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Chengdu und die Pandas: Sichuan mit Pandastation, Leshan und Emei

Die Pandas fressen am frühen Morgen, danach schlafen sie. Wer das weiß, sieht in Chengdu mehr als schlafende Fellbündel. Wie man die Stadt und ihr Umland plant, vom Teehaus bis zum größten Steinbuddha der Welt.

RedaktionAktualisiert September 2026

Beispielroute: 14 Tage China

Zeichnung in Tusche zum Thema: Chengdu und die Pandas: Sichuan mit Pandastation, Leshan und Emei
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Im Volkspark von Chengdu sitzen am Nachmittag Hunderte von Menschen in Bambusstühlen unter Bäumen, trinken Jasmintee aus Deckeltassen und spielen Mahjong. Zwischen den Tischen gehen Männer mit Stirnlampen und langen Metallstäbchen umher, klingeln mit einer Stimmgabel und bieten an, die Ohren zu reinigen. Wer sich darauf einlässt, bekommt eine Behandlung, die in der Stadt seit Generationen üblich ist. Wer ablehnt, trinkt einfach weiter Tee. Die Kellner füllen heißes Wasser aus Kupferkannen mit langem Schnabel nach, so oft man will.

Chengdu ist die Hauptstadt der Provinz Sichuan im Südwesten Chinas und gilt als die entspannteste der großen chinesischen Städte. Man sagt ihr nach, dass sie mehr Teehäuser als Kaffeehäuser, mehr Restaurants als Büros habe; ganz stimmt das nicht, aber man versteht, was gemeint ist. Für Reisende ist Chengdu vor allem der Ort der Pandas und der Ausgangspunkt für Leshan, den Emei Shan, den tibetisch geprägten Westen der Provinz und die Kreuzfahrten auf dem Yangtze ab Chongqing.

Vor der Reise: Wetter, Dauer, Anreise

Das Sichuan-Becken ist von Bergen umgeben, die feuchte Luft staut sich, und der Himmel ist oft grau. Ein altes Sprichwort sagt, in Sichuan bellten die Hunde die Sonne an, weil sie sie so selten sähen. Der Sommer ist heiß und schwül, der Winter feucht und kühl, und die Wohnungen sind kaum geheizt. Frühling und Herbst sind die angenehmsten Jahreszeiten; im Herbst sieht man in der Pandastation außerdem die Jungtiere, die meist im Spätsommer geboren werden.

Chengdu hat zwei Flughäfen: den älteren Shuangliu im Südwesten und den neuen Tianfu weiter im Süden, der 2021 eröffnet wurde. Beide sind mit der Metro angebunden. Schnellzüge verbinden Chengdu mit Chongqing, Xi’an, Kunming und Guiyang; die Strecke nach Xi’an durch das Qinling-Gebirge macht die Kombination mit der Terrakotta-Armee einfach. Wie man Tickets bucht, steht auf der Seite zum Zugfahren in China.

Für die Stadt braucht man drei Tage, mit Leshan vier, mit dem Emei Shan fünf oder sechs.

Die Pandastation

Die Forschungsbasis für die Aufzucht des Großen Pandas liegt im Norden der Stadt. Sie wurde 1987 mit einigen wenigen Tieren gegründet, die aus der Wildnis gerettet worden waren, und hat sich zu einer der bekanntesten Zuchtstationen der Welt entwickelt. Das Gelände ist ein weitläufiger Park mit Bambuswäldern, Gehegen für erwachsene Tiere, Jungtiere und Kleine Pandas und einem Museum über die Biologie der Art.

Das Wichtigste ist die Uhrzeit. Pandas sind am frühen Morgen am aktivsten, wenn sie gefüttert werden. Nach dem Frühstück aus Bambus klettern sie in die Bäume oder legen sich hin und schlafen, oft den ganzen Tag. Wer um zehn Uhr kommt, sieht vor allem schwarze und weiße Rücken. Wer bei Öffnung am Tor steht, sieht Tiere, die fressen, spielen und sich gegenseitig vom Klettergerüst schubsen. Das Gelände ist groß, und die Wege zwischen den Gehegen lang; man sollte sich also zuerst zu den Gehegen der Jungtiere und der jungen Erwachsenen bewegen, die am lebhaftesten sind.

Im Sommer ist Chengdu heiß, und die Pandas vertragen Hitze schlecht. Dann bleiben sie in klimatisierten Innenräumen hinter Glas. Ein Besuch lohnt sich trotzdem, aber das Erlebnis ist ein anderes.

Pandas außerhalb der Stadt

Neben der Station in Chengdu gibt es Zuchtzentren in Dujiangyan, in Bifengxia bei Ya’an und in Wolong. Sie liegen näher an den natürlichen Lebensräumen, in den Bergen westlich des Beckens, sind weniger besucht und erfordern einen längeren Ausflug. Die Station in Wolong wurde beim Erdbeben von 2008 schwer beschädigt und später neu aufgebaut. Die Lebensräume der Pandas in Sichuan gehören seit 2006 zum Weltnaturerbe; 2021 wurde ein nationaler Park für den Großen Panda eingerichtet, der mehrere Provinzen umfasst.

Der Große Panda wird von der Weltnaturschutzunion seit 2016 nicht mehr als „stark gefährdet“, sondern als „gefährdet“ eingestuft. Das ist ein Erfolg der Schutzprogramme und der Aufforstung. Die Zuchtstationen sind dabei weniger für das Überleben in der Wildnis verantwortlich als der Schutz der Bambuswälder, aber sie sind der Ort, an dem Reisende den Tieren begegnen.

Wuhou-Tempel und Jinli

Der Wuhou-Tempel im Südwesten der Innenstadt ist Zhuge Liang gewidmet, dem Kanzler des Reiches Shu in der Zeit der Drei Reiche im 3. Jahrhundert. Zhuge Liang ist in China eine Symbolfigur für Klugheit und Loyalität, bekannt vor allem aus dem Roman „Die Geschichte der Drei Reiche“. Der Tempel ist mit dem Grab und dem Tempel des Liu Bei verbunden, des Herrschers von Shu, dem Zhuge Liang diente. Hallen mit Statuen der Helden des Romans, Stelen und ein ruhiger Garten machen einen halben Tag aus. Mehr dazu steht auf der Seite zum Wuhou-Tempel in Chengdu.

Direkt neben dem Tempel liegt die Jinli-Gasse, eine rekonstruierte Altstadtstraße mit Holzhäusern, roten Laternen, Snackständen und Teehäusern. Sie ist touristisch und abends sehr voll, aber gerade dann am stimmungsvollsten. Hier probiert man die kleinen Snacks der Stadt: Longchaoshou, die Wan Tan Chengdus in scharfer oder klarer Brühe, süße Reisbällchen, gegrillte Spieße.

Die Gassen, der Park und das Teehaus

Die Breite und die Schmale Gasse, zwei parallele Straßen aus der Qing-Zeit im Westen der Innenstadt, wurden restauriert und sind heute voller Restaurants, Bars und Läden. Sie gehen auf ein Viertel zurück, in dem mandschurische Soldaten der Qing-Garnison lebten. Das Wenshu-Kloster, ein aktives buddhistisches Kloster mit einem vegetarischen Restaurant und einem großen Teehaus, ist ruhiger und liegt im Norden.

Das Strohhüttenhaus des Du Fu im Westen der Stadt erinnert an den Dichter der Tang-Zeit, der hier einige Jahre lebte und viele seiner bekanntesten Gedichte schrieb. Der Garten mit Bambus, Pflaumenbäumen und einer nachgebauten Hütte ist einer der schönsten Orte der Stadt.

Der Volkspark ist der Ort, an dem man das Teehaus erlebt, wie es in Chengdu gemeint ist: ohne Programm, mit viel Zeit. Man setzt sich, bestellt eine Tasse, bleibt eine Stunde oder den ganzen Nachmittag. Im Park wird außerdem getanzt, gesungen, Kalligrafie mit Wasser auf die Steinplatten geschrieben, und am Wochenende gibt es eine Ecke, in der Eltern Steckbriefe ihrer unverheirateten Kinder aushängen.

Am Abend kann man in einem Theater die Sichuan-Oper sehen, deren bekanntestes Element das blitzschnelle Wechseln der Masken ist, das Bianlian. Wie die Techniken funktionieren und was sonst auf chinesischen Bühnen geboten wird, steht auf der Seite zu Oper, Akrobatik und Kung-Fu-Shows.

Die Sichuan-Küche

Chengdu wurde 2010 von der UNESCO zur Stadt der Gastronomie ernannt, und für viele Reisende ist das Essen der eigentliche Grund der Reise. Die Küche Sichuans ist für ihre Schärfe bekannt, aber was sie ausmacht, ist die Kombination von Schärfe durch Chili und einem prickelnden, betäubenden Gefühl durch den Sichuanpfeffer. Diese Mischung heißt Mala.

Die bekanntesten Gerichte stammen aus Chengdu selbst: Mapo Tofu, weicher Tofu in einer scharfen Sauce mit Hackfleisch, nach einer Köchin der späten Qing-Zeit benannt; Gongbao-Hühnchen mit Erdnüssen und getrockneten Chilis, benannt nach einem Gouverneur der Provinz; Dandan-Nudeln, die einst von Straßenhändlern an einer Tragestange verkauft wurden. Der Feuertopf, bei dem man am Tisch Fleisch, Gemüse und Tofu in einer brodelnden Brühe gart, stammt ursprünglich aus Chongqing, ist aber in Chengdu genauso verbreitet. Wer weniger scharf essen möchte, bestellt einen geteilten Topf mit milder Brühe.

Einen Überblick über die Küchen des Landes geben die Seiten zum chinesischen Essen und zur kulinarischen Vielfalt der Regionen.

Leshan: der Riesenbuddha

Etwa zwei Stunden südlich von Chengdu, mit dem Schnellzug deutlich schneller, sitzt am Zusammenfluss der Flüsse Min, Dadu und Qingyi ein Buddha, der aus der Felswand gehauen wurde. Mit 71 Metern Höhe ist der Riesenbuddha von Leshan die größte Buddhafigur aus Stein, die aus der Vormoderne erhalten ist. Der Mönch Haitong begann das Werk im Jahr 713, um die gefährlichen Strömungen zu beruhigen, an denen Boote kenterten. Vollendet wurde es erst 803, neunzig Jahre später. Tatsächlich soll der Schutt, der in den Fluss fiel, die Strömung gemildert haben.

Man sieht den Buddha auf zwei Arten: von oben, wo man am Kopf vorbeigeht und dann über eine steile Treppe an der Felswand entlang zu seinen Füßen absteigt, oder vom Wasser aus, mit einem Boot, das vor der Figur hält. Die Treppe ist an Wochenenden überfüllt, und man steht mitunter lange an. Das Boot ist schneller und zeigt die ganze Figur auf einmal. Die ideale Kombination ist früh am Morgen die Treppe, danach das Boot.

Emei Shan: der heilige Berg

Der Emei Shan in der Nähe von Leshan ist einer der vier heiligen Berge des chinesischen Buddhismus und dem Bodhisattva Samantabhadra geweiht. Er gehört zusammen mit dem Riesenbuddha seit 1996 zum Welterbe. Vom Kloster Baoguo am Fuß führen Wege über Tausende von Stufen bis zum Goldenen Gipfel auf über 3.000 Metern, vorbei an Klöstern, in denen man übernachten kann. Wer nicht zwei Tage laufen will, fährt mit Bus und Seilbahn fast bis nach oben.

Auf dem Gipfel steht eine große vergoldete Statue des Samantabhadra auf Elefanten. Bei gutem Wetter sieht man im Westen die Schneeberge des tibetischen Hochlands, bei Nebel, wenn die Sonne dahinter steht, manchmal das Buddha-Licht, einen Regenbogenkranz um den eigenen Schatten auf den Wolken. Auf den Wegen weiter unten leben Makaken, die Wanderern das Essen aus der Tasche ziehen. Man hält Plastiktüten geschlossen und zeigt kein Futter. Allgemeines zum Wandern in chinesischen Bergen steht auf der Seite zum Wandern in China.

Weitere Ausflüge: Dujiangyan, Sanxingdui, Jiuzhaigou

Das Bewässerungssystem von Dujiangyan westlich von Chengdu wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. von dem Statthalter Li Bing angelegt und bewässert bis heute die Ebene um die Stadt. Es gehört zusammen mit dem daoistischen Berg Qingcheng zum Welterbe und lässt sich an einem Tag mit dem Berg verbinden.

Nordöstlich von Chengdu, bei Guanghan, liegt Sanxingdui. Hier wurden 1986 Opfergruben mit Bronzemasken, Figuren und einem Bronzebaum entdeckt, deren fremdartige Formen, große Augen, abstehende Ohren und Masken mit hervortretenden Pupillen, bis heute Rätsel aufgeben. In den letzten Jahren wurden weitere Gruben gefunden. Das Museum ist eines der eindrucksvollsten in China, und es liegt so nah an Chengdu, dass ein halber Tag genügt.

Im Norden der Provinz liegen die Täler von Jiuzhaigou und Huanglong mit türkisfarbenen Seen und Kalksinterterrassen, beide seit 1992 Welterbe. Sie liegen weit von Chengdu entfernt, in großer Höhe, und brauchen mehrere Tage.

Chongqing und der Yangtze

Chongqing, östlich von Chengdu, ist eine eigenständige Großstadt auf Bergen am Zusammenfluss von Yangtze und Jialing. Die Stadt ist steil, dicht, nachts spektakulär beleuchtet und die Heimat des Feuertopfs. Von hier legen die meisten Schiffe ab, die den Yangtze hinunter durch die Drei Schluchten fahren. Wer die Fahrt plant, findet alles Nötige auf der Seite zu den Yangtze-Kreuzfahrten.

Zwischen Chengdu und Chongqing fahren Schnellzüge in dichter Folge. Ein Tag in Chongqing vor der Einschiffung lohnt sich, schon wegen der Seilbahn über den Yangtze und der Gassen um Ciqikou, eines alten Hafenviertels am Jialing.

Wer von Chengdu nach Chongqing fährt, sollte am Vorabend keinen Feuertopf mit voller Schärfe bestellen. Der Zug ist schnell, aber der Magen braucht länger.

FAQHäufige Fragen

Wann sieht man die Pandas in Chengdu am besten?

Direkt nach der Öffnung am Morgen. Dann werden die Tiere gefüttert und sind aktiv. Ab dem späten Vormittag ruhen sie, und an heißen Sommertagen ziehen sie sich in klimatisierte Innengehege zurück. Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittsbedingungen vorab beim Betreiber prüfen.

Kann man in Chengdu einen Panda halten oder streicheln?

Nein. Direkter Kontakt mit den Tieren wird Besuchern in den Pandastationen nicht mehr angeboten, auch nicht gegen Bezahlung. Freiwilligenprogramme in einigen Stationen umfassen Arbeiten wie Gehege reinigen und Futter vorbereiten, aber keinen Körperkontakt.

Wie viele Tage braucht man für Chengdu und Umgebung?

Drei Tage für Chengdu mit Pandastation, Wuhou-Tempel, Teehaus und Altstadtgassen, dazu einen Tag für den Riesenbuddha von Leshan. Wer den Emei Shan besteigen will, rechnet zwei weitere Tage.

Ist das Essen in Sichuan für Europäer zu scharf?

Viele Gerichte sind sehr scharf, aber nicht alle. Man kann in Restaurants um weniger Schärfe bitten, und es gibt milde Gerichte wie Suppen, gedämpfte Speisen und Nudeln ohne Chili. Beim Feuertopf wählt man einen geteilten Topf mit einer scharfen und einer milden Brühe.

Wie kommt man von Chengdu nach Chongqing?

Mit dem Schnellzug, der beide Städte in dichter Folge verbindet. Chongqing ist Ausgangspunkt der meisten Kreuzfahrten auf dem Yangtze durch die Drei Schluchten.

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