Auf der Rückseite des 20-Yuan-Scheins ist eine Flusslandschaft mit Kalkkegeln abgebildet, und das Motiv ist echt: Es ist der Li-Fluss bei Xingping, zwischen Guilin und Yangshuo. Wer dort am Ufer steht und den Schein aus der Tasche zieht, wird nicht der Erste sein. Die Einheimischen haben sich daran gewöhnt.
Die Karstberge am Li-Fluss
Die Kegel und Türme um Guilin sind Kalkstein, über lange Zeiträume von Wasser zerfressen, bis nur die steilen, bewachsenen Formen übrig blieben. Die Landschaft gehört seit 2014 zum UNESCO-Welterbe “Südchinesischer Karst”, zu dem auch der Steinwald Shilin in Yunnan zählt. Klassisch erlebt man sie vom Wasser aus, auf einer Fahrt den Li hinunter Richtung Yangshuo. Wer lieber läuft, findet am Ufer zwischen Yangdi und Xingping einen der schönsten Wege der Gegend; Einzelheiten stehen unter Wandern in China.
Ein Urteil vorab: Yangshuo ist als Standort angenehmer als Guilin selbst. Die Stadt ist kleiner, die Berge stehen direkt am Ortsrand, und mit dem Fahrrad erreicht man in einer halben Stunde Dörfer am Yulong-Fluss.
Die Reisterrassen von Longji
Nördlich von Guilin, im Kreis Longsheng, beginnen die Terrassen von Longji, dem “Drachenrücken”. Über Jahrhunderte haben Zhuang und Yao die Hänge in schmale Stufen gelegt, bewässert von Quellen weiter oben am Berg. Die bekanntesten Dörfer sind Ping’an, ein Zhuang-Dorf mit Holzhäusern am Hang, und Dazhai, ein Yao-Dorf mit weiteren Aussichtspunkten. Zwischen beiden führt ein Wanderweg über die Terrassen, der einen guten Tag füllt.
In der Gegend leben Frauen der Roten Yao, die bekannt dafür sind, ihr Haar sehr lang wachsen zu lassen und es kunstvoll um den Kopf zu wickeln. Im Dorf Huangluo ist daraus eine Vorführung für Besucher geworden. Ob man das sehen möchte, muss jeder selbst entscheiden.
Reisezeit und praktische Punkte
Am schönsten sind die Terrassen, wenn sie Wasser führen oder kurz vor der Ernte stehen; im Winter sind sie kahl. Am Li-Fluss hängt im Frühjahr oft Dunst, der die Berge weich zeichnet, im Hochsommer ist es heiß, schwül und gewittrig. Die Monate im Vergleich zeigt die Reisezeit-Übersicht. Für die Terrassenwege sind feste Schuhe nötig, die Stufen sind nach Regen glitschig, siehe Kleidung und Packliste.
Guilin ist per Schnellzug und Flug gut angebunden. Die Stadt selbst und die Umgebung beschreibt die Seite Guilin und Yangshuo.
Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise vor Ort oder beim Betreiber prüfen. In Ping’an tragen Träger auf Wunsch das Gepäck den Berg hinauf, und wer mit Rollkoffer anreist, wird dafür dankbar sein.
FAQHäufige Fragen
Wann sind die Reisterrassen von Longji am schönsten?
Im späten Frühjahr, wenn die Felder geflutet sind und den Himmel spiegeln, und im frühen Herbst vor der Ernte, wenn der Reis golden steht. Im Winter sind die Terrassen kahl und braun.
Kann man in den Dörfern übernachten?
Ja, in Ping'an und Dazhai gibt es Gästehäuser. Eine Nacht dort lohnt sich, weil die Terrassen morgens und abends im schrägen Licht am schönsten sind.
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