Der schnellste Zug zwischen Peking und Shanghai braucht für gut 1.300 Kilometer etwas über vier Stunden. Die Zahl beeindruckt, und sie verführt zu einem typischen Planungsfehler: Wer die Karte Chinas neben die Europas legt, merkt schnell, dass Peking, Xi’an, Guilin und Shanghai zusammen eine Fläche abdecken, auf der in Europa ein halbes Dutzend Länder Platz hätte. Die erste Reise gelingt deshalb selten durch mehr Orte, sondern durch eine vernünftige Reihenfolge der Entscheidungen.
Diese Reihenfolge lautet: zuerst der Zeitrahmen, dann die Reisezeit, dann die grobe Route, erst danach Kosten und Buchungen. Die Dokumente laufen parallel, weil sie als einziger Punkt nicht beliebig verschoben werden können.
Wie viel Zeit braucht eine erste Chinareise?
Unter zehn Tagen lohnt sich die lange Anreise kaum, außer der Besuch beschränkt sich bewusst auf eine einzige Stadt. Der erste Tag geht fast immer an den Jetlag verloren. Wer aus Deutschland über Nacht fliegt, landet am Vormittag, darf das Hotelzimmer oft erst am Nachmittag beziehen und ist am Abend müde, bevor die Stadt überhaupt begonnen hat. Ähnlich verhält es sich am Rückreisetag.
Als Faustregel für die Planung hat sich bewährt, pro Station mindestens drei Nächte einzuplanen. Bei zehn Tagen sind das drei Orte, bei vierzehn Tagen vier, bei drei Wochen fünf oder sechs. Die kompakte Variante mit nur zwei Metropolen zeigt die Seite über Peking und Shanghai in sechs Tagen; eine ausführlichere Linie mit Landschaft und Provinz beschreibt die Beispielroute China-Rundreise in 14 Tagen.
Wichtiger als die Gesamtdauer ist die Frage, wie viele Ortswechsel eingeplant werden. Jeder Wechsel kostet einen halben Tag: auschecken, zum Bahnhof fahren, der Sicherheitskontrolle folgen, am Ziel wieder einchecken. Bei vier Wechseln in zwei Wochen sind das zwei volle Tage, die nur im Transit verbracht werden.
Wann ist die richtige Reisezeit?
China ist kein Land mit einer einheitlichen Reisezeit. Peking ist im Januar trocken und bitterkalt, Guangzhou zur gleichen Zeit mild. Im Juli liegen über weiten Teilen des Ostens Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit, im Süden kommen Taifune hinzu. Frühling und Herbst gelten für die klassischen Routen im Osten als angenehmste Monate, doch gerade im Herbst fällt die längste Feiertagswoche des Jahres in die Saison. Die Monate nach Region und Klimazone schlüsselt die Seite Klima und Reisezeit in China auf.
Für die Planung bedeutet das: Wer im Hochsommer reisen muss, legt den Schwerpunkt eher auf höher gelegene oder nördliche Ziele, etwa das Hochland von Yunnan, dessen Hauptstadt Kunming nicht ohne Grund den Beinamen „Stadt des ewigen Frühlings“ trägt. Wer im Winter fährt, bekommt Peking mit klarer Luft und leeren Mauerabschnitten, muss aber mit Temperaturen deutlich unter null rechnen.
Zwei Zeiträume verdienen besondere Aufmerksamkeit. Rund um das chinesische Neujahr reist ein großer Teil der Bevölkerung zu den Familien, Züge sind Wochen vorher ausverkauft, und viele kleine Läden und Restaurants schließen für mehrere Tage. Die Hintergründe und Folgen für Reisende stehen auf der Seite Reisen rund um das chinesische Neujahr. Die zweite Spitze ist die Feiertagswoche um den Nationalfeiertag im Oktober. In dieser Woche sind die Große Mauer, die Verbotene Stadt oder die Wasserdörfer bei Shanghai so voll, dass sich ein Besuch kaum lohnt. Das ist keine Übertreibung, sondern eine Erfahrung, die sich jedes Jahr wiederholt.
Wie entsteht aus Wunschorten eine Route?
Am Anfang steht meist eine Liste: die Mauer, die Terrakotta-Armee, die Karstberge am Li-Fluss, die Pandas, Shanghai. Diese Liste ist nicht falsch, aber sie ist zu lang für eine Reise. Hilfreich ist es, zuerst die beiden Endpunkte festzulegen. Peking und Shanghai werden aus Deutschland direkt angeflogen und eignen sich deshalb als Ankunfts- und Abflugort. Ein Gabelflug, also Hinflug nach Peking und Rückflug ab Shanghai, spart die Rückfahrt zum Ausgangspunkt.
Dazwischen passt eine Station mit Geschichte und eine mit Landschaft. Xi’an liegt auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Westen und bietet mit der Terrakotta-Armee und der Stadtmauer einen klaren Grund für drei Nächte. Für die Landschaft kommen Guilin und Yangshuo, Huangshan oder Zhangjiajie infrage, je nachdem, wie gut die Verbindungen zur übrigen Route passen. Chengdu mit den Pandas liegt verkehrstechnisch eher als Abzweig nach Westen und eignet sich besser für eine zweite Reise oder eine Route mit drei Wochen.
Für die Strecken zwischen den Stationen ist der Zug meist die bessere Wahl als das Flugzeug. Bahnhöfe liegen näher an den Innenstädten, die Sicherheitskontrolle ist kürzer, und Verspätungen sind selten. Flüge lohnen sich vor allem, wenn eine Zugfahrt deutlich über sechs Stunden dauern würde. Wie das Netz aufgebaut ist und welche Züge welche Kürzel tragen, erklärt die Seite Zugfahren in China.
Eine Eigenheit der großen Städte sorgt regelmäßig für Verwirrung: Peking, Shanghai, Xi’an oder Guangzhou haben jeweils mehrere große Bahnhöfe, die weit auseinanderliegen. Peking Süd, Peking West und der Pekinger Hauptbahnhof sind drei verschiedene Orte, zwischen denen eine Metrofahrt von einer Dreiviertelstunde liegen kann. Auf dem Ticket steht der Bahnhof, und nur dieser zählt. Vor der Fahrt also genau hinsehen, welcher gemeint ist, und das Hotel möglichst in der Nähe der Metrolinie wählen, die zu diesem Bahnhof führt.
Beim Zuschnitt der Route hilft eine ehrliche Frage an sich selbst: Was soll von dieser Reise in Erinnerung bleiben? Wer vor allem Geschichte sucht, kommt mit Peking, Xi’an und vielleicht Luoyang oder Datong weiter als mit einem Abstecher in den tropischen Süden. Wer Landschaft sucht, sollte den Stadtanteil bewusst kürzen, denn zwei Tage Peking sind besser als gar keine Zeit am Li-Fluss. Und wer zum ersten Mal in Asien unterwegs ist, profitiert davon, mit einer großen Stadt zu beginnen, in der Beschilderung und Metro zweisprachig sind, bevor es in kleinere Orte geht.
Mit welchen Kosten ist zu rechnen?
Konkrete Beträge schwanken zu stark mit Saison, Wechselkurs und Komfortanspruch, um sie seriös vorherzusagen. Sinnvoll ist es dagegen, die Kostenblöcke zu kennen und für jeden einzeln zu recherchieren. Die folgende Übersicht zeigt, wovon die Höhe jeweils abhängt.
| Kostenblock | Wovon die Höhe abhängt | Worauf achten |
|---|---|---|
| Langstreckenflug | Saison, Direktflug oder Umstieg, Gabelflug | Ferienzeiten in Deutschland und chinesische Feiertage meiden |
| Einreise | Staatsangehörigkeit, Aufenthaltsdauer, Reisezweck | Visumgebühren nur, wenn keine visumfreie Einreise möglich ist |
| Unterkunft | Stadt, Lage zur Metro, Wochentag | Nicht jedes Hotel darf ausländische Gäste aufnehmen |
| Inlandsverkehr | Zugklasse, Strecke, Inlandsflüge | Hochgeschwindigkeitszüge sind oft günstiger als erwartet |
| Eintritte | Sehenswürdigkeit, Saison, Reservierung | Viele Tickets nur online mit Passnummer |
| Essen | Garküche oder Restaurant | Einfache Lokale sind in China ausgesprochen preiswert |
| Daten und Telefon | Roaming, eSIM, lokale SIM | Vor der Abreise vergleichen |
| Reserve | Umbuchungen, Arzt, Taxi bei Regen | Eine zweite Zahlungskarte mitnehmen |
Der größte Posten ist in der Regel der Flug, gefolgt von der Unterkunft. Überraschend ist für viele Reisende, wie wenig das Essen kostet, sobald man die Hotelrestaurants verlässt. Umgekehrt unterschätzen viele die Eintritte: Große Sehenswürdigkeiten verlangen oft separate Tickets für einzelne Bereiche, Seilbahnen oder Shuttlebusse.
Wie Hotels in China funktionieren und warum nicht jedes Haus ausländische Gäste registrieren darf, beschreibt die Seite Hotels in China buchen.
Welche Dokumente braucht die Einreise?
Am Anfang steht der Reisepass. Ein Personalausweis reicht für China nicht. Wie lange der Pass noch gültig sein muss, hängt von der Art der Einreise ab.
Ob ein Visum nötig ist, entscheidet sich an Staatsangehörigkeit, Reisezweck und Dauer. Für deutsche Staatsangehörige gilt derzeit eine Regelung zur visumfreien Einreise, deren Bedingungen und Frist im Kasten stehen.
Wer länger bleiben möchte, einen anderen Zweck verfolgt oder einen anderen Pass besitzt, braucht in der Regel ein Visum. Der Antrag läuft in Deutschland über ein Visa Application Service Center und verlangt Termine, Fingerabdrücke und Unterlagen zu Reiseplan und Unterkunft. Einzelheiten stehen auf der Seite China-Visum. Ein Sonderfall ist der visumfreie Transit, der für Reisende mit Weiterflug in ein Drittland gilt und eigene Bedingungen an Route und Aufenthaltsgebiet stellt.
Neben Pass und gegebenenfalls Visum gehören drei Dinge in die Unterlagen: eine Auslandskrankenversicherung, die auch den Rücktransport abdeckt, die Buchungsbestätigung der ersten Unterkunft und eine Kopie der Passdatenseite. Hotels registrieren ausländische Gäste bei der Polizei, dafür wird der Pass beim Einchecken gescannt. Wer privat bei Bekannten übernachtet, muss sich in der Regel selbst bei der örtlichen Polizeistation anmelden.
Ein deutscher Führerschein berechtigt in China grundsätzlich nicht zum Fahren, auch ein internationaler Führerschein ändert daran nichts. Wer eine Reise mit Mietwagen im Kopf hatte, plant um: Das Zugnetz und Fahrdienste per App ersetzen das Auto in fast allen Regionen.
Was ändert sich mit Kindern oder als Gruppe?
Familien mit Kindern werden in China meist ausgesprochen freundlich empfangen. Hellhäutige oder blonde Kinder ziehen allerdings Blicke auf sich, und es kommt vor, dass Fremde um ein gemeinsames Foto bitten oder ein Kind ungefragt fotografieren. Für manche Kinder ist das nach dem dritten Mal anstrengend. Ein freundliches Kopfschütteln wird verstanden, und niemand nimmt es übel.
Praktisch bedeutet eine Reise mit Kindern vor allem langsamere Tage. Zwischen den Sehenswürdigkeiten liegen in chinesischen Städten oft lange Wege, Metrostationen haben weitläufige Umsteigegänge, und nicht jede Station hat einen Aufzug. Ein leichter Buggy ist praktischer als ein großer Kinderwagen. Heißes Wasser für Fläschchen oder Tee gibt es dagegen fast überall, in Zügen ebenso wie in Hotelzimmern, wo ein Wasserkocher zur Standardausstattung gehört.
Wer als Gruppe von Freunden reist, sollte früh festlegen, wer die Zugtickets bucht. Bei der Bahn läuft jedes Ticket auf einen Namen und eine Passnummer, und beim Einsteigen wird der Pass kontrolliert. Eine Person, die alle Pässe hinterlegt hat, spart der Gruppe viel Abstimmung.
Was muss vor der Abreise auf dem Telefon sein?
In China bezahlt man überwiegend per QR-Code, und viele westliche Dienste sind ohne Umweg nicht erreichbar. Beides lässt sich vor der Abreise vorbereiten, aber kaum noch vor Ort. Alipay und WeChat Pay lassen sich mit einer deutschen Kreditkarte einrichten; wie die Einrichtung Schritt für Schritt abläuft, zeigt die Seite Alipay einrichten, für WeChat Pay gilt ein sehr ähnlicher Ablauf.
Für den Datenzugang gibt es drei Wege: Roaming über den eigenen Anbieter, eine eSIM oder eine chinesische SIM-Karte. Welche Vor- und Nachteile sie haben, vergleicht die Seite eSIM, VPN und Apps für China. Dazu gehören außerdem eine Offline-Übersetzer-App, eine Kartenanwendung, die in China funktioniert, und die App der Bahn, falls Zugtickets selbst gebucht werden sollen. Ein paar Worte Mandarin ersetzen keine App, öffnen aber Türen: Ein „nǐ hǎo“ zur Begrüßung und ein „xièxie“ zum Dank werden fast immer mit einem Lächeln beantwortet, auch wenn die Töne nicht ganz sitzen.
Was bleibt für die letzten Wochen?
Einige Sehenswürdigkeiten verlangen eine Reservierung mit Passnummer, allen voran das Palastmuseum in der Verbotenen Stadt. Die Tickets werden meist einige Tage im Voraus freigeschaltet und sind in der Hauptsaison schnell vergeben. Wer an einem bestimmten Tag in Peking ist, sollte sich den Termin der Freischaltung notieren. Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise sollten immer beim Betreiber geprüft werden.
In den letzten Wochen vor der Abreise lohnt außerdem ein Blick auf die Reisehinweise des Auswärtigen Amts und ein Gespräch mit der Hausarztpraxis über Impfungen und Reiseapotheke. Ein Adapter für die chinesischen Steckdosen gehört ins Handgepäck, denn der Schukostecker passt dort nicht.
Und ein letzter Schritt, der kaum Zeit kostet: Die Adressen aller Unterkünfte in chinesischen Schriftzeichen als Screenshot speichern. Taxifahrer lesen selten lateinische Buchstaben, und ein Hotelname wie „Peking Garden Hotel“ hat auf Chinesisch oft einen ganz anderen Klang als auf der englischen Buchungsseite.
FAQHäufige Fragen
Wie lange im Voraus sollte man eine Chinareise planen?
Für eine erste Reise sind drei bis vier Monate ein bequemer Vorlauf. Das reicht, um Flüge zu vergleichen, die Einreisefrage zu klären und Bezahl-Apps in Ruhe einzurichten. Wer in den chinesischen Feiertagswochen reisen will oder ein Visum braucht, plant besser früher.
Reichen zwei Wochen für China?
Zwei Wochen reichen für drei bis vier Stationen, etwa Peking, Xi'an, eine Landschaftsregion und Shanghai. Mehr Orte machen die Reise zur Abfolge von Bahnhöfen. Eine Beispielroute steht auf der Seite China-Rundreise in 14 Tagen.
Braucht man für China ein Visum?
Das hängt von Staatsangehörigkeit, Reisezweck und Aufenthaltsdauer ab. Die aktuell geltende Regel für deutsche Staatsangehörige steht mit Prüfdatum auf der Seite China-Visum.
Kann man China auf eigene Faust bereisen?
Ja. Hochgeschwindigkeitszüge, Metro-Systeme mit zweisprachiger Beschilderung und die großen Bezahl-Apps machen Individualreisen in den Städten gut machbar. Schwieriger wird es in ländlichen Regionen, wo Englisch kaum verbreitet ist und eine Übersetzer-App unverzichtbar wird.
Welche Unterlagen sollte man als Kopie dabeihaben?
Eine Kopie der Passdatenseite, gegebenenfalls des Visums, der Reiseversicherung und der ersten Hotelbuchung. Digital als Foto und zusätzlich auf Papier, falls das Telefon ausfällt.
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