige Dauer ist verschieden, wie die Kästen oben zeigen. Gemeinsam ist beiden, dass sie nur für gewöhnliche Reisepässe gelten und keine Erwerbstätigkeit erlauben.

Ablauf bei der Ankunft

Am Flughafen zeigen Schilder den Weg zum Schalter für den visumfreien Transit. Dort werden Pass, Weiterreiseticket und gegebenenfalls eine Hotelbuchung vorgelegt. Es lohnt sich, die Adresse der ersten Unterkunft in chinesischen Zeichen dabeizuhaben. Die Beamten füllen ein Formular aus oder lassen es ausfüllen und setzen einen Stempel mit der erlaubten Aufenthaltsdauer in den Pass.

Wie bei jeder Einreise werden Fingerabdrücke abgenommen, und in Hotels erfolgt die polizeiliche Anmeldung automatisch beim Check-in. Wer privat übernachtet, muss sich nach den Hinweisen des Auswärtigen Amts innerhalb von 24 Stunden bei der zuständigen Polizeidienststelle anmelden. Die Einreisebedingungen zur Passgültigkeit gelten auch hier.

Typische Fehler vermeiden

Die häufigsten Probleme entstehen, wenn Reisende die Stunden falsch zählen. Die Frist beginnt nach den Angaben vieler Quellen mit dem Tag nach der Einreise zu laufen, die exakte Berechnung ist aber eine Frage der Auslegung, und niemand sollte es auf die letzte Stunde ankommen lassen. Ein Weiterflug, der knapp nach Ablauf der Frist startet, ist ein unnötiges Risiko.

Ein zweiter Fehler betrifft Umwege. Wer während des Transits spontan in eine Provinz außerhalb der zugelassenen Gebiete fährt, verstößt gegen die Bedingungen, auch wenn niemand im Zug fragt. Bei Kontrollen im Hotel oder bei der Ausreise kann das auffallen. Die Folgen reichen von Befragungen bis zu Einreiseverboten für künftige Reisen.

Ein dritter Punkt betrifft Änderungen der Weiterreise. Wird der Weiterflug storniert oder verschoben, muss das neue Datum innerhalb der Frist liegen. Wer erkennt, dass das nicht klappt, sollte sich frühzeitig an die Ausländerbehörde der Stadt wenden, in der er sich aufhält, und nicht bis zum Tag der Ausreise warten. Die Behörden können in begründeten Fällen eine Verlängerung oder eine andere Lösung finden, doch das verlangt Zeit und Unterlagen. Eine Kopie der ursprünglichen Buchung, die Mitteilung der Fluggesellschaft über die Änderung und die neue Buchung gehören dann in die Tasche.

Auch Krankheit kann eine Rolle spielen. Wer während des Transits ins Krankenhaus muss und den Weiterflug verpasst, braucht eine Bescheinigung und sollte die deutsche Botschaft in Peking oder das zuständige Generalkonsulat informieren.

Kurzer Blick zurück

Der Transit ohne Visum begann 2013 mit 72 Stunden, zunächst in Peking und Shanghai, kurz darauf auch in Guangzhou. Damals nutzten ihn vor allem Geschäftsreisende und Umsteiger, die einen Tag in Peking verbringen wollten, statt im Transitbereich zu warten. Aus einem Angebot für einen Stadtbummel zwischen zwei Flügen ist inzwischen ein Instrument geworden, mit dem China internationale Reisende anziehen will. Die jüngste Verlängerung fällt in dieselbe Zeit wie die Ausweitung der visumfreien Einreise für viele europäische Länder.

Wer China kennenlernen möchte, ohne sich mit den Feinheiten zu befassen, nimmt für eine Rundreise daher den einfacheren Weg der visumfreien Einreise, solange sie gilt. Alles Weitere zu den Einreisebestimmungen bündelt die Seite China Visum für Deutsche, und die Sicherheitshinweise, die das Auswärtige Amt für China gibt, ordnet der Beitrag Sicherheit und Reisehinweise China ein. Der Schalter für Transitreisende in Pudong bleibt so ein Ort für die anderen: für Reisende mit einem Ticket nach Tokio oder Bangkok und einem Nachmittag am Bund.

FAQHäufige Fragen

Gilt der 240-Stunden-Transit auch für Deutsche?

Ja, Deutschland gehört zu den Ländern, deren Staatsangehörige den visumfreien Transit nutzen können. Solange die visumfreie Einreise für Deutsche gilt, ist der Transit für sie aber meist nicht nötig, weil die einfache visumfreie Einreise weniger Bedingungen stellt.

Zählt Hongkong als Drittland für den Transit?

Nach den Regeln für den visumfreien Transit gelten Hongkong, Macau und Taiwan als eigenständige Ziele. Ein bestätigtes Ticket vom Festland nach Hongkong kann daher die Bedingung der Weiterreise erfüllen. Vor der Reise die aktuellen Angaben der chinesischen Einwanderungsbehörde prüfen.

Darf man während des Transits die Provinz wechseln?

Die Regel erlaubt den Aufenthalt in den zugelassenen Gebieten, die inzwischen über mehrere Provinzen reichen. Reisen außerhalb dieser Gebiete sind nicht gestattet. Welche Gebiete dazugehören, veröffentlicht die National Immigration Administration.

Kann man mit einem Hin- und Rückflug nach Deutschland den Transit nutzen?

Nein. Der Transit setzt voraus, dass die Reise in ein Drittland weitergeht. Ein Rückflug in das Land, aus dem man angereist ist, erfüllt diese Bedingung nicht.

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