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Währung in China: Renminbi und Yuan, Bargeld, Geld abheben

Auf dem Preisschild steht ¥, der Verkäufer sagt „kuai“, und auf dem Schein steht Renminbi. Gemeint ist jedes Mal dasselbe Geld.

RedaktionAktualisiert September 2026

Zeichnung in Tusche zum Thema: Währung in China: Renminbi und Yuan, Bargeld, Geld abheben
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Auf dem Nachtmarkt in Xi’an kostet ein Spieß „wu kuai“, fünf Kuai. Der Händler meint damit fünf Yuan, auf dem Schein steht „Renminbi“, und im Kassenbon der Bank heißt dieselbe Summe CNY. Wer die Währung Chinas zum ersten Mal in der Hand hat, begegnet ihr also unter vier Namen. Das klingt verwirrender, als es ist.

Renminbi, Yuan, Jiao und Fen: was ist was?

Renminbi bedeutet wörtlich „Volkswährung“ und ist der offizielle Name des Geldes der Volksrepublik. Yuan ist die Recheneinheit, so wie Euro die Einheit der europäischen Währung ist. Man sagt also nicht „zehn Renminbi“, sondern „zehn Yuan“, auch wenn beides verstanden wird. Der internationale Code lautet CNY, das Zeichen ist ¥, dasselbe Symbol, das auch für den japanischen Yen verwendet wird.

Ein Yuan teilt sich in zehn Jiao, ein Jiao in zehn Fen. Im Gespräch heißen sie anders: Der Yuan ist „kuai“, wörtlich „Stück“, und der Jiao ist „mao“. Ein Preis von 12,50 Yuan wird auf dem Markt als „shi’er kuai wu“ gesprochen, zwölf Kuai und fünf, wobei das „mao“ am Ende oft entfällt. Fen spielen im Alltag praktisch keine Rolle mehr. Fen tauchen allenfalls auf Kassenbons im Supermarkt auf, gezahlt wird gerundet oder digital.

Welche Scheine und Münzen gibt es?

Die heute umlaufenden Banknoten der Volksrepublik zeigen auf der Vorderseite das Porträt von Mao Zedong und auf der Rückseite je ein Motiv aus Landschaft oder Architektur. Auf dem 100-Yuan-Schein ist die Große Halle des Volkes in Peking abgebildet, auf dem 20-Yuan-Schein die Karstlandschaft am Li-Fluss bei Guilin, auf dem 10-Yuan-Schein die Drei Schluchten des Jangtse. Für Reisende, die diese Orte besuchen, ist das ein hübsches Detail: Das Motiv des Scheins lässt sich vor Ort nachfotografieren.

EinheitScheineMünzen
Yuan1, 5, 10, 20, 50, 1001
Jiao1, 5 (ältere Serien)1, 5

Im Alltag sind der 100er, der 50er, der 20er und der 10er am wichtigsten. Kleine Scheine und Münzen braucht man für Busse in kleineren Städten, für Wasser am Kiosk und für Händler, die große Scheine ungern wechseln. Wer mit einem 100-Yuan-Schein eine Flasche Wasser kaufen will, sorgt für ein Stirnrunzeln. In Nordchina sieht man mehr Scheine, im Süden etwas häufiger Münzen, aber diese Unterschiede sind mit der Verbreitung der Bezahl-Apps kleiner geworden.

Eine historische Randbemerkung: Papiergeld ist eine chinesische Erfindung. In Sichuan gaben Kaufleute unter der Song-Dynastie im 11. Jahrhundert die sogenannten Jiaozi aus, Scheine, die schwere Eisenmünzen ersetzten und bald staatlich übernommen wurden. Marco Polo beschrieb das Papiergeld am Hof der Yuan-Dynastie später mit spürbarem Staunen. Wer in Chengdu unterwegs ist, stößt in Museen und Ausstellungen immer wieder auf diese Geschichte.

Wie bezahlt man heute im Alltag?

In Städten wie Shanghai, Shenzhen oder Hangzhou zahlt kaum jemand mit Bargeld. Man scannt einen QR-Code mit Alipay oder WeChat Pay oder zeigt einen eigenen Code an der Kasse. Beide Apps akzeptieren inzwischen ausländische Visa- und Mastercard-Karten. Für Reisende ist das die bequemste Lösung, allerdings nicht ganz kostenlos:

Die aktuell geltenden Gebühren stehen im Kasten mit Datum und Quelle. Wie beide Apps im Vergleich funktionieren, erklärt der ausführliche Beitrag über das Bezahlen in China mit Währung, Bezahl-Apps und Karten. Die Einrichtung Schritt für Schritt beschreiben die Seiten Alipay einrichten als Tourist und WeChat Pay einrichten.

Kreditkarten direkt am Terminal funktionieren in internationalen Hotels, in großen Kaufhäusern und an manchen Sehenswürdigkeiten. In Restaurants, Taxis, kleinen Läden und an Garküchen sollte man damit nicht rechnen. Die chinesische Kartenorganisation UnionPay ist dort verbreitet, westliche Karten dagegen selten direkt akzeptiert.

Geld abheben in China: wie funktioniert das?

Der einfachste Weg zu Bargeld ist der Geldautomat. Die großen Banken, allen voran Bank of China, Industrial and Commercial Bank of China, China Construction Bank und Agricultural Bank of China, betreiben Automaten, die Visa- und Mastercard-Karten annehmen. An Flughäfen, großen Bahnhöfen und in Innenstädten findet man sie leicht. Die Menüs lassen sich in der Regel auf Englisch umstellen. Chinesische Karten arbeiten mit sechsstelligen Geheimzahlen, die Automaten der großen Banken akzeptieren bei ausländischen Karten aber in der Regel auch die vierstellige PIN. Wer eine Kreditkarte bisher nur kontaktlos oder online genutzt hat, sollte vor der Reise prüfen, ob überhaupt eine PIN vergeben ist, und sie sich notfalls neu zuschicken lassen, denn ohne PIN gibt kein Automat Geld heraus.

Nicht jeder Automat akzeptiert jede Karte. Scheitert der Versuch an einem Gerät, lohnt sich ein zweites einer anderen Bank. Deutsche Girocards mit Maestro- oder V-Pay-Funktion werden in China nur eingeschränkt akzeptiert, darauf weist auch das Auswärtige Amt hin. Eine Kreditkarte oder eine Debitkarte von Visa oder Mastercard ist die verlässlichere Wahl. Die Gebühren beim Abheben hängen vor allem von der eigenen Bank ab; manche Institute verlangen feste Beträge, manche einen Prozentsatz, einige nichts. Das lohnt einen Blick ins Preisverzeichnis vor der Reise.

Am Automaten fragt das Gerät manchmal, ob in Euro oder in Yuan abgerechnet werden soll. Die Umrechnung in Euro durch den Automaten oder die Bank vor Ort ist fast immer teurer als die Abrechnung in der Landeswährung durch die eigene Bank. Deshalb in Yuan abrechnen lassen. Dieselbe Frage stellen manchmal Kartenterminals in Hotels und Kaufhäusern, und auch dort ist die Abrechnung in Yuan die günstigere Wahl. Den Beleg sollte man bis zur Kontrolle der Kreditkartenabrechnung aufbewahren, weil sich doppelte oder falsche Buchungen mit ihm leichter reklamieren lassen. Wer mehrere Karten dabeihat, notiert sich die Sperrnummern der ausgebenden Banken getrennt von den Karten selbst.

Größere Beträge auf einmal abzuheben spart Gebühren, erhöht aber das Risiko bei Verlust. Ein vernünftiger Mittelweg ist ein Vorrat für einige Tage, auf zwei Stellen verteilt, etwa Geldbeutel und Tagesrucksack.

Geld tauschen vor oder nach der Ankunft?

Euro in Yuan umtauschen kann man in Deutschland bei manchen Banken und Wechselstuben auf Vorbestellung, in China bei Banken, an Wechselschaltern am Flughafen und in großen Hotels. Die Kurse unterscheiden sich, und besonders an Flughäfen sind die Aufschläge oft hoch. Für den ersten Tag reicht ein kleiner Betrag, der Rest kommt günstiger aus dem Automaten.

Beim Umtausch in chinesischen Banken braucht man den Reisepass, und es wird ein Formular ausgefüllt. Die Quittung sollte man aufbewahren, denn mit ihr gelingt der Rücktausch übrig gebliebener Yuan vor der Ausreise. Schwarzmarkt-Tausch auf der Straße lohnt nicht. Der Kursvorteil ist gering, das Risiko, Falschgeld oder zu wenig zu bekommen, hoch.

Wie erkennt man Falschgeld?

Gefälschte Scheine kommen in China vor, besonders bei den großen Werten. Wer Geld am Automaten einer Bank abhebt, bekommt echte Scheine; heikel wird es beim Wechselgeld auf Märkten, in Taxis ohne App-Buchung oder bei Straßenhändlern, die große Scheine wechseln.

Die Sicherheitsmerkmale der Banknoten sind fühl- und sichtbar. Das Porträt ist leicht erhaben gedruckt und fühlt sich rau an. Gegen das Licht gehalten erscheint ein Wasserzeichen, und ein eingearbeiteter Sicherheitsfaden wird sichtbar. Die Wertzahl auf neueren Scheinen wechselt beim Kippen die Farbe. Wer unsicher ist, vergleicht einen verdächtigen Schein mit einem aus dem Bankautomaten. Chinesische Kassiererinnen tun übrigens dasselbe mit ausländischen Kunden, und es ist üblich, dass große Scheine an der Kasse kurz gegen das Licht gehalten werden. Das ist keine Unhöflichkeit.

Eine bekannte Masche ist der Scheintausch: Der Gegenüber nimmt einen echten 100er, behauptet, er sei falsch, und gibt einen gefälschten zurück. Deshalb Scheine beim Bezahlen nicht aus der Hand geben, bevor der Preis klar ist, und einen zurückgereichten Schein genau ansehen. Mit einer Zahlung per App ist diese Masche übrigens ausgeschlossen, was ein weiterer Grund ist, auf Märkten beides bereitzuhalten.

Warum Bargeld trotz Apps sinnvoll bleibt

Das digitale Bezahlen hat einen Nachteil: Es funktioniert nur, wenn Handy, Netz, App und Karte gleichzeitig mitspielen. Lehnt die Bank eine Zahlung aus Sicherheitsgründen ab, während in Deutschland Nacht ist, oder ist der Akku am Abend leer, hilft nur Bargeld. Auf dem Land, in Tempeln mit Spendenkästen und bei älteren Händlern kommt es auch vor, dass schlicht kein Code bereitliegt.

Die Annahme von Bargeld ist in China gesetzlich geregelt, und die Zentralbank People’s Bank of China hat Geschäfte wiederholt angehalten, Bargeld nicht zu verweigern. Im Alltag heißt das nicht, dass jeder Kiosk Wechselgeld für einen 100er hat. Kleine Scheine sind deshalb die beste Absicherung.

Parallel zu Bargeld und Apps testet China seit einigen Jahren den digitalen Yuan, eine von der Zentralbank herausgegebene digitale Form des Renminbi mit eigener App. Für Reisende spielt er bislang kaum eine Rolle; Alipay und WeChat Pay bleiben der praktische Weg.

Wo Bargeld am meisten hilft: Märkte und Handeln

Auf Märkten ist Bargeld mehr als eine Notlösung, es ist ein Verhandlungsmittel. Wer auf dem Antiquitätenmarkt in Shanghai, auf dem Panjiayuan-Markt in Peking oder an den Ständen rund um touristische Altstädte einkauft, verhandelt über den Preis, und ein passender Schein in der Hand macht ein Angebot glaubwürdiger als ein QR-Code, der erst gescannt werden muss. Auch wer am Ende doch per App zahlt, sollte den Betrag vorher mündlich oder auf dem Taschenrechner des Händlers festgelegt haben.

Wo gehandelt wird und wo nicht, ist eine eigene Frage. In Kaufhäusern, Supermärkten, Restaurants und bei Eintrittskarten gelten feste Preise; auf Märkten für Kleidung, Souvenirs und Kunsthandwerk ist Handeln dagegen üblich und wird erwartet. Die Seite zu Sitten und Verhandlungsregeln beschreibt, wie man dabei höflich bleibt, ohne zu viel zu zahlen.

Wie viel Bargeld sollte man mitnehmen?

Eine feste Summe gibt es nicht, weil sie vom Reisestil abhängt. Wer in Großstädten reist, Alipay eingerichtet hat und im Hotel mit Karte zahlt, braucht nur eine kleine Reserve für Ausfälle. Wer in ländliche Regionen fährt, etwa in die Dörfer um Yangshuo, in die Berge von Yunnan oder zu kleineren Tempelanlagen, sollte mehr einplanen, weil dort die Automaten seltener werden und manche Kassen noch lieber Scheine sehen.

Für die Ein- und Ausfuhr größerer Bargeldbeträge gelten sowohl in China als auch in Deutschland Meldegrenzen. Die aktuellen Werte nennen die Zollbehörden und das Auswärtige Amt. Für eine normale Urlaubsreise spielt das selten eine Rolle, bei längeren Aufenthalten oder Geschäftsreisen mit hohen Barbeträgen sollte man vorher nachsehen.

Sonderfälle: Hongkong, Macau und die Ausreise

Hongkong und Macau haben eigene Währungen, den Hongkong-Dollar und die Pataca, wie auch die Seite zu Hongkong und Macau beschreibt. In Macau wird der Hongkong-Dollar fast überall angenommen, umgekehrt gilt das nicht. Yuan werden in manchen Geschäften beider Städte akzeptiert, meist aber zu einem schlechteren Kurs. Wer von Shenzhen nach Hongkong fährt, hebt dort besser neu ab.

Bei der Ausreise lohnt ein Blick in den Geldbeutel. Übrig gebliebene Yuan lassen sich am Flughafen zurücktauschen, oft zu einem schwachen Kurs, und in Deutschland ist der Rücktausch kleiner Beträge umständlich. Viele Reisende geben den Rest deshalb für Tee, Snacks am Gate oder im Duty-free aus. Einige Münzen bleiben ohnehin als Andenken in der Jackentasche zurück, und beim Trinkgeld stellt sich die Frage kaum, denn es ist in China außerhalb internationaler Hotels unüblich, wie die Seite zum Trinkgeld in China erklärt.

FAQHäufige Fragen

Heißt die Währung in China Renminbi oder Yuan?

Beides ist richtig. Renminbi, abgekürzt RMB, ist der Name der Währung, Yuan ist ihre Einheit. Der internationale Währungscode lautet CNY. Umgangssprachlich sagt man für einen Yuan „kuai“.

Kann man in China mit Euro bezahlen?

Nein. Im Alltag wird ausschließlich in Yuan bezahlt. Euro lassen sich bei Banken und an Wechselschaltern an Flughäfen umtauschen, praktischer ist meist das Geldabheben am Automaten.

Welche Geldautomaten in China nehmen ausländische Karten?

Vor allem die Automaten der großen Banken wie Bank of China, ICBC oder China Construction Bank, bevorzugt an Flughäfen, Bahnhöfen und in Einkaufsvierteln. Nicht jeder Automat akzeptiert jede Karte; eine zweite Karte eines anderen Netzwerks hilft.

Braucht man in China überhaupt noch Bargeld?

Selten, aber dann dringend: wenn die App eine Zahlung ablehnt, der Akku leer ist oder ein kleiner Händler keinen Code hat. Ein kleiner Vorrat an Yuan in verschiedenen Scheinen gehört deshalb in jede Reisekasse.

Gilt der Yuan auch in Hongkong und Macau?

Nein. Hongkong hat den Hongkong-Dollar, Macau die Pataca. Yuan werden dort teils angenommen, oft aber zu einem ungünstigen Kurs. Details stehen auf der Seite Hongkong und Macau.

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