China ReiseexperteReiseplanung China · Ratgeber

Regionen

China-Rundreise in 14 Tagen: Beispielroute von Peking bis Shanghai

Zwei Wochen reichen nicht für China, aber für einen Querschnitt durch Kaiserstadt, Seidenstraße, Sichuan, Karstberge und Metropole. Die folgende Route verbindet fünf Stationen, die meisten davon mit dem Hochgeschwindigkeitszug.

Veröffentlicht 8. September 2026Aktualisiert 8. September 2026

Zeichnung in Tusche zum Thema: China-Rundreise in 14 Tagen: Beispielroute von Peking bis Shanghai
Regionen

Von der Großen Mauer bei Mutianyu bis zum Bund in Shanghai sind es auf der Landkarte rund tausend Kilometer, auf dieser Route etwa das Dreifache. Der Umweg ist Absicht. Er führt über die alte Hauptstadt Xi’an, die Provinz Sichuan und die Karstberge von Guangxi und zeigt in zwei Wochen, wie verschieden das Land ist: trockener Norden und feuchter Süden, Weizennudeln und Reis, kaiserliche Achsen und Dörfer am Fluss. Die Route ist eine Möglichkeit unter vielen. Sie bevorzugt wenige Stationen mit ausreichend Zeit gegenüber vielen Stationen im Eiltempo.

Wie das Land sich in Regionen gliedert und welche Alternativen es gibt, zeigt die Seite China im Überblick. Für die Planung der Zugetappen ist die Seite Zugfahren in China der passende Begleiter.

Die Route auf einen Blick

TageStationWeiter mit
1–4PekingHochgeschwindigkeitszug nach Xi’an
5–6Xi’anHochgeschwindigkeitszug nach Chengdu
7–9ChengduHochgeschwindigkeitszug oder Flug nach Guilin
10–12Guilin und YangshuoFlug oder Hochgeschwindigkeitszug nach Shanghai
13–14ShanghaiRückflug

Tag 1 bis 4: Peking

Peking ist der logische Anfang, weil hier die meisten Direktflüge aus Deutschland landen und weil die Stadt den historischen Rahmen für alles Weitere liefert. Vier Tage klingen viel, sind es aber nicht. Der erste Tag geht meist für die Ankunft und den Jetlag drauf. Ein Spaziergang durch die Hutongs rund um den Houhai-See und ein frühes Abendessen sind genau das richtige Programm.

Am zweiten Tag stehen Tian’anmen-Platz und Kaiserpalast an. Für die Verbotene Stadt gilt eine vorherige Reservierung mit Passnummer, und die Kontingente sind in der Hochsaison früh vergeben. Der Rundgang von Süd nach Nord dauert mehrere Stunden, danach bietet der Jingshan-Park den Blick über die gelben Dächer. Wer die Anlage vorab verstehen möchte, liest sich in die Achse aus Toren, Höfen und Hallen ein, die der Yongle-Kaiser ab 1406 anlegen ließ.

Der dritte Tag gehört der Großen Mauer. Mutianyu ist der Abschnitt, der sich für die meisten Reisenden am besten eignet: restauriert, aber nicht überlaufen wie Badaling, landschaftlich schön und mit Seilbahn oder Sessellift erreichbar. Am vierten Tag bleibt Zeit für den Himmelstempel am Morgen, wenn ältere Pekinger im Park Tai-Chi üben, und für den Sommerpalast am Nachmittag. Einen Überblick über alle Viertel und Sehenswürdigkeiten bietet die Seite Peking.

Tag 5 und 6: Xi’an

Mit dem Hochgeschwindigkeitszug ist Xi’an von Peking aus in wenigen Stunden erreicht, bequem an einem Vormittag. Der Zug fährt ab Beijing West und kommt in Xi’an North an, von dort geht es mit der Metro ins Zentrum.

Xi’an war über viele Jahrhunderte Hauptstadt und Ausgangspunkt der Seidenstraße. Die Stadtmauer aus der Ming-Zeit ist vollständig erhalten und lässt sich zu Fuß oder mit dem Leihrad umrunden, was gut zu einem Nachmittag passt. Abends lohnt das muslimische Viertel mit seinen Garküchen, in denen Lammspieße, Roujiamo und Nudeln mit Chiliöl auf den Tisch kommen.

Der zweite Tag gehört der Terrakotta-Armee, etwa eine Stunde östlich der Stadt. Die Grabanlage des ersten Kaisers Qin Shihuangdi wurde 1974 von Bauern beim Brunnengraben entdeckt und gehört seit 1987 zum UNESCO-Welterbe. Die große Halle mit den aufgereihten Kriegern ist eindrucksvoll, doch auch die kleineren Gruben lohnen, weil man dort die Arbeit der Archäologen sieht. Mehr dazu steht auf der Seite Xi’an und die Terrakotta-Armee.

Zwei Tage sind für Xi’an knapp. Wer mehr Zeit hat, kann einen dritten Tag für die Große Wildganspagode und das Provinzmuseum einplanen, das zu den besten Museen des Landes zählt.

Tag 7 bis 9: Chengdu

Die Strecke von Xi’an nach Chengdu führt durch das Qinling-Gebirge, eine der großen Klimagrenzen Chinas. Seit der Eröffnung der Schnellfahrstrecke dauert die Fahrt nur noch wenige Stunden, und die Landschaft wechselt unterwegs von trockenem Lössland zu grünen, feuchten Tälern. Wer aus dem Fenster schaut, sieht den Übergang vom Norden in den Süden.

Chengdu ist die Hauptstadt der Provinz Sichuan und für viele Reisende der entspannteste Teil einer China-Rundreise. Die Stadt ist bekannt für ihre Teehäuser, ihre scharfe Küche und die Aufzuchtstation für Große Pandas im Norden der Stadt. Die Pandas sind am frühen Morgen am aktivsten, ein Besuch zur Öffnung lohnt sich. Danach bleibt Zeit für den Volkspark mit seinen Teehäusern, in denen Ohrenreiniger und Mahjong-Spieler den Nachmittag verbringen.

Für den dritten Tag in Chengdu gibt es zwei Möglichkeiten. Der Große Buddha von Leshan, eine aus dem Fels gehauene Statue aus der Tang-Zeit, liegt mit dem Zug gut erreichbar südlich der Stadt. Alternativ bleibt man in der Stadt, besucht den Wenshu-Tempel und den Wuhou-Tempel und lässt den Abend mit einem Hotpot ausklingen. Die Schärfe der Sichuan-Küche kommt nicht nur vom Chili, sondern vom Sichuanpfeffer, der auf der Zunge ein Kribbeln auslöst, das die Einheimischen Ma nennen. Wer es milder mag, bestellt im Hotpot-Restaurant einen geteilten Topf mit einer scharfen und einer klaren Brühe. Das ist in Chengdu völlig üblich und kein Zugeständnis an Touristen, denn auch viele Familien mit Kindern essen so. Mehr zur Stadt und den Pandas steht auf der Seite Chengdu und die Pandas.

Tag 10 bis 12: Guilin und Yangshuo

Die Etappe von Chengdu nach Guilin ist die längste der Reise. Mit dem Hochgeschwindigkeitszug ist sie an einem Tag machbar, erfordert aber mehrere Stunden Fahrt. Ein Inlandsflug ist schneller, verlangt aber Anfahrt zum Flughafen und frühere Ankunft. Hier entscheidet die persönliche Vorliebe. Wer den Zug nimmt, sieht die Karstlandschaften von Guizhou vorbeiziehen, eine der wenig bekannten Provinzen Chinas.

Guilin selbst ist eine mittelgroße Stadt, das eigentliche Ziel liegt flussabwärts. Die Karstkegel entlang des Li-Flusses zwischen Guilin und Yangshuo gehören zu den berühmtesten Landschaften des Landes und sind auf der Rückseite des Zwanzig-Yuan-Scheins abgebildet. Die Bootsfahrt auf dem Li-Fluss ist der klassische Weg dorthin. Yangshuo ist dann der Ausgangspunkt für Radtouren entlang des Yulong-Flusses, Wanderungen zwischen den Kegeln und Abende am Fluss.

Drei Tage sind hier kein Luxus. Die Landschaft wirkt am besten, wenn man sie in Ruhe erlebt, am frühen Morgen, wenn Nebel zwischen den Bergen hängt, oder am Abend, wenn die Sonne hinter den Kegeln verschwindet. Wer einen Tag mehr hat, fährt zu den Reisterrassen von Longji nördlich von Guilin. Die Seite Guilin und Yangshuo beschreibt beide Orte ausführlich.

Tag 13 und 14: Shanghai

Für die letzte Etappe spricht vieles für den Flug. Die Bahnfahrt von Guilin nach Shanghai ist lang, und zwei Tage in Shanghai sind ohnehin knapp. Wer die Bahn vorzieht, nimmt einen frühen Zug und kommt am Abend an.

Shanghai ist der Kontrast zum Rest der Reise. Die Uferpromenade am Bund mit ihren Kolonialbauten aus den 1920er- und 1930er-Jahren blickt über den Huangpu auf die Skyline von Pudong. Am Abend, wenn die Hochhäuser beleuchtet sind, ist der Blick am schönsten. Der Name der Promenade stammt übrigens aus dem Hindi-Wort für einen befestigten Uferdamm, das britische Kaufleute aus Indien mitbrachten. Tagsüber lohnen der Yu-Garten in der Altstadt, das Shanghai-Museum am Volksplatz und ein Spaziergang durch die Platanenstraßen der früheren Französischen Konzession.

Am letzten Tag bleibt je nach Abflugzeit Zeit für einen letzten Spaziergang oder eine Fahrt mit der Magnetschwebebahn zum Flughafen Pudong, die mit hoher Geschwindigkeit in wenigen Minuten die Strecke zurücklegt. Mehr zu Vierteln, Museen und Ausflügen in die Umgebung steht auf der Seite Shanghai.

Warum diese Route und nicht eine andere

Die Auswahl der Stationen folgt einer einfachen Logik. Peking und Xi’an stehen für das kaiserliche China, Chengdu für den Südwesten mit seiner Küche und Lebensart, Guilin für die Landschaft und Shanghai für das moderne China. Zusammen ergeben sie einen Querschnitt, der für eine erste Reise ein gutes Bild vermittelt.

Was fehlt, ist ebenso wichtig. Yunnan mit Dali, Lijiang und der Tigersprungschlucht, die Yangtze-Kreuzfahrt durch die Drei Schluchten, Hongkong, die Wasserdörfer bei Suzhou, der Gelbe Berg Huangshan und der ganze Westen mit Tibet und Xinjiang. Jedes dieser Ziele wäre eine eigene Reise wert. Wer sie in zwei Wochen zusätzlich unterbringen will, verbringt die Reise in Zügen und Flughäfen.

Für wen ist die Route weniger geeignet? Für Reisende, die zum ersten Mal in Asien sind und sich einen ruhigeren Einstieg wünschen, könnte ein langsameres Tempo mit drei Stationen besser passen, etwa Peking, Xi’an und Shanghai. Eine kompaktere Variante für sechs Tage beschreibt die Seite Peking und Shanghai in sechs Tagen.

Variante: Yunnan statt Guilin

Wer lieber Berge und Altstädte als Flusslandschaft sieht, ersetzt die Tage in Guilin durch Yunnan. Von Chengdu geht es dann per Zug oder Flug nach Kunming und weiter nach Dali oder Lijiang. Die Altstadt von Lijiang gehört zum UNESCO-Welterbe, und die Tigersprungschlucht nördlich davon ist eine der eindrucksvollsten Wanderungen des Landes. Der Nachteil: Yunnan ist groß, die Wege sind weiter, und drei Tage reichen nur für eine Station. Die letzte Etappe nach Shanghai wird dann zwingend ein Flug. Einen Überblick über die Provinz geben die Regionenseiten, die auf der Übersicht verlinkt sind.

Welche Jahreszeit passt

Die Route verbindet Norden und Süden, und das macht die Wahl der Reisezeit wichtig. Am besten passen April und Mai sowie September und Oktober, wobei die erste Oktoberwoche wegen des Nationalfeiertags gemieden werden sollte, weil dann das ganze Land unterwegs ist. Im Juli und August ist es in Chengdu, Guilin und Shanghai schwül und heiß, mit gelegentlichen Unwettern, in Peking ebenfalls heiß. Im Winter ist der Süden angenehm, während in Peking und Xi’an Temperaturen unter null herrschen und der Wind scharf ist. Wer im Winter reist, dreht die Gewichtung um und bleibt länger im Süden.

Praktisches für unterwegs

Die Zugtickets sollten gebucht werden, sobald der Verkauf beginnt, besonders für Wochenenden und Ferienzeiten. Für Sehenswürdigkeiten mit Reservierungspflicht wie den Kaiserpalast lohnt es sich, die Reservierung vor der Abreise zu erledigen. Bezahl-Apps und eine Datenverbindung sollten vor dem Abflug eingerichtet sein.

Beim Gepäck gilt: Je leichter, desto besser. Auf dieser Route wechselt man fünfmal die Unterkunft und steigt mehrmals in Züge ein, in denen der Platz für Koffer begrenzt ist. Ein mittelgroßer Koffer oder ein Rucksack ist ideal. Viele Hotels bewahren Gepäck am Abreisetag bis zum Abend auf, sodass sich ein später Zug gut mit einem letzten Stadtspaziergang verbinden lässt. Die Kleidung muss für Nord und Süd passen, was im Frühling und Herbst Schichten bedeutet.

Ein Detail zum Schluss, das in keinem Fahrplan steht: Auf der Strecke von Xi’an nach Chengdu reiht sich Tunnel an Tunnel, und wer im Zug gerade einen Film lädt oder eine Zahlung abschließen will, sollte das vor dem Qinling-Gebirge erledigen. Danach kommt das Netz nur noch in kurzen Abschnitten zwischen den Bergen zurück, genau lange genug für einen Blick auf die Terrassenfelder im Tal.

FAQHäufige Fragen

Reichen 14 Tage für eine China-Rundreise?

Für einen ersten Eindruck von vier bis fünf Regionen reichen zwei Wochen, wenn die Etappen gut geplant sind. Mehr Stationen führen dazu, dass man mehr Zeit in Zügen als an den Orten verbringt.

Kann man eine China-Rundreise auf eigene Faust machen?

Ja. Mit Hochgeschwindigkeitszügen, Bezahl-Apps und Karten-Apps ist das Reisen auf eigene Faust gut machbar. Chinesischkenntnisse sind hilfreich, aber nicht nötig, wenn Adressen und Ziele in chinesischen Zeichen bereitliegen.

Welche Reisezeit passt für diese Route?

Frühling und Herbst sind für die Kombination aus Nord und Süd am angenehmsten. Im Hochsommer ist es in Chengdu, Guilin und Shanghai heiß und feucht, im Winter in Peking und Xi'an kalt. Die Seite zur besten Reisezeit zeigt die Unterschiede nach Regionen.

Sollte man die Strecke Guilin–Shanghai fliegen?

Das ist eine Abwägung. Die Bahnfahrt dauert mehrere Stunden länger als der Flug samt Anfahrt und Kontrollen, führt aber von Innenstadt zu Innenstadt. Wer die Zeit für Shanghai braucht, fliegt, wer die Landschaft sehen will, fährt.

Kann man die Route umdrehen?

Ja, die Route funktioniert in beide Richtungen. Wer über Shanghai ankommt und aus Peking zurückfliegt, verschiebt nur die Reihenfolge. Für den Jetlag ist ein ruhigerer Start in Shanghai sogar angenehmer als mit dem Programm in Peking.

Weiterlesen

↑