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Alipay als Tourist einrichten

Wer Alipay schon zu Hause einrichtet, zahlt in China ab der ersten Metrofahrt per QR-Code. Die Schritte dauern selten länger als eine halbe Stunde, die Prüfung des Passes manchmal etwas länger.

Veröffentlicht 12. Juli 2026Aktualisiert 12. Juli 2026

Alle Bezahlwege im Überblick

Zeichnung in Tusche zum Thema: Alipay als Tourist einrichten
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Am Obststand vor der Metrostation Dongsi in Peking hängt kein Kartenlesegerät, sondern ein laminierter QR-Code, mit Klebeband an der Waage befestigt. Die Verkäuferin deutet darauf, wenn jemand nach dem Preis fragt. Solche Szenen erklären, warum Alipay für Reisende in China inzwischen fast so wichtig ist wie der Reisepass. Bargeld wird zwar angenommen und darf gesetzlich nicht verweigert werden, doch Wechselgeld ist an kleinen Ständen oft knapp, und viele Automaten, Mietfahrräder oder Bestellsysteme in Restaurants kennen nur den Code.

Seit die Betreiber der großen Bezahl-Apps sich für ausländische Karten geöffnet haben, lässt sich Alipay ohne chinesisches Bankkonto nutzen. Die Einrichtung verlangt eine Telefonnummer, den Reisepass und eine Kredit- oder Debitkarte. Wer diese drei Dinge zusammen hat, kann den Großteil der Arbeit noch in Deutschland erledigen.

Welche Version von Alipay herunterladen?

Im App Store und bei Google Play erscheint Alipay mit dem blauen Logo und dem Herausgeber Alipay.com beziehungsweise Ant Group. Es gibt keine separate Touristenversion. Die App erkennt anhand der Telefonnummer und der Spracheinstellung des Geräts, dass ein internationaler Nutzer sie öffnet, und schaltet dann auf eine englische Oberfläche um. Wer die Sprache später ändern will, findet die Einstellung im Profilbereich.

Vorsicht bei Nachahmern: In manchen Stores tauchen Apps mit ähnlichem Namen auf, die Wechselkurse anzeigen oder angeblich beim Einrichten helfen. Für die Zahlungen selbst braucht man nur die offizielle App. Ein kurzer Blick auf den Herausgeber und die Zahl der Bewertungen genügt meist, um die richtige zu erkennen.

Das Smartphone selbst sollte ein halbwegs aktuelles Betriebssystem haben. Auf sehr alten Geräten verweigert Alipay gelegentlich die Gesichtserkennung, die für die Identitätsprüfung nötig ist. Das ist ärgerlich, lässt sich aber nicht umgehen.

Registrierung mit deutscher Telefonnummer

Beim ersten Start fragt Alipay nach der Mobilnummer. Hier die Landesvorwahl von Deutschland auswählen und die Nummer ohne führende Null eintragen. Per SMS kommt ein Code, der in die App gehört. Danach legt man in der Regel ein Kennwort oder eine sechsstellige Zahlungs-PIN fest. Diese PIN wird später beim Bezahlen oder bei Änderungen am Konto abgefragt, sie sollte also nicht die gleiche sein wie die PIN der Bankkarte.

Wichtig ist, dass die Nummer auch in China SMS empfangen kann. Wer dort mit einer reinen Daten-eSIM unterwegs ist und die deutsche SIM deaktiviert, bekommt Sicherheitscodes womöglich nicht. Moderne Telefone können beide Karten gleichzeitig aktiv halten: die deutsche für SMS, die eSIM für Daten. Mehr dazu steht im Artikel über die eSIM für China.

Manche Reisende registrieren sich stattdessen mit einer E-Mail-Adresse, weil die App diese Option in einzelnen Versionen anbietet. Für die Kartenbindung verlangt Alipay aber fast immer zusätzlich eine Telefonnummer, der Weg über die Mobilnummer ist deshalb der direktere.

Identitätsprüfung mit dem Reisepass

Bevor Alipay Zahlungen über eine bestimmte Grenze zulässt, verlangt die App eine Identitätsprüfung. Chinesische Vorschriften schreiben für Zahlungsdienste die Klarnamenpflicht vor, deshalb gibt es diesen Schritt auch für Touristen. Die App bittet darum, ein Foto der Passdatenseite aufzunehmen und anschließend das eigene Gesicht vor die Kamera zu halten. Oft soll man dabei blinzeln oder den Kopf leicht drehen, damit das System erkennt, dass ein lebender Mensch vor dem Gerät sitzt.

Der Name muss genau so eingetragen werden, wie er im Pass steht, in Großbuchstaben und in der Schreibweise der maschinenlesbaren Zeile. Umlaute werden dort ersetzt: Aus Müller wird MUELLER, aus Weiß wird WEISS. Wer seinen Namen mit Umlaut eintippt, provoziert eine Ablehnung.

Die Prüfung läuft teils automatisch in wenigen Minuten, teils landet sie bei einem Mitarbeiter und dauert länger. In dieser Zeit lässt sich Alipay meist schon für kleine Beträge verwenden. Deshalb lohnt es sich, die Einrichtung ein paar Tage vor dem Abflug zu erledigen und nicht erst in der Ankunftshalle von Shanghai-Pudong, wo das WLAN langsam ist und die Schlange am Taxistand wartet.

Ein Wort zum Datenschutz: Mit der Prüfung landen Passdaten und ein Gesichtsbild bei einem chinesischen Unternehmen. Das Auswärtige Amt weist in seinen Reisehinweisen allgemein darauf hin, dass in China mit einer umfassenden Erfassung von Daten zu rechnen ist. Wer das nicht möchte, kommt mit Bargeld und Kreditkarte in großen Hotels und Kaufhäusern auch durch, verzichtet aber auf viel Bequemlichkeit.

Kreditkarte hinterlegen

Im Bereich für Bankkarten, der je nach Version über das Profil oder die Startseite erreichbar ist, wählt man das Hinzufügen einer Karte. Alipay fragt Kartennummer, Ablaufdatum und Prüfziffer ab, außerdem den Namen des Karteninhabers und manchmal die Rechnungsadresse. Anschließend kann die ausgebende Bank eine Bestätigung verlangen, etwa per App-Freigabe oder SMS-Code nach dem Verfahren 3-D Secure.

Genau an dieser Stelle scheitern die meisten Versuche. Deutsche Banken stufen eine erste Belastung durch einen chinesischen Zahlungsdienst gern als verdächtig ein und blockieren sie. Hilfreich ist es, vor der Reise in der Banking-App nachzusehen, ob Zahlungen im Ausland und Online-Zahlungen freigeschaltet sind, und bei Bedarf die Hotline der Bank anzurufen. Manche Banken bieten dort eine Freigabe für bestimmte Länder an.

Mit Kreditkarten von Visa und Mastercard klappt die Bindung am zuverlässigsten. Debitkarten wie die Visa Debit oder Debit Mastercard gehen oft, aber nicht immer. Eine girocard ohne Co-Branding funktioniert nicht, da sie außerhalb Europas kein Netz hat. Wer zwei Karten verschiedener Banken hinterlegt, hat eine Reserve, falls eine davon gesperrt wird.

Bei den Kosten gilt: Alipay zeigt eine etwaige Gebühr vor jeder Zahlung an. Die aktuell geltenden Werte stehen im folgenden Kasten.

Hinzu kommt das Auslandseinsatzentgelt der eigenen Bank, das sich je nach Konto stark unterscheidet. Reisekreditkarten ohne Fremdwährungsgebühr sind hier klar im Vorteil. Eine ausführliche Übersicht zu Bargeld, Karten und Wechselkursen bietet die Seite zur chinesischen Währung.

Die ersten Zahlungen vor Ort

In China gibt es zwei Wege, mit Alipay zu bezahlen. Beim ersten scannt man selbst den QR-Code des Händlers, gibt den Betrag ein und bestätigt mit PIN oder Gesichtserkennung. So funktioniert es an Marktständen, in kleinen Nudelküchen oder bei Straßenhändlern. Beim zweiten öffnet man in der App den eigenen Zahlungscode, einen Barcode mit QR-Code darunter, und hält ihn an den Scanner an der Kasse. Das ist in Supermärkten, Ketten und Hotels üblich.

Der eigene Zahlungscode aktualisiert sich regelmäßig. Ein Screenshot davon ist nutzlos und sollte auch niemandem geschickt werden. Wer zahlen möchte, öffnet die App in dem Moment, in dem die Kasse bereit ist.

Nach der ersten erfolgreichen Zahlung erscheint der Betrag in Yuan im Verlauf der App, die Abbuchung auf der Kreditkartenabrechnung folgt in Euro. Die Differenz zwischen beiden Beträgen ergibt sich aus Wechselkurs und Bankentgelt.

Eine kleine Besonderheit betrifft Rückerstattungen. Wird ein Kauf storniert, fließt das Geld auf die Karte zurück, allerdings zum dann geltenden Kurs und manchmal erst nach einigen Tagen. Größere Einkäufe, bei denen ein Umtausch denkbar ist, zahlt man deshalb besser direkt mit Kreditkarte, wo der Händler das akzeptiert.

Mini-Programme: Metro, Taxi, Tickets

Alipay ist mehr als eine Geldbörse. In der App stecken sogenannte Mini-Programme, kleine Anwendungen von Drittanbietern, die ohne separate Installation laufen. Darunter finden sich Fahrdienste wie Didi, Fahrradverleihe, Kinokassen und in vielen Städten die Nahverkehrscodes für Metro und Bus. In Peking, Shanghai, Guangzhou oder Chengdu lässt sich so mit einem QR-Code durch die Sperre der U-Bahn gehen, ohne am Automaten ein Ticket zu lösen.

Der Nahverkehrscode muss je Stadt einmal aktiviert werden. Die App fragt dabei nach Zustimmung zu den Bedingungen des örtlichen Betreibers. Nicht jede Stadt unterstützt ausländische Karten als Quelle für den Code, in solchen Fällen bleibt der Ticketautomat, der meist Bargeld und oft auch Alipay annimmt. Wie der Fahrdienst in der Praxis funktioniert und welche Karten-App vor Ort hilft, steht im Beitrag über Amap, Didi und die Metro-Apps.

Etwas Geduld braucht es beim Durchsuchen der Mini-Programme. Viele sind nur auf Chinesisch beschriftet, auch wenn die App selbst auf Englisch eingestellt ist. Die Suchfunktion innerhalb von Alipay versteht englische Begriffe wie Metro oder Didi aber meistens.

Typische Probleme und was hilft

Wenn die Karte beim Hinzufügen abgelehnt wird, liegt es meist an der Bank. Ein Anruf bei der Sperr- oder Servicehotline löst das in den meisten Fällen. Wenn die App meldet, die Identität könne nicht bestätigt werden, hilft ein neuer Versuch mit besserem Licht und dem Namen in Passschreibweise.

Auch Zahlungen, die an der Kasse plötzlich scheitern, kommen vor. Dahinter steht oft ein Limit: Für Nutzer mit ausländischer Karte gelten Obergrenzen pro Zahlung und pro Jahr, die sich ändern können und in der App einsehbar sind. Im Hotel oder bei Zugtickets mit hohen Beträgen ist die Kreditkarte direkt deshalb manchmal der einfachere Weg.

Ein dritter Klassiker betrifft das Internet. Alipay braucht für jede Zahlung eine Datenverbindung. In Tiefgaragen, Kellerrestaurants oder auf der Strecke durch lange Tunnel fällt das Netz aus, und der Zahlungscode lädt nicht. Wer sich auf die App verlässt, sollte trotzdem einen kleinen Betrag in bar dabeihaben. Einen Überblick über Datenzugang, SIM und die übrigen Apps gibt die Seite Internet und Apps in China.

Reisen mehrere Personen zusammen, braucht jede ein eigenes Konto mit eigenem Pass. Ein Konto auf zwei Telefonen gleichzeitig zu nutzen, sieht Alipay nicht vor, und ein Gerätewechsel löst eine neue Sicherheitsprüfung aus. Wer unterwegs das Handy verliert, sperrt zuerst die hinterlegte Kreditkarte bei der Bank und meldet sich danach auf einem Ersatzgerät mit Telefonnummer und Zahlungs-PIN an. Paare, die sich die Kosten teilen, zahlen deshalb oft abwechselnd, statt einander Geld innerhalb der App zu schicken, was mit ausländischen Karten ohnehin nicht klappt.

Schließlich gibt es Situationen, in denen Alipay schlicht nicht funktioniert, weil ein Händler nur WeChat Pay akzeptiert. Das ist seltener geworden, kommt in Kleinstädten aber vor. Wer beide Apps einrichtet, ist auf der sicheren Seite. Die Schritte für die zweite App sind ähnlich und im Artikel über WeChat Pay mit deutscher Kreditkarte beschrieben.

Alipay oder WeChat Pay zuerst?

Für Kurzreisende, die nur eine App einrichten wollen, ist Alipay die bessere Wahl. Die Oberfläche ist für internationale Nutzer klarer gegliedert, und die Bindung einer ausländischen Karte klappt nach Erfahrungsberichten etwas zuverlässiger. WeChat hat dafür den Vorteil, dass fast jeder Kontakt in China über den Messenger läuft, von der Pension in Yangshuo bis zur Stadtführerin, die man zufällig kennenlernt.

Eine Randnotiz zur Geschichte: Alipay entstand 2004 als Treuhanddienst für die Handelsplattform Taobao, damit Käufer und Verkäufer einander nicht blind vertrauen mussten. Der Gedanke, dass die App das Geld erst freigibt, wenn die Ware angekommen ist, prägt bis heute die Art, wie Rückerstattungen und Streitfälle ablaufen.

Wer nach der Rückkehr kein Konto mehr braucht, kann die hinterlegten Karten in der App entfernen. Das Konto selbst bleibt bestehen und ist bei der nächsten Reise sofort wieder nutzbar, sofern die Telefonnummer noch dieselbe ist.

FAQHäufige Fragen

Braucht man für Alipay eine chinesische Telefonnummer?

Nein. Die Registrierung funktioniert mit einer deutschen Mobilnummer, die SMS mit dem Bestätigungscode empfangen kann. Die Nummer sollte während der Reise erreichbar bleiben, weil Alipay bei Sicherheitsabfragen erneut Codes schickt.

Welche Karten lassen sich in Alipay hinterlegen?

Alipay nimmt Kreditkarten der großen internationalen Netze an, vor allem Visa und Mastercard, dazu weitere Marken wie JCB oder Diners Club. Manche Debitkarten deutscher Banken funktionieren, andere werden abgelehnt. Eine zweite Karte als Reserve schadet nicht.

Fallen beim Bezahlen mit Alipay Gebühren an?

Bei Beträgen über einer bestimmten Grenze berechnet Alipay eine Servicegebühr, die vor dem Bestätigen angezeigt wird. Die geltenden Werte stehen auf der Seite Bezahlen in China. Die eigene Bank kann zusätzlich ein Auslandsentgelt verlangen.

Kann man mit Alipay Geld an Privatpersonen überweisen?

Mit einer ausländischen Karte als Zahlungsquelle ist das Überweisen an Privatpersonen in der Regel nicht möglich. Das Bezahlen bei Händlern, auch bei kleinen Ständen mit persönlichem QR-Code, funktioniert dagegen.

Was tun, wenn die Passprüfung hängen bleibt?

Den Namen exakt wie in der maschinenlesbaren Zeile des Passes eintragen, das Foto bei gutem Licht ohne Spiegelung wiederholen und notfalls den Kundendienst in der App anschreiben. Die Prüfung vor der Abreise zu starten, lässt genug Puffer.

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