Der Jadebuddha-Tempel, chinesisch Yufo Si, liegt im Stadtteil Jing’an im Nordwesten des Zentrums, und von außen fällt er vor allem durch seine ockergelben Mauern auf. Drinnen riecht es nach Räucherwerk, und am Wochenende drängen sich Familien, die Kerzen und Weihrauch darbringen. Ein Museumsbesuch ist das nicht. Der Tempel ist ein aktives Kloster des Chan-Buddhismus mit Mönchen, die hier leben.
Woher kommen die Jadefiguren?
Die Geschichte beginnt 1882. Der Mönch Huigen vom Putuo Shan kehrte von einer Pilgerreise über Birma zurück und brachte zwei Buddhafiguren aus weißer Jade mit, die ein dort lebender Chinese gestiftet hatte. Für sie entstand in Shanghai ein Tempel. Dieser erste Bau ging in den Wirren um den Sturz der Qing-Dynastie unter, die Figuren blieben erhalten. Der heutige Tempel wurde in den 1920er Jahren an der jetzigen Stelle errichtet.
Die bekanntere der beiden Figuren zeigt Buddha sitzend, knapp zwei Meter hoch und mit Edelsteinen besetzt. Die zweite, kleinere, zeigt ihn liegend beim Eintritt ins Nirwana. Beide stehen in eigenen Hallen, getrennt vom Hauptweg durch die Höfe.
Was man beim Rundgang sieht
Der Aufbau folgt dem klassischen Muster chinesischer Klöster: Zuerst die Halle der Himmelskönige mit den vier Wächterfiguren, dann über einen Hof die große Haupthalle mit vergoldeten Buddhafiguren. Die Jadefiguren liegen seitlich und oben in den hinteren Gebäuden. Wer den buddhistischen Hintergrund einordnen möchte, findet die Grundlagen unter Religionen Chinas.
Eine Randnotiz für Besucher mit mehr Zeit: Zu den ältesten Tempeln Shanghais gehört nicht dieser, sondern der Longhua-Tempel im Süden der Stadt mit seiner Pagode. Wer beide sieht, merkt den Unterschied zwischen einem über Jahrhunderte gewachsenen Kloster und einer Stiftung aus dem späten 19. Jahrhundert, die erst in der Republikzeit ihre heutige Form bekam.
Verhalten und praktische Punkte
Schultern und Knie bedeckt halten, in den Hallen leise sein, nicht auf Türschwellen treten und niemanden beim Beten fotografieren. Das sind Selbstverständlichkeiten, die trotzdem oft übersehen werden. Mehr zu solchen Regeln steht unter Sitten und Etikette.
Der Tempel lässt sich gut mit einem Nachmittag in Jing’an oder am Suzhou Creek verbinden; wie er in einen Stadtaufenthalt passt, zeigt die Übersicht zu Shanghai, eine knappe Route mit Peking steht unter Peking und Shanghai in 6 Tagen. Anfahrt per Metro oder Taxi ist unkompliziert; die nötigen Apps erklärt die Seite zu Amap und Didi.
Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise vor Ort oder beim Betreiber prüfen. Für die Jadehallen wird unter Umständen gesondert kassiert.
Zum Tempel gehört ein vegetarisches Restaurant, dessen vegetarische Nudelsuppen bei Einheimischen beliebt sind. Mittags ist es voll, früh kommen lohnt sich.
FAQHäufige Fragen
Darf man die Jadebuddhas fotografieren?
In den Hallen mit den Jadefiguren ist Fotografieren in der Regel untersagt; die Schilder vor Ort gelten. Außenhöfe und Gebäude darf man meist fotografieren.
Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Für Höfe, Haupthalle und die beiden Jadefiguren reicht gut eine Stunde. Wer im Tempelrestaurant essen möchte, rechnet mehr ein.
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