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Antiquitäten und Flohmärkte in Shanghai

Der Straßenmarkt an der Dongtai Road ist verschwunden. Der Handel mit Porzellan, Mao-Andenken und alten Fotos lebt in Shanghai weiter, nur verstreuter.

RedaktionAktualisiert September 2026

Zeichnung in Tusche zum Thema: Antiquitäten und Flohmärkte in Shanghai
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Wer in einem älteren Reiseführer nach dem Antiquitätenmarkt an der Dongtai Road sucht, steht heute vor Neubauten. Der Freiluftmarkt westlich der Altstadt, auf dem Händler zwischen Wäscheleinen und Vogelkäfigen Porzellan, Mao-Plaketten und Fotos aus der Kolonialzeit verkauften, wurde Mitte der 2010er Jahre geschlossen und mit dem umgebenden Viertel abgerissen. Mit ihm verschwand eine Form Shanghaier Straßenlebens, die es in der Innenstadt kaum noch gibt.

Wo wird heute gehandelt?

Der Handel hat sich verlagert: in Ladenzeilen, Hallen mit festen Händlern und an Wochenendmärkte, deren Standorte wechseln. Am leichtesten zu finden sind Kunsthandwerk und Souvenirs in der Altstadt rund um den Yu-Garten, wo an der Fangbang-Straße die Läden dicht an dicht stehen. Echte Antiquitäten sind dort die Ausnahme, gut gemachte Repliken die Regel.

Konkrete Märkte und Hallen öffnen, schließen und ziehen um. Vor einem gezielten Besuch lohnt es, aktuelle Angaben zu prüfen; Öffnungszeiten stehen hier bewusst nicht.

Echt oder nachgemacht?

Das allermeiste, was als “alt” angeboten wird, ist es nicht. Qing-Porzellan, Bronzen und Rollbilder werden in großen Mengen nachgefertigt, teils künstlich gealtert. Wer das akzeptiert und eine schöne Replik zu einem vernünftigen Preis kauft, hat nichts falsch gemacht. Ärgerlich wird es erst, wenn jemand für eine angebliche Ming-Vase Sammlerpreise bezahlt.

Handeln gehört dazu. Der erste genannte Preis ist ein Angebot, kein Endpreis; ruhig bleiben, ein eigenes Gebot nennen und notfalls weitergehen. Wie das ohne Gesichtsverlust auf beiden Seiten gelingt, beschreibt die Seite zu Sitten und Verhandlungsregeln. Kleine Händler nehmen oft nur mobile Zahlung oder Bargeld, siehe Währung, Bargeld und Karten und Bezahlen in China.

Echte Stücke ansehen statt kaufen

Wer wissen will, wie echtes Porzellan der Song- oder Qing-Zeit aussieht, geht vorher ins Shanghai Museum am Volksplatz. Die Sammlungen zu Keramik, Bronzen, Kalligrafie und Möbeln gehören zu den besten des Landes. Nach einem Nachmittag dort sieht man auf dem Markt mit anderen Augen, was eine Glasur tatsächlich ausmacht und warum Farbverläufe bei Nachbildungen oft zu glatt wirken.

Die Frage der Ausfuhr ist keine Formalie. Echte Kulturgüter dürfen China nur mit amtlicher Genehmigung verlassen, und der Zoll kontrolliert das. Seriöse Händler geben bei Stücken, die sie als alt verkaufen, entsprechende Papiere mit; wer keine bekommt, sollte davon ausgehen, eine Replik gekauft zu haben, oder vom Kauf absehen.

Weitere Ziele in der Stadt stehen im Shanghai-Überblick. Und wer ohnehin in die Altstadt fährt: Das Teehaus Huxinting am Zickzack-Steg vor dem Yu-Garten ist fast immer voller Touristen, die Gassen ein paar Straßen weiter sind es nicht.

FAQHäufige Fragen

Gibt es den Antiquitätenmarkt an der Dongtai Road noch?

Nein. Die Stände wurden Mitte der 2010er Jahre im Zuge der Umgestaltung des Viertels geschlossen, das Gebiet ist neu bebaut. Wer dorthin fährt, findet keinen Markt mehr.

Darf man in China gekaufte Antiquitäten ausführen?

Nur mit amtlicher Genehmigung. Echte alte Kulturgüter unterliegen strengen Ausfuhrregeln; ohne Bescheinigung des zuständigen Amts drohen Beschlagnahme und Strafen. Bei Repliken ist das kein Thema, bei echten Stücken vor dem Kauf klären.

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