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Peking: Sehenswürdigkeiten, Stadtviertel und wie viele Tage

Die Hauptstadt lässt sich in vier Tagen gut erschließen, in sechs Tagen entspannt. Entscheidend ist, die großen Anlagen früh am Tag zu besuchen und die Stadt nach Vierteln zu ordnen.

RedaktionAktualisiert September 2026

Beispielroute: 14 Tage China

Zeichnung in Tusche zum Thema: Peking: Sehenswürdigkeiten, Stadtviertel und wie viele Tage
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Vom Yongding-Tor im Süden bis zum Trommel- und Glockenturm im Norden zieht sich eine Linie von knapp acht Kilometern durch Peking. Auf ihr liegen der Himmelstempel, der Tian’anmen-Platz, der Kaiserpalast und der Kohlehügel, und seit 2024 steht die Mittelachse als Ensemble auf der Welterbeliste der UNESCO. Wer diese Achse einmal auf dem Stadtplan gefunden hat, versteht, wie die Hauptstadt der Ming- und Qing-Kaiser gedacht war: symmetrisch, nach Süden ausgerichtet, mit dem Palast in der Mitte.

Das heutige Peking ist ein Vielfaches größer. Zwischen dem zweiten und dem sechsten Ring liegen Bürotürme, Wohnblöcke, Universitäten und Parks, und die Distanzen sind so groß, dass eine gute Planung nach Vierteln mehr Zeit spart als jedes schnelle Verkehrsmittel.

Was vor der Anreise zu klären ist

Peking ist für die meisten Reisenden der Einreiseort. Der Hauptstadtflughafen im Nordosten und der 2019 eröffnete Flughafen Daxing im Süden sind beide per Schnellbahn mit dem Metronetz verbunden. Welcher Flughafen es wird, ist für die erste Stunde entscheidend, denn die Fahrt ins Zentrum dauert von Daxing etwas länger.

Ob für die Einreise ein Visum nötig ist, hängt von Pass und Aufenthaltsdauer ab. Die derzeit gültige Regel für deutsche Staatsangehörige fasst die Seite China Visum mit Quelle zusammen.

Wer in Peking nur umsteigt und danach in ein Drittland weiterfliegt, kann unter Umständen die visumfreie Transitregelung nutzen, die unter Transit 240 Stunden erklärt ist. Vor der Abreise sollten außerdem die Bezahl-Apps eingerichtet sein. Bargeld wird in Peking zwar angenommen, aber viele kleine Läden, Garküchen und Automaten rechnen fast nur noch über QR-Codes ab. Die Anleitung dafür steht unter Alipay als Tourist einrichten.

Für die großen Sehenswürdigkeiten ist Vorausplanung Pflicht. Der Kaiserpalast verlangt eine Reservierung auf den Namen und die Passnummer, andere Museen und auch der Zugang zum Tian’anmen-Platz arbeiten mit ähnlichen Systemen. In der Hauptsaison und in Ferienzeiten sind Kontingente schnell vergeben.

Welche Viertel man kennen sollte

Die Stadtbezirke Dongcheng und Xicheng bilden das alte Zentrum innerhalb des zweiten Rings. Hier liegen fast alle klassischen Sehenswürdigkeiten, und hier wohnt man am besten, wenn Kultur im Vordergrund steht.

ViertelWas dort liegtGut für
DongchengKaiserpalast, Himmelstempel, Lamatempel, Hutongs um Nanluoguxiang, WangfujingErster Besuch, Unterkunft
XichengBeihai-Park, Houhai und Shichahai, Prinz-Gong-PalastSpaziergänge, Abende am See
ChaoyangGeschäftsviertel, Sanlitun, Kunstviertel 798, OlympiaparkRestaurants, Nachtleben, moderne Architektur
HaidianSommerpalast, Alter Sommerpalast, Peking- und Tsinghua-UniversitätHalbtages- oder Tagesausflug

Dongcheng ist der Bezirk mit der größten Dichte. Der Kaiserpalast liegt genau in der Mitte, östlich davon die Einkaufsstraße Wangfujing, nördlich der Kohlehügel und weiter oben die Hutongs um den Trommelturm. Im Süden, ebenfalls zu Dongcheng gehörend, liegt der Himmelstempel mit seinem großen Park. Der Lamatempel Yonghegong im Nordosten ist die größte tibetisch-buddhistische Anlage der Stadt und morgens voller Gläubiger mit Räucherstäbchen. Nur wenige Schritte westlich liegen der Konfuziustempel und die Kaiserliche Akademie Guozijian, in der jahrhundertelang die Anwärter auf den Staatsdienst studierten. Im Hof des Tempels stehen Steinstelen mit den Namen der erfolgreichen Absolventen der Palastprüfungen aus der Yuan-, Ming- und Qing-Zeit, und unter alten Zypressen ist es dort selbst an vollen Tagen still. Wer verstehen will, warum Bildung und Prüfungen in China bis heute ein so großes Gewicht haben, findet hier einen guten Anfang; den Hintergrund liefert die Seite zum Konfuzianismus.

Xicheng hat die Seen. Houhai, Qianhai und Xihai bilden zusammen das Gebiet Shichahai, im Sommer mit Tretbooten, im Winter in kalten Jahren mit Schlittschuhläufern auf dem Eis. Der Beihai-Park mit der weißen Dagoba schließt direkt an den Kaiserpalast an und ist der ruhigere Nachbar.

Chaoyang steht für das Peking nach 1990. Das Viertel um den zentralen Geschäftsbezirk mit dem CCTV-Gebäude von Rem Koolhaas, die Barstraße Sanlitun und die ehemalige Fabrik 798, heute voller Galerien, zeigen eine ganz andere Stadt. Der Olympiapark mit dem Vogelnest-Stadion liegt weiter nördlich.

Haidian im Nordwesten ist das Viertel der Universitäten. Für Reisende zählt vor allem der Sommerpalast Yiheyuan mit dem Kunming-See und dem Langen Korridor, daneben die Ruinen des Alten Sommerpalastes Yuanmingyuan, der 1860 von britischen und französischen Truppen zerstört wurde.

Wie man sich in Peking bewegt

Die Metro ist das wichtigste Verkehrsmittel. Das Netz gehört zu den längsten der Welt, deckt alle Viertel ab, und die Beschilderung ist zweisprachig. Vor jeder Fahrt steht eine Sicherheitskontrolle mit Röntgengerät für Taschen, zur Hauptverkehrszeit bilden sich davor Schlangen. Bezahlt wird per QR-Code in den großen Bezahl-Apps oder mit einer Einzelfahrkarte am Automaten.

Taxis sind reichlich vorhanden, werden aber meist über die App Didi gerufen, die inzwischen eine englische Oberfläche hat. Für die Navigation ist Amap zuverlässiger als ausländische Kartendienste; beide Apps sind unter Amap, Didi und Metro beschrieben. Leihfahrräder stehen an fast jeder Ecke und sind für die Hutongs das beste Verkehrsmittel. Die Radwege an den großen Straßen sind breit und oft baulich von der Fahrbahn getrennt.

Unterschätzt werden die Wege zu Fuß. Der Kaiserpalast allein ist fast einen Kilometer lang, und wer vom Südtor zum Nordtor und anschließend auf den Kohlehügel geht, hat vor dem Mittagessen mehrere Kilometer hinter sich. Bequeme Schuhe sind in Peking wichtiger als in jeder anderen chinesischen Stadt.

Für Ziele außerhalb der Stadt sind die großen Bahnhöfe der Ausgangspunkt. Züge nach Shanghai fahren meist ab dem Südbahnhof, nach Xi’an ab dem Westbahnhof. Die Strecke Richtung Zhangjiakou mit dem Halt an der Mauer bei Badaling beginnt im Norden der Stadt. Wie man Tickets kauft und welche Zugklassen es gibt, steht unter Zugfahren in China.

Wie viele Tage sinnvoll sind

Vier volle Tage sind das Minimum, wenn Peking mehr sein soll als eine Durchgangsstation. Eine mögliche Aufteilung sieht so aus:

  • Erster Tag: Kaiserpalast am Vormittag, danach Kohlehügel und Beihai-Park, abends Hutongs um den Trommelturm.
  • Zweiter Tag: Große Mauer, idealerweise früh am Morgen in Mutianyu, Rückkehr am Nachmittag.
  • Dritter Tag: Himmelstempel am frühen Morgen, danach Lamatempel und Konfuziustempel, die nebeneinander liegen.
  • Vierter Tag: Sommerpalast, am Nachmittag das Kunstviertel 798 oder der Olympiapark.

Mit sechs Tagen kommen ein zweiter Mauerabschnitt, das Nationalmuseum am Tian’anmen-Platz und ein ruhiger Tag in den Hutongs hinzu. Wer weniger Zeit hat, streicht eher den Sommerpalast als die Mauer. Die Seite Chinesische Mauer vergleicht die Abschnitte, Mutianyu ist für die meisten der beste Einstieg. Wer Peking und Shanghai in einer Woche kombinieren muss, findet unter Peking und Shanghai in sechs Tagen eine gestraffte Variante.

Der Sommerpalast als eigener halber Tag

Der Sommerpalast Yiheyuan im Nordwesten wird oft unterschätzt, weil er im Programm nach dem Kaiserpalast kommt und nach einem weiteren Palast klingt. Er ist etwas anderes: eine Gartenlandschaft um den Kunming-See, der rund drei Viertel der Fläche einnimmt, mit dem Hügel der Langlebigkeit am Nordufer. Kaiser Qianlong ließ die Anlage ab 1750 ausbauen. Nach der Zerstörung 1860 wurde sie unter der Kaiserinwitwe Cixi wiederaufgebaut, der Überlieferung nach mit Mitteln, die eigentlich für die Marine bestimmt waren. Das Marmorschiff am Westufer, ein steinernes Boot, das nie fahren konnte, gilt deshalb als ironisches Denkmal dieser Geschichte. Seit 1998 gehört der Sommerpalast zum Welterbe.

Der Lange Korridor am Nordufer ist ein überdachter Wandelgang von über 700 Metern, dessen Balken mit Tausenden kleiner Bilder aus Legenden und Romanen bemalt sind. Wer vom Osttor kommt, geht ihn einmal ganz ab, steigt dann zum Turm des Buddhistischen Wohlgeruchs hinauf und verlässt die Anlage über die Suzhou-Straße, eine nachgebaute Kanalgasse im Stil des Südens, am Nordtor. Dafür sollte man einen halben Tag einplanen, mit Bootsfahrt über den See eher mehr. Die Ruinen des Alten Sommerpalastes Yuanmingyuan liegen wenige Kilometer östlich und lassen sich am selben Tag anschließen, sind aber ein ganz anderer Ort: ein weitläufiger Park mit Seen und den Trümmern europäisch anmutender Steinbauten, die jesuitische Missionare im 18. Jahrhundert für den Kaiser entworfen hatten.

Museen für Regentage und heiße Nachmittage

Das Nationalmuseum an der Ostseite des Tian’anmen-Platzes gehört zu den größten Museen der Welt und zeigt die Geschichte Chinas von der Jungsteinzeit bis in die Gegenwart. Auch hier gilt: Besuch vorab mit Passnummer reservieren. Die Abteilung zum alten China mit Bronzen, Jade und Keramik lohnt allein einen halben Tag, die Abteilungen zur jüngeren Geschichte sind stark politisch gerahmt, was man wissen sollte, bevor man sie betritt.

Das Hauptstadtmuseum im Westen der Stadt ist kleiner, weniger überlaufen und erzählt die Geschichte Pekings selbst, mit einer sehenswerten Sammlung zu Alltag und Bräuchen der alten Stadt. Wer sich für Stadtplanung interessiert, findet in der Planungsausstellung südöstlich des Tian’anmen-Platzes ein riesiges Stadtmodell, auf dem sich die Mittelachse und die Ringstraßen gut erkennen lassen. Nach einem Tag dort liest man den Stadtplan anders.

Abends in Peking

Die Peking-Oper ist die bekannteste Theaterform der Stadt, mit Kostümen, Masken und einem Gesangsstil, der beim ersten Hören fremd wirkt. Mehrere Bühnen spielen gekürzte Programme für Besucher, oft mit englischen Übertiteln. Daneben gibt es Akrobatik-Shows und Kung-Fu-Vorführungen, die ohne Sprachkenntnisse funktionieren; was sich wofür eignet, steht unter Peking-Oper, Akrobatik und Kung-Fu-Shows.

Gegessen wird in Peking früh, viele Restaurants füllen sich ab 18 Uhr. Die Pekingente ist das bekannteste Gericht. Das Traditionshaus Quanjude wurde 1864 gegründet und hat heute viele Filialen, ebenso gut wird sie in vielen kleineren Restaurants zubereitet. Weniger bekannt, aber alltäglicher sind Zhajiangmian, Weizennudeln mit fermentierter Sojabohnenpaste, und die Jiaozi, die in Nordchina zu jeder Tageszeit gegessen werden.

Hutongs und was von ihnen bleibt

Die Hutongs sind die schmalen Gassen, die das alte Peking zwischen den großen Achsen durchziehen. Das Wort wird oft auf ein mongolisches Wort für Brunnen zurückgeführt, was zur Entstehung vieler Gassen unter der Yuan-Dynastie passen würde; ganz gesichert ist die Herleitung nicht. An den Gassen liegen die Siheyuan, Hofhäuser, deren vier Flügel sich um einen Innenhof gruppieren.

Ein großer Teil der Hutongs ist seit den 1990er-Jahren abgerissen worden. Was bleibt, ist teils sorgfältig restauriert, teils zur Einkaufsstraße umgebaut, wie Nanluoguxiang, die an Wochenenden überfüllt ist. Ruhiger sind die Gassen westlich davon und rund um den Glockenturm, wo in den Höfen noch Menschen wohnen, Wäsche an Leinen hängt und ältere Männer ihre Singvögel in Käfigen spazieren tragen. Ein Spaziergang dort am Vormittag ist eine der besten Stunden, die Peking zu bieten hat, und kostet nichts.

Wann Peking am angenehmsten ist

September und Oktober sind die besten Monate. Der Himmel ist oft klar, die Temperaturen sind mild, und in den Parks färben sich die Bäume. Die erste Oktoberwoche ist die Ausnahme: Um den Nationalfeiertag reist halb China, und die großen Sehenswürdigkeiten sind dann überfüllt. Der Frühling ist ebenfalls angenehm, bringt aber gelegentlich Sandstürme aus dem Norden und im April und Mai die Pappelwolle, die wie Schnee durch die Straßen treibt.

Der Sommer ist heiß, schwül und im Juli regenreich, der Winter trocken und sehr kalt. Wer im Januar reist, hat dafür den Kaiserpalast fast für sich und sieht die Seen von Shichahai gefroren. Die Details nach Monaten stehen unter Beste Reisezeit China. Ins Tagesgepäck gehört in Peking zu jeder Jahreszeit der Reisepass: Er wird am Tian’anmen-Platz, am Kaiserpalast und bei vielen Museen am Eingang verlangt, und eine Kopie reicht nicht.

FAQHäufige Fragen

Wie viele Tage braucht man für Peking?

Vier volle Tage reichen für Kaiserpalast, Himmelstempel, Sommerpalast, einen Mauerabschnitt und einen Hutong-Spaziergang. Mit sechs Tagen bleibt Zeit für den Lamatempel, den Beihai-Park, das Kunstviertel 798 und einen zweiten, ruhigeren Mauerabschnitt.

Muss man für Sehenswürdigkeiten in Peking vorab reservieren?

Für mehrere große Anlagen ja, allen voran den Kaiserpalast. Die Reservierung läuft auf den Namen und die Passnummer; am Eingang wird derselbe Pass kontrolliert. Die geltenden Regeln stehen auf den offiziellen Seiten der jeweiligen Einrichtung.

Kommt man in Peking ohne Chinesischkenntnisse mit der Metro zurecht?

Ja. Stationsnamen und Durchsagen gibt es auch auf Englisch, und die Linien sind farbig markiert. Vor jeder Fahrt steht eine Sicherheitskontrolle mit Gepäckscanner. Bezahlt wird am einfachsten per QR-Code in Alipay oder WeChat.

Welcher Mauerabschnitt eignet sich für einen Tagesausflug aus Peking?

Für die meisten Reisenden Mutianyu: gut restauriert, landschaftlich schön und weniger voll als Badaling. Den Vergleich aller Abschnitte zeigt die Seite Chinesische Mauer.

Wann ist die beste Reisezeit für Peking?

September und Oktober, abgesehen von der ersten Oktoberwoche mit dem Nationalfeiertag. Der Frühling ist ebenfalls angenehm, kann aber windig und staubig sein. Der Sommer ist heiß und schwül, der Winter trocken und kalt, dafür sind die Sehenswürdigkeiten dann leerer.

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