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Huanghuacheng: der Mauerabschnitt am Stausee

Nördlich von Peking läuft die Ming-Mauer bei Huanghuacheng bis ans Ufer eines Stausees und taucht an einer Stelle ins Wasser ab. Das Bild kennt man, den Abschnitt selbst kennen weniger.

RedaktionAktualisiert September 2026

Zeichnung in Tusche zum Thema: Huanghuacheng: der Mauerabschnitt am Stausee
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Bei Huanghuacheng steht man vor einem Anblick, den kein anderer Abschnitt um Peking bietet: Die Mauer klettert einen Grat hinab, erreicht das Ufer eines Stausees und verschwindet unter der Wasserlinie. Auf der anderen Seite steigt sie wieder aus dem See und zieht weiter über die Hügel. Chinesische Besucher nennen die Stelle deshalb die “Mauer am Wasser”.

Wo liegt Huanghuacheng?

Der Abschnitt gehört zum Pekinger Bezirk Huairou, nördlich der Stadt, im selben Bergland wie der bekanntere Abschnitt Mutianyu. Gebaut wurde er unter der Ming-Dynastie, als diese Linie die Zugänge zur Hauptstadt und zu den Kaisergräbern der Ming sichern sollte. Den Namen, “Stadt der gelben Blumen”, führt man auf die gelb blühenden Pflanzen zurück, die im Sommer die Hänge überziehen.

Der See selbst ist jünger als die Mauer. Er entstand erst durch einen Damm im 20. Jahrhundert, und so liegen heute Mauerstücke unter Wasser, die nie dafür gebaut wurden.

Was man vor Ort sieht

Der erschlossene Bereich ist ein ausgewiesenes Landschaftsgebiet mit restaurierten Wegen und Treppen. Wer die Mauer hinaufsteigt, merkt schnell, wie steil sie hier an manchen Stellen ist; zwischen den Wachtürmen wechseln flache Stücke mit Passagen, auf denen man die Hände braucht. Festes Schuhwerk ist Pflicht, nicht Empfehlung.

Neben der Mauer gehört ein alter Kastanienhain zum Gelände. Der Überlieferung nach geht er auf die Ming-Zeit zurück. Um den Bau rankt sich außerdem eine Geschichte über den General Cai Kai, der den Abschnitt beaufsichtigt haben soll: Er sei wegen der hohen Kosten und der langen Bauzeit hingerichtet und später rehabilitiert worden, als Prüfer die Qualität der Arbeit feststellten. Belegen lässt sich das kaum, erzählt wird es vor Ort trotzdem gern.

Anreise und beste Zeit

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Huanghuacheng umständlich zu erreichen. Die meisten Besucher kommen mit dem Taxi, einem Fahrdienst oder einem gemieteten Wagen mit Fahrer; die Fahrt aus dem Zentrum dauert je nach Verkehr deutlich über eine Stunde. Fahrdienst-Apps funktionieren für die Hinfahrt gut, für die Rückfahrt vom Parkplatz weniger zuverlässig. Wer das nicht riskieren will, vereinbart die Rückfahrt vorher. Die wichtigsten Apps stehen unter Amap, Didi und Metro.

Am schönsten ist der Abschnitt im späten Frühjahr und im Herbst. Im Hochsommer blühen zwar die namensgebenden Blumen, dafür ist es heiß und diesig, im Winter wird der Stein bei Frost rutschig. Die Monate im Vergleich zeigt die Reisezeit-Übersicht.

Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise vor Ort oder beim Betreiber prüfen. Einen Überblick über die übrigen Abschnitte gibt die Seite zur Chinesischen Mauer; für die Planung der übrigen Tage hilft der Peking-Reiseführer.

Wasser mitnehmen. Auf der Mauer selbst gibt es an diesem Abschnitt kaum Verkaufsstände, und der Aufstieg zum ersten Turm oberhalb des Sees dauert länger, als er von unten aussieht.

FAQHäufige Fragen

Ist Huanghuacheng oder Mutianyu die bessere Wahl?

Mutianyu ist leichter erreichbar und hat Seilbahn und Rodelbahn. Huanghuacheng lohnt sich für alle, die die Mauer am Wasser sehen wollen und einen weniger vollen Abschnitt suchen. Beide liegen im Bezirk Huairou, siehe Mutianyu.

Darf man die unrestaurierten Teile begehen?

Nicht erschlossene Mauerabschnitte zu betreten ist in der Region Peking offiziell nicht gestattet. Innerhalb des ausgeschilderten Besucherbereichs bleiben.

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